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Konjunktursignale der nächsten Tage

20. August 2018

Diese Woche stehen die US-Geldpolitik und die Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-08-17 Wochenvorschau

Mittwoch bis Donnerstag: Eine chinesische Delegation reist nach Washington, um nach Wegen zu suchen, eine weitere Eskalation im Handelsstreit zu vermeiden. Beide Seiten haben in den vergangenen Monaten jeweils Importe im Volumen von 50 Mrd. US-Dollar mit Strafzöllen belegt, und die USA haben angedroht, weitere chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. US-Dollar durch Zölle zu verteuern. Die Tatsache, dass an den Gesprächen keine hochrangigen Regierungsmitglieder teilnehmen werden, macht einen Durchbruch unwahrscheinlich. China wird auch in weiteren Verhandlungen kaum in der Lage sein, Maßnahmen anzubieten, die geeignet wären, den hohen bilateralen Handelsüberschuss massiv zu verringern, wie die USA dies fordern.

Donnerstag: Die europäische Wirtschaft hat im ersten Halbjahr 2018 einen Gang zurückgeschaltet. Eine weitere Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik im dritten Quartal ist bislang nicht zu erkennen. Die Stimmung in der Wirtschaft in Euroland ist nach wie vor gut. Darauf dürfte auch der Einkaufsmanagerindex im August hindeuten. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Industrie als auch für den Teilindex der Dienstleister. Mit mehr als einer schwachen Seitwärtsbewegung ist allerdings nicht zu rechnen. Aus Umfragen geht hervor, dass die Unternehmen mit Engpässen bei Material und Arbeit zu kämpfen haben. Gleichzeitig ist die Unsicherheit über die weltwirtschaftliche Entwicklung durch Protektionismus und Schwellenländerprobleme hoch.

Donnerstag bis Samstag: Auf dem Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City in Jackson Hole kommen Zentral-banker, Wirtschaftswissenschaftler und wichtige Finanzmarktakteure zusammen. Der Titel des diesjährige Treffens ist mit „Changing Market Structure and Implications for Monetary Policy“ klingt nach eher technischen Diskussionen. Erstmals wird Jerome Powell in seiner Funktion als neuer Fed-Chef auf dem Treffen einen Vortrag halten und über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen sowie den geldpolitischen Ausblick sprechen. Neben verschiedenen ökonomischen Beiträgen werden aber auch diverse Interviews von verschiedenen Zentralbankern Einblick in deren aktuellen makroökonomischen Einschätzungen vermitteln. Insbesondere Antworten zur Fed-Bilanz-reduzierung und deren Auswirkungen sowie über die Höhe des neutralen Leitzinses in den USA sind derzeit spannend.

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