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Konjunktursignale der nächsten Tage

Diese Woche stehen der deutsche ZEW-Index und das deutsche BIP im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2019-11-08 Wochenvorschau

Dienstag: „Handelskriege sind leicht zu gewinnen“. Von dieser Einschätzung scheint sich der US-Präsident in den letzten Wochen stillschweigend verabschiedet zu haben. So mehrten sich denn auch die guten Nachrichten über den Fortgang der „Waffenstillstandsverhandlungen“ zwischen den USA und China. Auch die frohe Kunde über die Annahme des Brexit-Deals durch das britische Unterhaus hat an den Kapitalmärkten für Zuversicht gesorgt. Zu guter Letzt kamen von den Konjunkturindikatoren keine neuen Hiobsbotschaften mehr. Kein Wunder also, dass die Finanzmarktanalysten spürbar zuversichtlicher nach vorne schauen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sollten sich daher im November spürbar verbessert haben.

Mittwoch: Die Fed hat Ende Oktober eine dritte und vermutlich letzte Leitzinssenkung beschlossen. In der anschließenden Pressekonferenz wurde Fed-Chef Powell gefragt, welche Voraussetzungen für eine baldige Leitzinserhöhung erfüllt sein müssten. Seine Antwort war eindeutig: mehr Inflation. Dies bedeutet, die Inflationsrate (gemeint ist der Deflator der privaten Konsumausgaben) muss über einen längeren Zeitraum oberhalb des Zielwertes notieren. Im Oktober dürften die US-Verbraucher­preise zwar relativ kräftig angestiegen sein. Hierfür sind aber vor allem die Energiepreise verantwortlich. In der engeren Abgrenzung erwarten wir eine unveränderte Inflationsrate. Diese läge zwar mit 2,4 % oberhalb des Zielwertes. Eine baldige Leitzinserhöhung lässt sich hieraus aber nicht ableiten.

Donnerstag: Keine „technische Rezession“! Das dürfte das Fazit des dritten Quartals werden. In einem schwierigen Umfeld schlug sich die deutsche Volkswirtschaft besser als erwartet. Vor allem dem Konsum der privaten Haushalte und der öffentlichen Hand ist es zu verdanken, dass es nicht weiter bergab ging. Insbesondere der stabile Arbeitsmarkt und die Folgen der Tariflohnabschlüsse der Jahre 2018/19 wirkten stabilisierend. Der Außenbeitrag bremste allenfalls in geringem Umfang. Die Investitionen in Ausrüstungen gingen aufgrund der politischen Unsicherheit zurück, die Bauinvestitionen stagnierten. Alles in allem dürfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal stagniert haben, und das ist in diesem Fall eine gute Nachricht.

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