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Konjunktursignale der nächsten Tage

22. September 2019

Diese Woche stehen der deutsche ifo-Index und die Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-09-20 Wochenvorschau

Montag: Im dritten Quartal droht in Euroland zwar kein Absturz der europäischen Wirtschaft, aber die schwache Entwicklung aus dem zweiten Quartal wird sich fortsetzen. Darauf dürfte auch der Einkaufsmanagerindex im September hindeuten. Dabei zeigen die Teilindizies sehr deutlich wo auch weiterhin die Probleme liegen: bei der europäischen Industrie. Der europäische Industrieindex liegt auf Rezessionsniveau und nur Frankreich hat einen Wert oberhalb der Expansionsmarke von 50 Punkten. Die eher binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleister stabilisieren die Wirtschaft. Ein abrutschen des Dienstleisterindex unter die 50 Punkte ist im September nicht zu befürchten.

Dienstag: Der September war geprägt durch allerlei gegenläufige Ereignisse. So gab es eine spürbare Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Im Vereinigten Königreich wurde zwar ein Gesetz gegen den „No-Deal-Brexit“ verabschiedet, doch Boris Johnson verfolgt den Austritt zum 31.10 weiter – koste es, was es wolle. Dagegen schürt der Drohnenangriff auf die saudische Ölinfrastruktur Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Streitigkeiten im Persischen Golf. Im Endeffekt bewegt sich das deutsche ifo Geschäftsklima im September weitgehend seitwärts, wobei auch die Entwicklung der Teilkomponenten gegensätzlich ist: Die Lageeinschätzung gibt nach, während die Geschäftserwartungen sich leicht verbessern.

Freitag: In den USA normalisiert sich wieder die Inflationsentwicklung. Das wichtigste Preismaß der Fed ist der Deflator der privaten Konsumausgaben und für den mittelfristigen Ausblick gilt hier die Abgrenzung ohne Lebensmittel und Nahrungsmittel als am aussagekräftigsten. Im August dürft der Deflator um 0,2 % gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Hierdurch steigt die Jahresteuerungsrate von 1,6 % auf 1,8 % an und läge damit nur noch wenig unterhalb des Inflationsziels der Fed in Höhe von 2 %. Ähnlich wie bei den Verbraucherpreisen sorgen drei Effekte für den nach oben gerichteten Trend: Nachholeffekte nach zuvor zu schwachen Preisschübe zu Beginn des Jahres, Zollanhebungen gegenüber chinesischen Waren und der zyklusbedingte und leicht zu nehmende Preisdruck.

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