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Konjunktursignale der nächsten Tage

18. August 2017

War das der Gipfel des ifo Geschäftsklimas im Juli? Am Freitag könnte sich dieser wichtige Indikator erstmals wieder eintrüben. Zuvor werden am Mittwoch die Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, Frankreich und die Eurozone veröffentlicht. Die zweite Wochenhälfte steht zudem im Zeichen der Jackson-Hole-Tagung. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-08-18 Wochenvorschau

Mittwoch: Im ersten Halbjahr 2017 war in Euroland eine gewisse Stimmungsübertreibung zu beobachten. Das Wirtschaftswachstum war zwar gut, aber es erreichte nicht die von den Stimmungsindikatoren angedeutete Stärke. Diese Lücke dürfte sich im August durch leichte Rückgänge bei den Einkaufsmanagerindizes verringert haben. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Industrie als auch für den Teilindex der Dienstleister. Die Indikatoren bringen aber nach wie vor eine gute Stimmung bei den europäischen Unternehmen zum Ausdruck. Eine Trendwende in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Euroland ist derzeit nicht zu erkennen.

Donnerstag bis Samstag: Auf dem Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City in Jackson Hole kommen Zentralbanker, Wirtschaftswissenschaftler und wichtige Finanzmarktakteure zusammen. In diesem Jahr sollte man jedoch weder von Fed-Chefin Yellen noch von EZB-Präsident Draghi richtungweisende Signale zur zukünftigen Geldpolitik erwarten. Denn die Fed hat bereits die Absicht erkennen lassen, bald mit einer Reduktion ihrer Bilanz zu beginnen und muss diesen Schritt quasi nur noch formell beschließen. Demgegenüber will die EZB erst im September oder Oktober über die Zukunft ihres Wertpapierkaufprogramms entscheiden. Vermutlich werden sich beide Zentralbanker daher auf verhalten optimistische Kommentare zur wirtschaftlichen Entwicklung beschränken.

Freitag: Allzeithoch oder Normalisierung, das ist hier die Frage. In den letzten Monaten eilte die deutsche Stimmung von einem Allzeithoch zum nächsten und verlor dabei immer mehr den Bezug zur tatsächlichen konjunkturellen Entwicklung. Inzwischen mehren sich die Anzeichen für eine Normalisierung: Die globalen Einkaufsmanagerindizes haben zuletzt nachgegeben, und die Stimmung der deutschen Finanzmarktanalysten ist schon zum wiederholten Male gesunken. Wir erwarten daher einen Rückgang des ifo Geschäftsklimas im August. Wir gehen davon aus, dass weniger das nordkoreanische Donnergrollen als vielmehr die Normalisierung der hohen Stimmungswerte die entscheidende Ursache hierfür war.

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