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Konjunktursignale der nächsten Tage

In der kommenden Woche schauen wir auf die Novemberdaten für das deutsche produzierende Gewerbe, dessen Entwicklung durch die Probleme der Automobilindustrie und durch das Niedrigwasser gehemmt wird. Das Economic Sentiment für die Eurozone am Dienstag wird einen merklichen Rückgang bringen. Am Freitag runden US-Inflationsdaten die Woche ab. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-01-04 wochenvorschau

Dienstag: 2018 war in Deutschland das Jahr der Sonderfaktoren: Im ersten Halbjahr bremsten Grippe und Streiks die Produktionstätigkeit. Im zweiten Halbjahr hemmte die schleppende Zertifizierung von Fahrzeugen nach dem neuen WLTP-Prüfverfahren. Im November war die Pkw-Produktion erneut rückläufig. Zu den altbekannten Problemen kam noch das Niedrigwasser hinzu. Die chemische Industrie und die Stahlindustrie berichteten von Logistikproblemen wegen der niedrigen Pegelstände. Laut Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft könnten die Transportprobleme die Produktion im vierten Quartal insgesamt um rund 0,5 Prozentpunkte gedämpft haben. Wir erwarten daher im November einen Rückgang der Produktion im deutschen produzierenden Gewerbe.

Dienstag: Inzwischen hat man sich an sinkende Stimmungsindikatoren gewöhnt. Das Economic Sentiment für Euroland machte die Abwärtsbewegung bislang aber nur sehr verhalten mit. Im Dezember dürfte es nun aber einen guten Teil der Abwärtsbewegung nachgeholt haben und merklich in den Normalbereich eingetaucht sein. Dabei weisen alle Komponenten nach unten. Allein 0,8 Punkte der Abwärtsbewegung gehen auf das Konto des gesunkenen Konsumentenvertrauens, fast ebenso viele auf das des gesunkenen Industrievertrauens und 0,4 Punkte auf das des Dienstleistungsvertrauens. Insgesamt zeichnet das Economic Sentiment aber weiterhin ein optimistisches und im Vergleich zum tatsächlichen Wirtschaftswachstum übertrieben gutes Bild.

Freitag: Im Dezember dürfte die Inflationsrate der US-Verbraucherpreise erstmals seit Sommer 2017 unterhalb des Inflationsziels der Fed in Höhe von 2,0 % notiert haben. Energiepreisbedingt sollte die Inflationsrate auf 1,9 % gesunken sein, und die ersten Tageswerte im Jahr 2019 für die Benzinpreise deuten an, dass die Inflationsrate zu Jahresbeginn noch deutlicher absacken wird. Die Inflationsrate in der Abgrenzung ohne die schwankungsreichen und geldpolitisch nicht steuerbaren Bereiche Energie und Nahrungsmittel dürfte sich im Dezember dagegen kaum verändert haben. Seit März vergangenen Jahres liegt hier die Inflationsrate in einem engen Wertebereich zwischen 2,1 % und 2,3 %. Für Dezember erwarten wir eine unveränderte Inflationsrate in Höhe von 2,2 %.

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