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Konjunktursignale der nächsten Tage

In der kommenden Woche richten sich am Dienstag alle Augen auf die Abstimmung des britischen Parlaments über das Brexit-Verhandlungsergebnis. Am gleichen Tag wird auch die Schnellschätzung des deutschen Bruttoinlandsprodukts für 2018 veröffentlicht. Vielleicht – der Regierungs-Shutdown in den USA macht das unsicher, werden am Mittwoch die US-Einzelhandelsumsätze gemeldet. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-01-11 wochenvorschau
Dienstag: Die letzte zu nehmende Hürde im Brexit-Prozess ist die Zustimmung des britischen Parlaments zum Austrittsabkommen, das die Premierministerin May im November mit der EU ausgehandelt hat. Bei einer mehrheitlichen Zustimmung wäre am 29. März ein geordneter Brexit mit einer Übergangsphase zu erwarten. Doch dies ist alles andere als sicher. Immer noch fürchten die Brexiteers, auf unbegrenzte Zeit in der Notfalllösung einer Zollunion stecken zu bleiben (und damit keine eigene Handelspolitik umsetzen zu können). Sollte das britische Parlament am 15. Januar das Austrittsabkommen ablehnen, müsste die Regierung innerhalb von drei Tagen einen Plan B vorlegen, eine weitere Abstimmung würde folgen. Die Szenarien eines ungeordneten Brexits und einer Verschiebung des Austritts sind dadurch wesentlich wahrscheinlicher geworden.

Dienstag: Wie immer Anfang Januar eines jeden Jahres legt das Statistische Bundesamt seine Schnellschätzung für das Wachstum im abgelaufenen Jahr vor. Für 2018 dürfte – gemessen an der Euphorie zu Jahresbeginn 2018 – eine sehr ernüchternde Zahl veröffentlicht werden. Um 1,5 % ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr angestiegen. Verhaltenere Auslandsgeschäfte und zahlreiche Sonderfaktoren wie die Zulassungsprobleme der Automobilindustrie dämpften das Wachstum. Insbesondere das zweite Halbjahr enttäuschte mit einer Schrumpfung im dritten Quartal und wohl nur einem geringen Plus im vierten Quartal. Über die Konjunkturdynamik zu Jahresende werden zwar noch keine Zahlen veröffentlicht, traditionell gibt das Statistische Bundesamt aber in der Pressekonferenz eine erste Einschätzung hierzu.

Mittwoch: Makrodaten sind stets mit Unsicherheit behaftet. Diese Unsicherheit bezieht sich normalerweise auf die Prognose bzw. nach der Bekanntgabe auf die Datenqualität. Aufgrund des „Government Shutdown“ in den USA werden Makrodaten, die vom Wirtschaftsministerium erhoben werden, derzeit nicht veröffentlicht. Zu diesen „unsicheren“ Daten gehören auch die Einzelhandelsumsätze, deren Dezemberwerte planmäßig zur Mitte der Woche anstünden. Gute Autoabsätze sowie eine starke Lohnentwicklung deuten auf einen überdurchschnittlichen Zuwachs hin. Allerdings sind im Dezember die Benzinpreise auffallend deutlich gegenüber dem Vormonat gefallen. Auch ohne diesen Effekt dürfte sich die Umsatzentwicklung nach den zwei vorherigen kräftigen Anstiegen etwas moderiert haben.

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