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Konjunktursignale der nächsten Tage

14. Juli 2017

Und schon wieder kommen neue Quartalsdaten für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: China meldet als erste Volkswirtschaft am Montag für das zweite Quartal. Am nächsten Tag wird sich zeigen, wie lange der Höhenflug der Stimmungsindikatoren noch anhält, wenn die Ergebnisse der ZEW-Umfrage für Deutschland publiziert werden. Den Höhepunkt der Woche bildet die Sitzung des EZB-Zentralbankrats am Donnerstag. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-07-14 Wochenvorschau

Montag: Nach einem starken ersten Quartal dürfte die chinesische Wirtschaft auch im zweiten Quartal solide gewachsen sein. Wir erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich um 6,8 % zugelegt hat. Die Basis des Wachstums ist breiter geworden, nachdem sich die Investitionen im Privatsektor erholt haben. Auch der Exportsektor weist wieder höhere Zuwachsraten auf, wobei sich der Absatz in die Industrieländer besser entwickelt als in die Schwellenländer. Die staatlichen Eingriffe am Immobilienmarkt bleiben ein Balanceakt: Die Bautätigkeit soll hoch gehalten werden, doch auf der Nachfrageseite sollen zumindest in den großen Städten spekulative Käufe verhindert werden.

Dienstag: Die wirtschaftliche Stimmung ist im ersten Halbjahr den harten Daten weit enteilt. Jetzt deutet sich ein Schließen dieser Lücke an. Zum einen haben die harten Indikatoren wie die Produktion im Vorjahresvergleich zugelegt, zum anderen scheint sich zumindest die Stimmung der Finanzmarktanalysten etwas zu normalisieren. Darauf deutet die vor einigen Tagen veröffentlichte sentix-Umfrage hin. In dieser äußerten sich die befragten Finanzmarktinvestoren sowohl hinsichtlich der Lageeinschätzung als auch hinsichtlich der Konjunkturerwartungen etwas vorsichtiger – eine Entwicklung die sich in den meisten Regionen so zeigte. Für die deutschen ZEW-Konjunktur­erwartungen im Juli gehen wir von einem leichten Rückgang aus.

Donnerstag: Die Markterwartungen über einen Ausstieg der EZB aus der ultra-expansiven Geldpolitik haben zugenommen, nachdem sich Präsident Draghi vor kurzem zuversichtlich gezeigt hatte, dass ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum mittelfristig auch zu mehr Inflation führen wird. Auf der Pressekonferenz zu dieser Ratssitzung dürfte Draghi betonen, dass der Preisauftrieb nur sehr langsam zunehme und deshalb noch für einige Zeit eine sehr expansive Geldpolitik erforderlich sei. Dennoch dürfte er eine Hintertür offen lassen, im Herbst eine Reduktion der Wertpapierkäufe anzukündigen, selbst wenn die Kerninflation bis dahin nicht wesentlich gestiegen sein sollte. Gleichzeitig sollte er aber auch die Absicht unterstreichen, die Leitzinsen noch für längere Zeit unverändert niedrig zu lassen.

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