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Konjunktursignale der nächsten Tage

8. September 2017

In der kommenden Woche stehen Inflationsdaten aus China (Montag) und aus den USA (Donnerstag) im Vordergrund. Beachtung sollte auch der Zinsentscheid der Bank of England am Donnerstag finden. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-09-08 Wochenvorschau

Samstag: In China stehen die wichtigsten Monatszahlen zur Veröffentlichung an. Die Verbraucherpreise machen bereits am Samstag den Anfang. Die Inflationsrate dürfte wegen eines Basiseffekts (die Preisentwicklung war im August des vergangenen Jahres ungewöhnlich moderat) im August von 1,4 % auf 1,7 % gestiegen sein. Damit bleibt sie allerdings im unkritischen Bereich. Unverändert bei 5,5 % erwarten wir die Jahresveränderungsrate der Erzeugerpreise. Am Donnerstag folgen dann die Daten zu Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen. Beide Daten sollten zeigen, dass sich die Wirtschaft auch im August in guter Verfassung befand, worauf bereits die Einkaufsmanagerindizes hingedeutet haben.

Donnerstag: Vor gut einem Jahr hatte die Bank of England (BoE) mit ihrer letzten Zinssenkung auf das Brexit-Referendum reagiert. Auch ein Jahr später bleibt die Unsicherheit hoch. Das schwächere Pfund hatte zwar die Inflation zuletzt in die Höhe getrieben und zeitweise bis zu drei MPC-Mitglieder davon überzeugt, dass eine Zinsanhebung nötig sei. Allerdings dürfte die Mehrheit des MPC angesichts des schwächelnden privaten Konsums sowie des verhaltenen Lohnwachstums weiter für konstante Zinsen stimmen. Im September wird das MPC erstmals seit März wieder vollständig besetzt sein. David Ramsden wird die Position von Charlotte Hogg besetzen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich der ehemalige Chefvolkswirt des Finanzministeriums für einen frühen Zinsschritt ausspricht. Allerdings könnte die BoE erneut darauf hinweisen, dass die Märkte derzeit auf Dreijahressicht zu wenige Zinsschritte einpreisen.

Donnerstag: In den USA werden in dieser Woche die Verbraucherpreise für August mit großer Spannung erwartet. Fünfmal in Folge wurde für die Preisentwicklung der Kernrate (also ohne Lebensmittel und Energie) unerwartet schwache Entwicklung veröffentlicht. Für eine grundsätzlich relativ gut prognostizierbare Zeitreihe ist dies sehr ungewöhnlich. Hauptverantwortlich für die Überraschungen war allerdings eine Ansammlung von mehreren preisverzerrenden Sonderentwicklungen. Zuletzt sanken die Preise im Bereich der Hotelübernachtungen zweimal in Folge. In der Vergangenheit waren ungewöhnliche Saisonmuster für solche Preissprünge verantwortlich, sodass nun in diesem Bereich ein relativ starker Preisanstieg gemeldet werden sollte. Für die Gesamtinflationsrate erwarten wir einen energiepreisbedingten Anstieg auf 1,9 %.

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