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Konjunktursignale der nächsten Tage

Handelsstreit und schlechte Konjunkturindikatoren, das ist der Stoff aus dem ein Rückgang des Sentix-Konjunkturindex gemacht ist. Am Dienstag wird dies zu sehen sein. Der Rest der Woche steht im Zeichen von Inflationsdaten: Am Mittwoch werden diese aus den USA und China gemeldet. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-06-07 Wochenvorschau

Dienstag: Im vergangenen Monat sah die Welt noch rosiger aus. Frühindikatoren wie der Sentix verbesserten sich, nicht zuletzt in der Hoffnung auf eine Stabilisierung der globalen Konjunktur. Und dann kam der US-Präsident und verkündete Zollerhöhungen gegen China, setzte Huawei auf eine schwarze Liste und beschloss Zölle gegenüber Mexiko. China ließ das nicht auf sich sitzen und antwortete mit Gegenmaßnahmen und Drohungen. Heute scheint eine Lösung des Handelsstreits weiter entfernt denn je. In diesem Umfeld werden die Stimmungsindikatoren nach unten drehen, in erster Linie die Erwartungen. Wir gehen beim Sentix-Gesamtindikator für Euroland im Juni von einer merklichen Korrektur nach unten aus.

Mittwoch: Entgegen dem globalen Trend ist die Inflationsrate in China in den vergangenen Monaten gestiegen. Wichtigster Treiber war der Anstieg der Schweinepreise infolge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinegrippe. Wir erwarten, dass die Inflationsrate im Mai von 2,5 % auf 2,8 % gestiegen ist. Da der Anstieg nicht auf eine Überhitzung der Wirtschaft zurückzuführen ist, wird die Zentralbank hierauf nicht mit einer Änderung ihrer Geldpolitik reagieren. Für sie dürfte die gegenwärtige Konjunkturschwäche im Vordergrund stehen. Die Zahlen zu Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen, die am Freitag veröffentlicht werden, dürften trotz leichter Anstiege die eher schwache Verfassung der Wirtschaft bestätigen.

Mittwoch: So schnell kann sich das Augenmerk der Finanzmarktakteure ändern: Noch vor kurzem sorgten in den USA überraschend schwache Preisdaten für Spekulationen über Leitzinssenkungen insbesondere im kommenden Jahr. Just in dem Zeitraum, in dem klar wurde, dass die enttäuschenden Inflationsdaten auf zeitlich befristete Sondereffekte zurückzuführen waren, sorgte der US-Präsident mit der erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit China für einen Schwenk. Nun wird eine drohende konjunkturelle Verlangsamung als Argument für eine baldige Leitzinssenkung angeführt. Solche Ängste dürften auch im Falle überraschend hoher Inflationsdaten Bestand haben. Für den Monat Mai erwarten wir aber eine relativ unspektakuläre Entwicklung der Verbraucherpreise.

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