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Konjunktursignale der nächsten Tage

24. November 2017

Diese Woche stehen die chinesischen Stimmungsindikatoren und die OPEC im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-11-24 Wochenvorschau

Donnerstag: Die chinesischen Wirtschaftsdaten haben im Oktober negativ überrascht. Dies fügte sich gut zum Tenor der Parteitagsrede von Staatspräsident Xi Jingping, der qualitative Ziele in den Vordergrund stellt und weniger Wert auf das Erreichen quantitativer Wirtschaftswachstumsziele legen möchte. Nicht zuletzt entspricht es ohnehin der allgemeinen Erwartung (auch der DekaBank), dass sich das Wirtschaftswachstum in China in den kommenden Quartalen und Jahren abschwächen wird. Doch dürfte diese Abschwächung sehr graduell verlaufen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe wird nach unserer Prognose im November sogar leicht auf 51,8 Punkte gestiegen sein. Unterstützung kommt vor allem vom starken Welthandel.

Donnerstag: Die Inflation im Euroraum dürfte im November auf 1,6 % geklettert sein. Maßgeblich dazu beigetragen haben die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl, die im Monatsvergleich deutlich zulegten. Auch die zuletzt starken Preisanstiege bei saisonalen Lebensmitteln sollten sich noch ein wenig weiter fortgesetzt haben. Demgegenüber rechnen wir in der Abgrenzung ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak mit einem anhaltend geringen Preisauftrieb von 0,9 %. Man sollte die Abnahme der Kerninflation in den vergangenen Monaten nicht auf die Aufwertung des Euros zurückführen. Ursächlich waren vielmehr die in diesem Jahr ungewöhnlich starken Preisschwankungen bei saisonabhängigen Dienstleistungen, wie etwa Pauschalreisen, Hotelübernachtungen und Flugtickets.

Donnerstag: Die Mitglieder der OPEC treffen sich in Wien mit einigen Nicht-OPEC-Ländern wie Russland und Mexiko, um über die Verlängerung der seit Januar 2017 gültigen Produktionskürzung auf 32,5 Mio. Barrels Öl täglich zu beraten. Die bisherige Kürzungsvereinbarung läuft bis März 2018. Angeführt von Saudi-Arabien befürworten einige OPEC-Mitglieder eine Weiterführung bis Ende 2018. Russland hingegen möchte sich im Vorfeld nicht festlegen. Zwar produzieren die am Treffen anwesenden Länder mehr als die Hälfte des global Rohölangebots, doch ihre Einflussmöglichkeiten auf die Preisentwicklung sind stark geschrumpft, seitdem die USA mit Fracking rekordhohe Mengen an Öl produzieren. Es wird dennoch erwartet, dass die Entscheidung zugunsten einer Verlängerung der Kürzungsvereinbarung ausfällt, mindestens um 3, maximal um 9 Monate.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

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