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Konjunktursignale der nächsten Tage

13. Oktober 2017

Neben dem ZEW-Konjunkturerwartungen liegt – in der kommenden Woche – das besondere Augenmerk auf dem 19. Parteikongress der KPC in China und dem chinesischen Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-10-13 Wochenvorschau

Dienstag: Die Verbraucherpreise für September für das Vereinigte Königreich werden am Dienstag die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Bank of England (BoE) steht in den Startlöchern für eine Zinsanhebung. Die insbesondere wegen höherer Nahrungsmittel- und Energiepreise gestiegene Inflationsrate dürfte dafür sorgen, dass sich die BoE hinreichend bestätigt fühlt, um in den kommenden Monaten zumindest etwas den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal zu nehmen. Noch interessanter allerdings dürfte der Arbeitsmarktbericht am Mittwoch sein. Die Arbeitslosenquote liegt bereits seit drei Monaten unter dem von der BoE als gleichgewichtig eingeschätzten Wert von 4,5 %. Noch ist die Lohnentwicklung aber moderat, und auch für August erwarten wir keine großen Sprünge.

Dienstag: Die gute globale Konjunktur scheint derzeit bei den Finanzmarktanalysten die entscheidende Größe zu sein. So haben sich in der sentix-Umfrage bei Finanzmarktanalysten die Lageeinschätzung und die Konjunkturerwartungen für die Weltwirtschaft spürbar verbessert und die auch Werte für Deutschland nach oben getrieben. Risikofaktoren wie das Unabhängigkeitsbestreben der Katalanen rücken dabei in den Hintergrund. Auch die jüngsten deutschen Konjunkturindikatoren wie Produktion, Auftragseingang oder Außenhandel überzeugten durch starke Anstiege. Kein Wunder also, dass in der Umfrage des ZEW die Lagebeurteilung der deutschen Konjunktur wie auch die Konjunkturerwartungen im Oktober wieder angestiegen sein dürften.

Mittwoch/Donnerstag: Am 18. Oktober beginnt der 19. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas. Der Kongress dürfte für Kontinuität stehen: Staatspräsident Xi Jingping wird für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt werden, und am wirtschaftspolitischen Kurs dürften keine nennenswerten Änderungen vorgenommen werden. Mit großer Spannung wird auf die weiteren Personalentscheidungen geblickt werden, insbesondere auf die Neuberufungen in das Politbüro als wichtigstem Entscheidungsorgan. Die große Frage wird sein, ob sich ein Nachfolger für das Präsidentenamt herauskristallisiert. Fast schon etwas in den Hintergrund tritt dabei die Veröffentlichung der Bruttoinlandsprodukts-Zahlen für das dritte Quartal am 19. Oktober. Wir erwarten eine leichte Abschwächung des Wachstumstempos von 6,9 % auf 6,7 % gegenüber dem Vorjahr.

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