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Konjunktursignale der nächsten Tage

18. September 2017

Wie geht es weiter mit die Stimmung in der deutschen Wirtschaft? Hierüber bekommen wir am Dienstag mit der ZEW-Umfrage bei den Finanzmarktanalysten Informationen. Tags darauf entscheidet die US-Notenbank Fed über den Beginn von Tapering 2.0. Die Woche klingt mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes der Eurozone aus. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-09-15 Wochenvorschau

Dienstag: Im September dürfte sich nicht viel bei den ZEW-Konjunkturerwartungen getan haben. Die Euro-Aufwertung sollte sich mit etwas Verzögerung belastend auswirken. Sie stellt zwar kein echtes Konjunkturrisiko dar, wird aber von den Finanzmarktanalysten kritisch betrachtet. Auch die politische Situation bleibt angespannt, insbesondere mit Blick auf Nordkorea. Auf der positiven Seite notieren die wieder erstarkten globalen Frühindikatoren, die nahelegen, dass sich die aktuell gute weltwirtschaftliche Entwicklung fortsetzt. Gleichzeitig wurde in den USA die Situation um die Schuldenobergrenze zumindest vorübergehend entschärft. Alles in allem erwarten wir nur einen minimalen Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland.

Mittwoch: Die Fed steigt aus. Nach über acht Jahren Konjunkturaufschwung wird die amerikanische Zentralbank bei ihrem Zinsentscheid in der kommenden Woche den Beginn der Bilanzreduzierung beschließen. Sie hat ihren weiteren Fahrplan in den vergangenen Monaten hinreichend klar formuliert, wenngleich sich die FOMC-Mitglieder noch nicht darüber im Klaren sind, auf welchen Umfang die Bilanz letztendlich schrumpfen soll. Spätestens wenn die Überschussreserven wieder auf Null sinken, wäre der Prozess aber beendet. Eine Zinserhöhung steht bei diesem Zinsentscheid nicht an. Allerdings dürften die zuletzt veröffentlichten Inflationsraten dazu beitragen, dass eine Mehrheit im FOMC weiterhin eine Erhöhung zum Jahresende präferiert.

Freitag: Die Stimmung bei den Unternehmen in Euroland ist weiterhin sehr gut. Darauf dürften die Einkaufsmanagerindizes im September hindeuten. Dies gilt für den Teilindex der Dienstleister wie auch für den Teilindex der Industrie. Die europäischen Unternehmen profitieren von hervorragenden Finanzierungsbedingungen und einem breit basierten Wachstum in Euroland. Dies gilt sowohl regional als auch bezüglich der Wirtschaftsbereiche. Der Nordkorea-Konflikt und die Euro-Aufwertung sollten keinen spürbaren negativen Einfluss auf die Stimmung der Unternehmen gehabt haben. Dennoch ist vor dem Hintergrund der starken Entwicklung der Vormonate vor allem beim Teilindex der Industrie mit einem leichten Rückgang zu rechnen.

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