Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

Diese Woche stehen die US-Verbraucherpreise und die deutsche Nettoproduktion im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-07-07 Wochenvorschau

Montag: Die deutschen Konjunkturindikatoren scheinen derzeit nur eine Richtung zu kennen: nach unten. So waren auch die Vorboten für die deutschen Produktionszahlen im Mai schlecht: sinkende Auftragseingänge wegen schlechter Bestellungen aus dem Ausland und sinkende Industrieumsätze. Doch möglicherweise kommt es nicht ganz so schlimm. Der Mai hatte in diesem Jahr ungewöhnlich wenige Ferien-, Feier- oder Brückentage. Diese Effekte werden zwar in der amtlichen Statistik berücksichtigt, können aber nie ganz eliminiert werden. Zudem war der April außergewöhnlich schlecht, was für eine Aufwärtsrevision oder eine Gegenbewegung spricht. Ein geringes Plus wäre schon erfreulich.

Mittwoch: Ende Juli steht der nächste Zinsentscheid der Fed an. Im Vorfeld hierzu hat Fed-Chef Powell bei der halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats die Möglichkeit, seine aktuelle Einschätzung zur Geldpolitik darzulegen. Derzeit wird an den Kapitalmärkten ganz fest mit einer Leitzinssenkung im Juli um 25 Basispunkte gerechnet, und eine Senkung um 50 Basispunkte wird nicht ausgeschlossen. Hingegen haben bis zuletzt führende FOMC-Mitglieder angedeutet, dass sie derzeit noch keine Notwendigkeit sehen, in der zweiten Jahreshälfte überhaupt an der Zinsschraube zu drehen. Sollte Powell weiterhin keine Leitzinssenkung im Juli präferieren, dann müsste er diesen Termin nutzen, um die Korrektur der Leitzinssenkungserwartungen einzuläuten.

Donnerstag: Anfang Mai erhöhte US-Präsident Trump den bestehenden Strafzoll für chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. US-Dollar von 10 auf 25 Prozent. Die Wirkung in Form von höheren inländischen Preisen dürfte sich nun in der Inflationsrate zeigen. So gibt es für die US-Verbraucherpreise im Juni zwei gegenläufige Effekte: Die Energiepreise haben sich in diesem Zeitraum schwächer als üblich entwickelt und sorgen dafür, dass der Preisanstieg gegenüber dem Vormonat nur gering sein wird und die Inflationsrate von 1,8 % auf 1,7 % fällt. Klammert man Energie- und Nahrungsmittelpreise aus, dann dürften die Zolleffekte dazu beitragen, dass die sogenannte Kernrate relativ kräftig ansteigt und deren Jahresteuerungsrate von 2,0 % auf 2,1 % zunimmt.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: