Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

27. Januar 2019

Diese Woche stehen der US-Arbeitsmarktbericht und die Fed im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-01-25 wochenvorschau

Mittwoch: Seit Anfang des Jahres waren FOMC-Mitglieder bemüht, ihre Geduld in den Vordergrund zu stellen. So sollen erst dann wieder Leitzinserhöhungen von der Fed erfolgen, wenn die konjunkturellen Auswirkungen der jüngsten Finanzmarktturbulenzen absehbar sind. Beginnend mit diesem „kleineren“ Leitzinsentscheid wird Fed-Chef Powell nun stets eine Pressekonferenz geben. Aber auch das Statement zum Zinsentscheid verspricht Spannung: Die aktuelle Lageeinschätzung wird durch Shutdown bedingt fehlende Datenveröffentlichungen erschwert. Möglich ist, dass hierzu eine Anmerkung aufgenommen wird. Zudem dürfte der Hinweis bezüglich weiterer noch ausstehender Leitzinserhöhungen modifiziert werden. Ein stärker konditionierter Ansatz wäre hier denkbar.

Freitag: Die Inflation im Euroraum dürfte im Januar auf 1,2 % gegenüber Vorjahr zurückgehen. Obwohl der Ölpreis seinen Tiefpunkt bereits im Dezember durchschritten hat, sind die Verbraucherpreise von Benzin, Diesel und Heizöl in diesem Monat noch einmal deutlich gesunken. Sie liegen nun kaum noch über dem Vorjahresniveau, sodass sich die Gesamtinflationsrate der Kernrate annähert. In der Abgrenzung ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak zeichnet sich ab, dass der stärkere Anstieg der Löhne mittelfristig zu einem etwas kräftigeren Preisauftrieb führen wird. Aufgrund ungünstiger Basiseffekte dürfte dies im Januar jedoch noch nicht sichtbar werden, sodass wir mit einer unveränderten Kerninflation von 1,0 % rechnen.

Freitag: Bedingt durch den Shutdown in den USA werden zurzeit nur wenige makroökonomische Daten veröffentlicht. Der Arbeitsmarktbericht für Januar ist hiervon jedoch nicht betroffen. In den USA gilt als beschäftigt, wer bezahlt wird oder arbeitet. Im Falle von 380.000 Staatsdienern ist dies nicht der Fall. Unbekannt ist, wie viele von diesen Personen zumindest zwischenzeitlich an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind. Sollte der Shutdown auch bis zum 28. Januar andauern, dann würde das Bureau of Labor Statistics diese Personen zumindest in der Erstveröffentlichung als nicht beschäftigt zählen. Wir haben daher von unserer eigentlichen Prognose in Höhe von 160.000 Stellen einen Abschlag von 200.000 Stellen vorgenommen. Ähnliches gilt für die Arbeitslosenquote. Diese dürfte um ca. 0,2 Prozentpunkte nach oben verzerrt sein.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

%d Bloggern gefällt das: