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Konjunktursignale der nächsten Tage

14. Oktober 2018

Diese Woche stehen die US-Einzelhandelsumsätze und das chinesische BIP im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2018-10-12 Wochenvorschau

Montag: Die US-Einzelhandelsumsätze dürften im September leicht überdurchschnittlich angestiegen sein. Insbesondere das kräftige Plus bei den Fahrzeugverkäufen deutet im Bereich der Autohändler einen starken Umsatzzuwachs an. Der jüngste Arbeitsmarktbericht hat allerdings auch verdeutlich, dass von Hurrikan „Florence“ Beeinträchtigungen ausgingen. Vor allem im Gastronomiebereich dürfte daher eine schwache Umsatzentwicklung gemeldet werden. Zusammen mit dem Septemberplus läge für das dritte Quartal insgesamt ein aufs Jahr hochgerechneter Anstieg gegenüber dem Vorquartal in Höhe von 6,2 % vor. Dies wäre leicht schwächer als im Quartal zuvor, entspräche aber nahezu exakt dem Durchschnitt der vergangenen drei Quartale.

Dienstag: Noch zu Beginn der Woche zeigten sich die Finanzmarktanalysten in der sentix-Umfrage außergewöhnlich zuversichtlich. Trotz der Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China und trotz des Haushaltstreits mit Italien legten die Lageeinschätzung und die Konjunkturerwartungen für Deutschland zu. Seither hat sich kaum etwas verändert, und doch brachen die Märkte ein. Die vorsichtigere Einschätzung der globalen Konjunktur durch den Internationalen Währungsfonds und die Warnungen vor möglichen Risiken haben sich belastend ausgewirkt. Dennoch dürfte die Mehrheit der vom ZEW Befragten schon vorher ihre Antworten abgegeben haben, weshalb wir mit einer leichten Verbesserung der ZEW-Konjunktur­erwartungen für Deutschland im Oktober rechnen.

Freitag: Die Verschärfung des Handelskonflikts mit den USA lastet auf dem Ausblick für die chinesische Wirtschaft. Das dritte Quartal war davon allerdings noch nicht stark betroffen, da die Sanktionen erst zum Ende des Quartals deutlich verschärft wurden. Das BIP-Wachstum wird sich daher nach unserer Schätzung nur um ein Zehntel Prozentpunkt auf 6,6 % im Jahresvergleich verlangsamt haben. Die Konjunkturzahlen für September dürften das Bild einer nur moderat an Schwung verlierenden Wirtschaft bestätigen. In den kommenden Quartalen dürfte die Regierung ihre Bemühungen zur Konjunkturstützung verstärken, um die negativen Effekte des Handelskonflikts zu kompensieren. Aufgrund der hohen Verschuldung ist der Spielraum dafür jedoch beschränkt.

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