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Konjunktursignale der nächsten Tage

31. Juli 2017

Am Montag gibt der chinesische Einkaufsmanagerindex Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung im Reich der Mitte. Einen Tag später ist die Stunde der Wahrheit: Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im zweiten Quartal wird publiziert. Zum Wochenausklang kommen noch Arbeitsmarktdaten aus den USA. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-07-28 Wochenvorschau

  Montag: Die Veröffentlichung der offiziellen chinesischen Einkaufsmanagerindizes für den Juli sollte die Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung auf einem hohen Niveau bestätigen. Zuletzt hatten mehrere Kennzahlen wie Bruttoninlandsprodukt, Anlageinvestitionen und Einzelhandelsumsätze positiv überrascht und die Wachstumssorgen verringert. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe dürfte im Juli nur leicht auf 51,6 Punkte zurückgegangen sein (Juni: 51,7 Punkte). Im weiteren Wochenverlauf werden zudem die Caixin-Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht, die sich stärker auf die Stimmung in den privaten Unternehmen konzentrieren: Der Index im verarbeitenden Gewerbe sollte sich nach unserer Erwartung von 50,4 auf 50,5 Punkte geringfügig verbessern.

Dienstag: Würde man sich auf die Stimmungsindikatoren verlassen, so könnte man für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone im zweiten Quartal 1,1 % im Vorquartalsvergleich (qoq) prognostizieren. Ganz so gut wird es nicht kommen, denn offensichtlich überzeichnen diese Indikatoren derzeit die tatsächliche Entwicklung. Doch auch mit dem von uns erwarteten Anstieg um 0,6 % qoq kann man mehr als zufrieden sein, liegt doch die Wachstumsrate des Produktionspotenzials bei knapp 0,3 % qoq. Damit bleibt die konjunkturelle Schlagzahl so hoch, dass weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit in Europa abgebaut werden kann. Schon bekannt ist das gute Abschneiden von drei Ländern: In Frankreich nahm das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 % qoq zu, in Österreich und Spanien sogar um jeweils 0,9 % qoq. Auch Deutschland sollte sich hier mit einer hohen konjunkturellen Dynamik einreihen.

Freitag: Der US-Arbeitsmarkt hat sich in diesem Jahr überraschend gut entwickelt, zumindest im Hinblick auf die Beschäftigungsentwicklung und die Arbeitslosenquote. Die vorliegenden Frühindikatoren deuten an, dass auch im Juli mit 200.000 zusätzlichen Stellen zu rechnen ist. Gemessen an dem ohnehin schon hohen Auslastungsgrad am Arbeitsmarkt ist dies ein sehr starker Beschäftigungsaufbau. Nach einem leichten Anstieg im Vormonat dürfte die Arbeitslosenquote im Juli wieder auf 4,3 % zurückfallen. Hinsichtlich der Lohnentwicklung deuten die Indikatoren einen relativ kräftigen Zuwachs im Vormonatsvergleich an. Allerdings war der Juli-Zuwachs des vergangenen Jahres noch stärker, sodass die Jahresrate leicht von 2,5 % auf 2,4 % sinkt.

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