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Konjunktursignale der nächsten Tage

3. Juni 2018

Diese Woche stehen die deutsche Nettoproduktion und der deutsche Arbeitskostenindex im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-06-01 Wochenvorschau

Mittwoch: Die indische Notenbank entscheidet am Mittwoch über ihre Geldpolitik. Die Währungshüter haben die Märkte in den vergangenen Monaten bereits darauf vorbereitet, dass der nächste Leitzinsschritt eine Anhebung sein wird. Für höhere Zinsen spricht vor allem die Preisentwicklung: Die Inflationsrate stieg im April von 4,3 % auf 4,6 % und liegt damit über dem Inflationsziel von 4 %. Die Kernrate legte sogar von 5,3 % auf 6,1 % zu. Dennoch erwarten wir, dass die erste Zinsanhebung seit Januar 2014 erst auf dem nächsten Treffen im August erfolgen wird. Dafür spricht, dass das geldpolitische Komitee bislang einen neutralen Kurs verfolgt und die Märkte zunächst darauf vorbereiten dürfte, dass der Kurswechsel nach sieben Zinssenkungen bevorsteht.

Freitag: Die sehr mäßige Lohnentwicklung in Deutschland ist ein wesentlicher Grund für die anhaltend niedrige Inflation im gesamten Euroraum. Denn trotz einer immer weiter sinkenden Arbeitslosenquote hat der Anstieg des Arbeitskostenindex Ende letzten Jahres sogar nachgelassen. In letzter Zeit mehrten sich jedoch die anekdotischen Evidenzen, dass es den Unternehmen schwerer fällt, offene Stellen zu besetzen. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Löhne schon bald wieder etwas stärker steigen werden. In den Medien stark beachtete Tarifabschlüsse, wie die für die Metall- und Elektroindustrie sowie den öffentlichen Dienst, dürften sich im ersten Quartal dieses Jahres aber noch nicht im vollen Umfang ausgewirkt haben.

Freitag: Die deutsche Wirtschaftsdynamik hat sich im ersten Quartal verlangsamt. Dazu beigetragen hat auch die deutsche Industrie. Denn die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat einen missglückten Jahresstart hingelegt. Daran konnte auch die positive Überraschung bei der deutschen Nettoproduktion im März nichts mehr ändern. Die Hoffnung, dass der März nun die Wende für die deutsche Industrie in diesem Jahr war, dürfte zum Auftakt des zweiten Quartals unerfüllt bleiben. Wir rechnen im April nur mit einem schwachen Plus bei der Nettoproduktion in Deutschland. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Industrieumsätze haben sich in Deutschland seit Jahresanfang nur enttäuschend entwickelt.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

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