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Konjunktursignale der nächsten Tage

20. April 2018

Diese Woche stehen der EZB-Zinsentscheid und der deutsche ifo Index im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-04-20 Wochenvorschau

Dienstag:  Bei der Veröffentlichung des ifo Geschäftsklimas sind einige Neuerungen zu beachten. Erstens fand eine Umbasierung statt, die aber die Indexstände mehr oder weniger nur parallel nach unten verschob. Gravierender ist die Erweiterung des ifo Geschäftsklimas um die Dienstleister, die nun mit über 50 % den Löwenanteil im neuen Indikator stellen. Bislang war das verarbeitende Gewerbe die beherrschende Größe. Diese Neuerung brachte tatsächlich auch eine Veränderung des Verlaufs mit sich: Spekulierten wir im letzten Monat noch, ob der der eindeutige Abwärtstrend bereits eingesetzt haben dürfte, ist das nun Gewissheit: Der April setzt die bisherige Reihe von vier Rückgängen in Folge fort. .

Donnerstag: Bei dieser Ratssitzung dürfte die EZB keine wesentlichen Änderungen an ihrer Kommunikation beschließen. Insbesondere dürfte sie weiterhin in Aussicht stellen, ihre Wertpapierkäufe fortzusetzen, bis eine nachhaltige Zunahme der Inflation zu erkennen ist. Bei ihrem Treffen Anfang März waren die Notenbanker zwar der Meinung, diesem Ziel schon ein Stück näher gekommen zu sein. Ihr Optimismus beruhte jedoch in erster Linie auf der Stärke des wirtschaftlichen Aufschwungs. Einige seither veröffentlichte Konjunkturdaten fielen schwächer aus als erwartet, während der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie andere geopolitische Risiken zugenommen haben. Die EZB dürfte daher einen weiterhin vorsichtigen Ausblick auf ihre zukünftige Geldpolitik formulieren.

Freitag: Nach drei verhältnismäßig kräftigen Quartalen hat sich die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft im ersten Quartal abgeschwächt. Gegenüber dem Vorquartal und auf das Gesamtjahr hochgerechnet dürfte der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts bei 2,0 % gelegen haben. Dies ist aus zweierlei Hinsichtlich bemerkenswert: Zu Beginn des Jahres erfolgten umfangreiche Steuersenkungen – vor diesem Hintergrund ist die Wachstumsverlangsamung enttäuschend. Allerdings wird die Wirtschaftsentwicklung dank einer unzureichenden Saisonbereinigung im ersten Quartal nach unten verzerrt. Rechnet man diese Verzerrung heraus, dann dürfte das Wirtschaftswachstum nur geringfügig schwächer gewesen sein als zuvor. Allerdings dürfte ein wesentlicher Wachstumstreiber von der Normalisierung der Lagerinvestitionen stammen.

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