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Konjunktursignale der nächsten Tage

Diese Woche stehen der Brexit und die US-Einzelhandelsumsätze im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-03-08 Wochenvorschau

Montag: Die Bekanntgabe der US-Einzelhandelsumsätze für Dezember bot eine faustdicke Überraschung, denn bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur wenige Anzeichen einer konjunkturellen Verlangsamung. Üblicherweise würde man vermuten, dass nach solch einem deutlichen Rückgang ein entsprechender positiver Rückprall erfolgt. Für den Monat Januar erwarten wir allerdings nur eine Stagnation. So waren im Gegensatz zum Vormonat die Autoverkäufe eher schwach. Bedeutsamer ist allerdings ein negativer Preiseffekt: Im Januar sind die Benzinpreise deutlich gefallen und dürften die Umsätze der Tankstellenbetreiber belastet haben. Sieht man hiervon ab, dann erwarten wir bedingt durch die US-Haushaltssperre (Government Shutdown) nur einen relativ kleinen Rückpralleffekt.

Dienstag: Das britische Parlament wird am 12. März zum zweiten Mal über das Austrittsabkommen abstimmen, das Theresa May mit der EU für den Brexit am 29. März ausgehandelt hatte. Zu ihrem Deal konnte May bisher allerdings keine Nachverhandlungserfolge vorweisen, wie sie das Parlament verlangt hatte. Somit wird diese Abstimmung erneut zu einer Zittterpartie. Sollte das Parlament Mays Deal wieder ablehnen, wird am 13. März über einen No-Deal-Brexit abgestimmt. Wird dieser erwartungsgemäß abgelehnt, folgt am 14. März die Abstimmung über eine Verlängerung der Austrittsfrist über den 29. März hinaus. Dabei sollten auch deren Dauer und Begründung, ob für Nachverhandlungen oder ein Referendum, diskutiert werden. Eine kurze Verlängerung dürfte es auch bei Annahme des May-Deals für die Brexit-Gesetzgebung geben.

Dienstag: Die Jahresteuerung der US-Verbraucherpreise ist in den vergangenen Monaten deutlich gefallen. Noch im Sommer vergangenen Jahres lag sie bei 3 %. Es folgte eine knappe Halbierung auf 1,6 %. Im Januar dürfte sich die Jahresveränderungsrate weiterhin auf diesem niedrigen Niveau befunden haben. Hintergrund für den Inflationsrückgang der vergangenen Monate waren schwächere Energiepreise. Diese entwickelten sich im Januar nicht auffallend, sodass der Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vormonat relativ unspektakulär über 0,2 % gegenüber dem Vormonat angestiegen sein sollte. Der Blick auf die Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) dürfte bestätigen, dass sich die grundsätzliche Preisentwicklung im Zielbereich der Fed befindet. Die Jahresteuerung dürfte hiernach leicht von 2,1 % auf 2,2 % angestiegen sein.

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