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Konjunktursignale der nächsten Tage

Diese Woche stehen die US-Verbraucherpreise und die EZB im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-09-06 Wochenvorschau

Mo.-Do.: Nach der Sommerpause ist vor der Zwangspause: Im Vereinigten Königreich ist die EU-freundliche Opposition auf einem guten Weg, ein Gesetz zur Vermeidung eines No-Deal-Brexits am 31. Oktober zu verabschieden. Gerade noch rechtzeitig, bevor Premierminister Johnson das Parlament spätestens am 12. September in die umstrittene Zwangspause bis Mitte Oktober schickt. Das Gesetz sieht vor, dass Johnson die EU um einen weiteren Brexit-Aufschub bis Ende Januar bitten muss, wenn bis zum 19. Oktober kein von allen akzeptierter Deal oder ein Parlamentsbeschluss für einen No-Deal-Brexit vorliegen. Somit würde die zuvor hohe Wahrscheinlichkeit für einen No-Deal-Brexit am 31. Oktober deutlich sinken. Das Brexit-Drama könnte aber noch einige Überraschungen parat haben, sollte Johnson nach mehreren Schlappen im Parlament weiterhin nach Wegen für einen Brexit Ende Oktober suchen.

Donnerstag: Bei der letzten EZB-Ratssitzung am 25. Juli hat Präsident Draghi die Erwartungen in Bezug auf eine weitere Runde der geldpolitischen Lockerung stark angefacht, ließ dabei die Kombination von Instrumenten aber offen. Für das jetzt anstehende Treffen im September zeichnet sich ein Konsens unter den Notenbankern ab, zu einem gestaffelten Einlagensatz überzugehen und diesen um 10 Basispunkte zu senken. Auch eine explizite Verknüpfung der zukünftig erwarteten Leitzinsniveaus mit der Inflationsentwicklung und attraktivere Konditionen der Langfristtender TLTRO-III sind wahrscheinlich. Demgegenüber sind erneute Nettowertpapierkäufe umstritten. Dennoch rechnen wir mit monatlichen Käufen von bis zu 30 Mrd. Euro, weil die EZB Zweifel an ihrer Handlungsfähigkeit ausräumen will.

Donnerstag: Die US-Verbraucherpreise dürften sich im August auf den ersten Blick relativ unauffällig entwickelt haben: Im Vormonatsvergleich erwarten wir nur einen leichten Preisschub und die Jahressteuerungsrate dürfte mit 1,8 % stagniert haben. Lässt man Nahrungsmittelpreise und Energiepreise außen vor, dann dürfte die sogenannte Kernrate zum dritten Mal in Folge relativ kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen sein, und die Jahresteuerungsrate dürfte mit 2,4 % ein neues zyklisches Hoch erreicht haben. Hintergrund hierfür sind zwei Effekte: Zu Beginn des Jahres gab es überraschend schwache Preisentwicklungen, die sich in den Folgemonaten langsam umkehrten. In diesen Preiskategorien (bspw. Bekleidung) besteht noch geringer Nachholbedarf. Darüber hinaus dürften die Zollanhebungen gegenüber China nachwirken.

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