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Konjunktursignale der nächsten Tage

30. September 2018

In der kommenden Woche schauen wir auf die Tankan-Umfrage in Japan (Montag), auf den Leitzinsentscheid in Indien (Freitag) und den US-Arbeitsmarktbericht (Freitag). Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-09-28 Wochenvorschau

Montag: Die Stimmung der japanischen Großunternehmen dürfte auch im dritten Quartal relativ gut gewesen sein. Wir erwarten, dass der quartalsweise erhobene Tankan-Bericht kaum Stimmungsveränderungen beinhalten wird. Monatliche Stimmungsindikatoren deuten nur leichte Schwankungen während des Quartals an. Die bisherigen Konjunkturdaten für das dritte Quartal sind allerding eher ernüchternd: Der private Konsum ist im Juli in realer Rechnung gefallen, die Investitionsindikatoren waren im selben Monat ebenfalls rückläufig, und die Außenhandelsdaten deuten bis einschließlich August einen negativen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt an, sodass eine Schrumpfung im dritten Quartal nicht ausgeschlossen werden kann.

Freitag: Die indische Notenbank hat bei den zwei vergangenen Zinsentscheiden den Leitzins auf nunmehr 6,5 % angehoben. Eigentlich hatte sie geplant, zunächst abzuwarten, wie sich diese Straffung auf Konjunktur und Preise auswirkt. Doch die Schwäche der indischen Rupie dürfte zur Folge haben, dass dieser Plan über den Haufen geworfen wird. Das hohe Leistungsbilanzdefizit hat dazu geführt, dass die Rupie seit Jahresbeginn rund 12 % gegenüber dem US-Dollar verloren hat und damit die schwächste Währung in Asien ist. Die Inflationsrate fiel zwar im August von 4,2 % auf 3,7 %, und damit unter das Ziel von 4 %. Doch die Entwicklung war stark durch die volatilen Nahrungsmittelpreise getrieben, sodass auch die Preisentwicklung einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte nicht entgegensteht.

Freitag: Der US-Arbeitsmarktbericht für September dürfte unterstreichen, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin auf einem kräftigen Wachstumspfad befindet. Seit Beginn des Jahres wurden durchschnittlich gut 200.000 Stellen pro Monat geschaffen, und mit einem ähnlich hohen Zuwachs rechnen wir auch für September. Hierbei deuten die bislang vorliegenden Frühindikatoren sogar einen etwas stärkeren Anstieg an. Gleichwohl lassen sich Belastungen durch Überschwemmungen, verursacht durch Hurrikan Florence, nicht ganz ausschließen. Mit größerer Spannung werden von den Marktteilnehmern die Lohndaten verfolgt. Die durchschnittlichen Stundenlöhne dürften zwar um 0,3 % gegenüber dem Vormonat überdurchschnittlich ansteigen. Aufgrund eines Basiseffekts sinkt die Jahresveränderungsrate dennoch auf 2,7 %.

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