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Konjunktursignale der nächsten Tage

Neben der Jahrestagung des IWF sollte man auf die Sentix-Konjunkturumfrage für Euroland und die deutschen Produktionsdaten am Montag sowie auf die US-Inflation am Donnerstag achten. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-10-05 Wochenvorschau

Montag: Die Politik lässt die Märkte nicht los. Zwar gab es Erleichterung über die Einigung auf ein NAFTA-Folgeabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Gleichwohl ist es vor allem für die USA ein Gewinn, weniger für die Vertragspartner und noch weniger für den freien Warenaustausch. Mit aller Wucht kommen dafür nun Stimmungsbelastungen aus Italien. Die neue Regierung setzt auf Konfrontation mit der EU und kokettiert mit einem Euro-Austritt. Auch aus Großbritannien kommen keine Nachrichten, die für Entspannung sorgen. Somit scheint eine Eintrübung der Stimmung der Finanzmarktanalysten unumgänglich. Wir erwarten in der Sentix-Umfrage im September eine schlechtere Einstufung der Lage und der Erwartungen für die Eurozone.

Montag: Nicht nur die Autofahrer leiden unter dem Dieselskandal. Weil es den Automobilherstellern nicht gelingt, schnell genug die neuen Typenzulassungen zu erhalten, wird die Produktion gedrosselt. Das sah man eindrucksvoll in den Juli-Daten. Im August könnte dieser Effekt durch die Werksferien abgeschwächt werden, sollte aber im Folgemonat wieder mit großer Wucht zuschlagen. Einen ersten Hinweis auf diese Entwicklung gaben die Industrieumsätze, die nahezu stagnierten. Für die Industrie rechnen wir daher mit einem sehr bescheidenen Plus. Dem dürfte aber ein negativer Rückpralleffekt auf den starken Anstieg der Bauproduktion im Vormonat gegenüberstehen, sodass in der Summe die Produktion im produzierenden Gewerbe im August kaum mehr als stagnieren sollte.

Donnerstag: Die Jahresteuerung der US-Verbraucherpreise dürfte im September erneut gesunken sein. Hauptverantwortlich sind hierfür die Energiepreise. Deren Jahresteuerung lag in den vergangenen vier Monaten oberhalb von 10 % und wird nun auf knapp 5 % absacken. Lässt man Energie- sowie die ebenfalls volatilen Lebensmittelpreise außen vor, dann dürfte die Jahresteuerung der sogenannten Kernrate von 2,2 % auf 2,3 % leicht ansteigen. Insbesondere für die zuvor ungewöhnlich deutlich gesunkenen Preise für Bekleidung erwarten wir nun einen kräftigen Preisanstieg. Insgesamt sollten die Daten den Eindruck der vergangenen Monate erhärten, dass der allgemeine Preisdruck leicht zunimmt, was wiederum der Fed die Möglichkeit gibt, das Leitzinsintervall in moderatem Tempo anzuheben.

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