Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

6. Oktober 2019

Neues von der deutschen Industrierezession wird am Dienstag zu erfahren sein. Am Donnerstag rücken die USA gleich zwei Mal in den Fokus: Zum einen werden Inflationsdaten veröffentlicht, zum anderen werden neue Handelsgespräche mit China aufgenommen. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-10-04 Wochenvorschau

Dienstag: Noch gibt es für das dritte Quartal kaum harte Daten, doch es scheint schon heute klar, dass es das siebte Quartal der deutschen Industrierezession gewesen sein wird. Damit entwickelt sich diese Industrierezession zur längsten der gesamtdeutschen Geschichte. Daran wird auch der leichte Anstieg der in der kommenden Woche zur Veröffentlichung anstehenden Produktionsdaten für August nichts ändern. Letztlich handelt es sich nur um eine kurze Verschnaufpause, die auch mit einer unterdurchschnittlichen Anzahl von Ferientagen für diesen Monat zu tun hat. Für die Zukunft deutet der Industrieeinkaufsmanagerindex weiteres Ungemach an. Die Produktion im produzierenden Gewerbe wird dank einer leicht steigenden Bauproduktion ebenfalls ein Plus aufweisen.

Donnerstag: Die Inflationsrate der US-Verbraucherpreise dürfte sich im September kaum verändert haben. Vor allem die Energiepreise verhindern einen Inflationsanstieg. In der statistisch engeren Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie (Kernrate) hatte es zuletzt drei auffallend kräftige monatliche Preisanstiege in Folge gegeben. Hierfür war das Durchwirken der Zollanhebungen gegenüber China-Waren verantwortlich. Zudem gab es positive Rückpralleffekte in Teilbereichen, die zu Beginn des Jahres eine auffallend schwache Preisentwicklung aufgewiesen hatten. Gemessen hieran dürfte sich die Kernrate im September wenig auffallend entwickelt haben: Wir erwarten einen monatlichen Preisanstieg um 0,2 % sowie eine unveränderte Veränderungsrate von 2,4 %.

Donnerstag/Freitag:  Laut Medienberichten sollen Ende der Woche neue Handelsgespräche zwischen den USA und China stattfinden. Im August waren die Gespräche nach nur einem Treffen wieder abgebrochen worden, und die USA leiteten eine neue Runde von Zollerhöhungen ein. Diesmal erwarten wir auf beiden Seiten mehr Bereitschaft, den Dialog über mehrere Runden fortzuführen. Die von den USA für den 15. Oktober angekündigten Zollerhöhungen dürften zunächst nicht umgesetzt werden, um keinen schnellen Abbruch der Gespräche zu riskieren. Eine umfassende Einigung halten wir aber für unwahrscheinlich, weil das gegenseitige Vertrauen, das dafür notwendig wäre, nicht vorhanden ist. Weitere Zollerhöhungen sind vor allem vom Wahlkampfkalkül Donald Trumps abhängig.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

%d Bloggern gefällt das: