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Konjunktursignale der nächsten Tage

9. März 2018

In der kommenden Woche stehen am Dienstag und Mittwoch die US-Verbraucherpreise beziehungsweise der US-Einzelhandelsumsatz im Fokus. Am Freitag sollte man auf den für die Europäische Zentralbank sehr wichtigen Arbeitskostenindex achten. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-03-09 Wochenvorschau

Dienstag: Die Inflationsrate der US-Verbraucherpreise dürfte im Februar auf 2,3 % angestiegen sein. Ausschlaggebend hierfür waren die Energiepreise. Diese haben zwar gegenüber dem Vormonat nahezu stagniert. Aber wegen des Energiepreisrückgangs im Februar 2017 resultiert ein so genannter Basiseffekt, der zum Anstieg der Jahresveränderungsrate führt. Für die Abgrenzung ohne Lebensmittel- und Energiepreise erwarten wir einen Anstieg der Inflationsrate von 1,8 % auf 1,9 %. Insbesondere im Bereich der Mieten, und zwar speziell im Bereich Hotelübernachtungen, deutet sich ein stärkerer Preisanstieg an. Hier kam es im Monat zuvor zu einem relativ kräftigen Preisrückgang, der auf eine unzureichende Saisonbereinigung zurückzuführen ist. Üblicherweise folgt in solchen Fällen im Folgemonat der entsprechende Rückpralleffekt.

Mittwoch: War‘s das schon? Im Dezember 2017 beschloss der US-Kongress eine Steuersenkung auch für die privaten Haushalte. Nach ersten Berechnungen des Bureau of Economic Analysis sank hierdurch die Steuerlast der privaten Haushalte im Januar (annualisiert) um 115,5 Mrd. US-Dollar. Zudem profitierten sie von einmaligen Lohnprämien in Höhe von 30 Mrd. US-Dollar. Die höheren verfügbaren Einkommen wären eigentlich ein Grund, für die US-Einzelhandelsumsätze im Februar einen kräftigen Zuwachs zu erwarten. Der Blick auf die Einzelhandels­umsätze der vergangenen Monate deutet aber an, dass die privaten Haushalte einen großen Teil der Steuerersparnis bereits Ende des vergangenen Jahres ausgegeben hatten. Wir erwarten daher nur eine unauffällige Umsatzentwicklung.

Freitag: Der an diesem Tag zur Veröffentlichung anstehende Arbeitskostenindex in Euroland für das vierte Quartal 2017 misst die Gesamtheit aller Kosten, die einem Arbeitgeber für eine geleistete Arbeitsstunde entstehen. Ein enger Zusammenhang mit der Inflation ergibt sich jedoch nur dann, wenn man sich auf einen Teilbereich dieses Indikators konzentriert, nämlich den Anstieg der Löhne und Gehälter in der gewerblichen Wirtschaft (siehe Abbildung). Dieser betrug im dritten Quartal 2017 2,0 %, was bei einer leicht steigenden Arbeitsproduktivität mittelfristig mit einer Kerninflation knapp über 1,0 % einhergehen sollte. Es konkurrieren alternative Erklärungen dafür, warum die Löhne bislang so wenig auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit reagiert haben. Wir rechnen für das vierte Quartal mit einer allmählich stärker werdenden Lohnentwicklung.

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