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Konjunktursignale der nächsten Tage

8. Juni 2018

Neben den Zinsentscheiden in den USA (Mittwoch) und in der Europäischen Währungsunion (Donnerstag) stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen (Dienstag) im Zentrum des Interesses. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-06-08 Wochenvorschau

Dienstag: Als die Finanzmarktanalysten letzten Freitag von sentix nach ihren Einschätzungen gefragt wurden, standen sie noch unter dem Eindruck der jüngsten Nachrichten über die Verhängung von US-Zöllen und die neue italienische Regierung. Entsprechend steil ging es mit der Stimmung in den Keller. All dies geht auch in die ZEW-Umfrage ein, nur dass nun auch noch der Handelsstreit weiter zu eskalieren droht. Die Meinungsverschiedenheiten im Vorfeld des G7-Gipfels dürften sich als weiterer Stimmungsdämpfer bemerkbar machen. Wir erwarten daher einen spürbaren Rückgang der ZEW-Konjunktur­erwartungen für Deutschland sowie eine moderate Korrektur der Lageeinschätzung.

Mittwoch: Die Fed dürfte sehr wahrscheinlich bei diesem Zinsentscheid die nächste Anhebung ihres Leitzinsintervalls um 25 Basispunkte beschließen. Aufgrund der zuletzt etwas besseren Konjunkturindikatoren dürfte auch die Einschätzung der aktuellen Lage etwas positiver ausfallen als noch beim Zinsentscheid Anfang Mai. Das Hauptaugenmerk wird aber auf den aktualisierten makroökonomischen Projektionen liegen. Aus unserer Sicht gibt es hierbei nur wenig Änderungsbedarf. Einzig die Medianwerte für die Projektionen der Leitzinsniveaus für Ende 2018 und Ende 2019 könnten möglicherweise etwas nach oben gehen.

Donnerstag: Die Unsicherheit über den Kurs der neuen italienischen Regierung scheint die EZB nicht zu beeinflussen. Im Vorfeld dieser Ratssitzung haben einige Notenbanker gefordert, über die Beendigung des Wertpapierkaufprogramms zu diskutieren. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die EZB ihre Nettokäufe im vierten Quartal auslaufen lassen wird. Mit einer Ankündigung dessen rechnen wir jetzt jedoch noch nicht. Stattdessen dürfte die EZB mit neuen makroökonomischen Projektionen und Draghis begleitenden Kommentaren signalisieren, dass die Voraussetzungen für den nächsten Schritt des geldpolitischen Ausstiegs gegeben sind. Bleiben negative Überraschungen bis zur Ratssitzung Ende Juli aus, dürfte sich die EZB dann auf einen Zeitplan für die Einstellung der Wertpapierkäufe festlegen.

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