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Konjunktursignale der nächsten Tage

In der kommenden Woche melden Deutschland und Japan die Daten für das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal (Dienstag bzw. Mittwoch). Außerdem lohnt ein Blick auf die chinesische Industrieproduktion am Dienstag. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-05-11 Wochenvorschau

Dienstag: Wenn in der kommenden Woche das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal veröffentlicht wird, dann dürfte das zu einigen langen Gesichtern führen: Statt eines bis vor kurzem noch erwarteten Wachstums von 0,6 % im Vorquartalsvergleich dürfte gerade einmal die Hälfte herauskommen. Inzwischen haben die meisten Prognostiker die recht schwachen Konjunkturindikatoren zur Kenntnis genommen, doch die Anpassung der Jahresprognosen steht noch aus. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass es sich lediglich um eine temporäre Schwäche handelt. So berichten die Unternehmen von ausgeprägten Engpässen bei Material, Maschinen und Personal, während sie sich gleichzeitig einer sehr hohen Nachfrage gegenübersehen.

Dienstag: Die chinesische Industrieproduktion enttäuschte im März mit einem Zuwachs in der Jahresrate von nur 6,0 %. Im selben Monat sanken die Exporte überraschend um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr. In beiden Fällen dürfte der späte Termin für das Neujahrsfest die Aktivität im März belastet haben. Im April stiegen die Exporte in einer Nachholbewegung um 12,9 %, und auch für die Industrieproduktion erwarten wir wieder eine höhere jährliche Wachstumsrate von 6,3 %. Die Einkaufsmanagerindizes deuten ebenfalls auf eine solide Produktionsentwicklung im April hin. Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir lediglich mit einer moderaten Wachstumsabschwächung. Abwärtsrisiken ergeben sich vor allem durch den Handelskonflikt mit den USA, wenngleich wir die bislang angekündigten Maßnahmen als konjunkturell verkraftbar einstufen.

Mittwoch: Das anhaltende Wirtschaftswachstum in Japan wurde in den vergangenen Quartalen oftmals als Indiz für den synchronen globalen Aufschwung verwendet. Acht Quartale hielt diese Wachstumsserie bislang an. Für japanische Verhältnisse ist dies ungewöhnlich lang. Im ersten Quartal ist das japanische Bruttoinlandsprodukt vermutlich erneut angestiegen. Der von uns erwartete Anstieg ist aber gering, sodass schon eine kleine Enttäuschung eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts bedeuten würde. Dabei deuten Frühindikatoren auf eine weiterhin relativ gute Investitionsdynamik der Unternehmen hin. Allerdings dürfte der private Konsum gegenüber dem Vorquartal rückläufig gewesen sein, und vom Außenhandel kam wohl auch keine Schützenhilfe.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

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