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Konjunktursignale der nächsten Tage

4. August 2017

Vor der nächsten Runde der Bruttoinlandsproduktszahlen in Europa kommt zunächst noch eine ruhigere Woche mit deutschen Produktionsdaten am Montag sowie chinesischen und US-amerikanischen Inflationsdaten am Mittwoch beziehungsweise am Freitag. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-08-04 Wochenvorschau

Montag: Seit August 2016 gab es nur zwei Rückgänge der deutschen Produktion im produzierenden Gewerbe. Der Juni 2017 könnte bestenfalls ein leichtes Plus, womöglich aber sogar die dritte Schrumpfung gebracht haben. Die Bremswirkung ging vor allem von der industriellen Erzeugung aus. So waren schon die Umsätze der Industrie im Juni mit einem mageren Plus von nur 0,3 % im Vormonatsvergleich sehr schwach. Interessant ist, dass einer guten Umsatzentwicklung im Inlandsgeschäft schwache Auslandsumsätze – vor allem außerhalb der Eurozone – gegenüberstanden. Die Bauproduktion könnte nach dem Rückgang im Vormonat wieder etwas zugelegt haben. Alles in allem erwarten wir im Juni ein mageres Plus der Produktion im produzierenden Gewerbe von 0,1 % gegenüber dem Vormonat.

Mittwoch: Die chinesischen Verbraucherpreise haben sich zuletzt sehr stabil entwickelt. Im Juni lagen sie 1,5 % über dem Vorjahresniveau. Damit war die Inflationsrate weiterhin deutlich unterhalb des Zielwerts der Regierung von 3 %. Allerdings betrachtet die Regierung diesen Zielwert als Obergrenze für die Inflationsentwicklung, die durchaus unterschritten werden kann. Im Juli dürfte sich an dem Bild wenig verändert haben. Wir erwarten, dass die Inflationsrate unverändert bei 1,5 % gelegen hat. Mehr Aufmerksamkeit haben zuletzt die Produzentenpreise erhalten, da steigende Preise u.a. einen Hinweis auf die Fortschritte beim Kapazitätsabbau in der Stahl- und Kohlebranche liefern könnten. Wir rechnen damit, dass die Produzentenpreise im Juli 5,5 % über dem Vorjahresniveau lagen.

Freitag: Viermal in Folge haben die US-Verbraucherpreise zuletzt negativ überrascht. In Zuge dessen haben die Kapitalmärkte ihre Inflationserwartungen deutlich nach unten genommen und für niedrigere Renditeniveaus von US-Staatsanleihen gesorgt. Im Juli dürften unserer Einschätzung zufolge die Markterwartungen zutreffend sein. Wir prognostizieren ebenfalls einen Anstieg der Inflationsrate von 1,6 % auf 1,8 %. Sollten energiepreisbedingte Kapriolen in den kommenden Monaten ausbleiben, würde die Juni-Rate den Tiefpunkt in diesem Jahr markieren. In der engeren statistischen Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie erwarten wir im Gegensatz zu den Umfragewerten einen leichten Anstieg der sogenannten Kernrate von 1,7 % auf 1,8 %.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

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