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Konjunktursignale der nächsten Tage

3. März 2019

In der kommenden Woche sollte man aufmerksam die jährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses in China beobachten, die am Montag beginnt. Am Donnerstag tagt die der Rat der Europäischen Zentralbank und am Freitag kommt der US-Arbeitsbericht für Februar. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-03-01 Wochenvorschau

Dienstag: Die jährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses Chinas beginnt und wird sich über zwei Wochen erstrecken. Hier wird unter anderem das Bruttoinlandsprodukts-Wachstumsziel für 2019 verkündet, das wir bei 6 bis 6,5 % erwarten. Wichtiger wird aber sein, ob die Regierung bei ihrem Wirtschaftsausblick der Bewahrung der Finanzstabilität oder eher der Sicherstellung eines soliden Wirtschaftswachstums Vorrang einräumt. Wir erwarten, dass angesichts der Abschwächungstendenzen in der chinesischen Wirtschaft der Fokus stärker auf die Stärkung des Wirtschaftswachstums gelegt wird, wodurch unsere Erwartung gestärkt würde, dass sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal knapp über 6 % stabilisieren wird.

Donnerstag: Dem EZB-Rat werden bei dieser Sitzung neue makroökonomische Projektionen des Mitarbeiterstabs vorliegen. Die Abwärtsrevisionen beim erwarteten Wirtschaftswachstum dürften sich zumindest bis in das Jahr 2020 erstrecken. Dies soll­te den Notenbankern genügen, um ihre Forward Guidance da­hingehend anzupassen, dass die Leitzinsen mindestens bis gegen Ende des Jahres auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben werden. Damit wird die EZB die Markterwartungen zwar nicht wesentlich beeinflussen. Sie unterstreicht jedoch ihre Bereitschaft, auf eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Ausblicks zu rea­gieren. Erneute langfristige Refinanzierungsgeschäfte dürften auf der Pressekonferenz ebenfalls thematisiert werden. Eine Ent­scheidung erwarten wir jedoch erst bei einer späteren Sitzung.

Freitag: Der US-Arbeitsmarktbericht für Februar dürfte bestätigen, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin auf einem grundsätzlichen guten Wachstumspfad befindet. In den vergangenen sechs Monaten wurden durchschnittlich gut 230.000 Stellen pro Monat zusätzlich geschaffen. An diesen hohen Durchschnittswert wird der Monat Februar vermutlich nicht ganz anknüpfen können. Die bereits vorliegenden Frühindikatoren deuten eine leichte Abschwächung an. Wegen des Regierungsstillstands im Januar war die Arbeitslosenquote ca. um 0,2 Prozentpunkte nach oben verzerrt. Diese Verzerrung dürfte sich im Februar wieder zurückbilden. Hinsichtlich der Lohnentwicklung erwarten wir wenig Änderung: Die Jahresveränderungsrate dürfte wie im Vormonat bei 3,2 % gelegen haben.

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