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Konjunktursignale der nächsten Tage

20. Juli 2018

Diese Woche stehen der deutsche ifo-Index und der Zinsentscheid der EZB im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-07-20 Wochenvorschau

Mittwoch: Es ist nicht die Zeit für großen Optimismus. Die Konjunkturindikatoren kamen zwar zuletzt wieder besser herein, doch die politischen Risiken sind derzeit dominant. Der Handelsstreit ist Anfang Juli mit der gegenseitigen Verhängung von Zöllen durch die USA und China in eine neue Runde gegangen, und noch in diesem Monat könnte das Eskalationsrad weiter gedreht werden. Die USA wollen weitere Zölle gegen China und möglicherweise Autozölle u.a. gegen die EU verhängen. Die Drohungen, aber auch das erratische Verhalten des US-Präsidenten dürften auf der Unternehmensstimmung gelastet haben. Wir erwarten daher einen weiteren Rückgang des ifo Geschäftsklimas, das sich seit Dezember 2017 im Abwärtstrend befindet.

Donnerstag: Die EZB geht davon aus, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung im Euroraum fortsetzen und letztlich auch zu etwas mehr Inflation führen wird. Gleichzeitig sieht sie diesen Ausblick jedoch mit einer außergewöhnlich großen Unsicherheit behaftet, unter anderem wegen der Handelskonflikte mit den USA und der gestiegenen Risikowahrnehmung auf den Finanzmärkten. Entsprechend vage sind ihre Aussagen zur zukünftigen Geldpolitik. Bei der jetzt anstehenden Ratssitzung dürfte sie ihre Ankündigungen vom Juni wiederholen, ohne dabei konkreter zu werden: Die EZB „antizipiert“ eine Einstellung der Wertpapierkäufe zum Jahresende und „erwartet“, dass die Leitzinsen bis mindestens Sommer nächsten Jahres auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben.

Freitag: Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal deutlich Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA dürfte in diesem Zeitraum um 4,1 % auf das Gesamtjahr hochgerechnet gegenüber dem Vorquartal angestiegen sein. Hierbei half eine stärkere wenn auch nicht kräftige Konsumdynamik. Bedeutsame Wachstumsbeiträge kamen zu dem vom Außenhandel und von einer Normalisierung der Lagerinvestitionen. Monatliche Indikatoren deuten eine gute aber keine überragende Investitionsdynamik der Unternehmen an. Insoweit lässt sich weiterhin nur abwarten, ob sich die zu Beginn des Jahres beschlossene Unternehmenssteuerreform auch in einem grundsätzlich höheren Wachstumspfad niederschlägt. Neben den Daten zum zweiten Quartal werden auch die vergangenen Jahre einer Revision unterzogen.

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