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Konjunktursignale der nächsten Tage

20. Dezember 2019

Diese Woche stehen der chinesische Einkaufsmanagerindex und die deutsche Inflation im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier:2019-12-20 Wochenvorschau

Dienstag, 24.12.: In den Niederlanden hat der Nikolausabend eine deutlich höhere Bedeutung als Weihnachten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass der Welthandelsmonitor des Centraal Planbureau (CPB) für Oktober an diesem Nachmittag veröffentlicht wird. Unseren eigenen Berechnungen zufolge dürfte die Jahresveränderungsrate der globalen Industrieproduktion erstmals seit der großen Finanzkrise 2009 im negativen Terrain landen und damit eine globale Industrierezession signalisieren. Eine Industrierezession ohne eine gesamtwirtschaftliche Rezession gab es global zuletzt 2001/2002. Der Oktober dürfte allerdings auch schon den Tiefpunkt markiert haben, weil die ersten Länderdaten für November relativ kräftig ausfielen.

Dienstag, 31.12.: Die Einkaufsmanagerindizes für die chinesische Wirtschaft sind im November deutlich gestiegen. Die Anstiege im verarbeitenden Gewerbe wurden durch die gute Entwicklung der Industrieproduktion bestätigt. Trotz der vorläufigen Entspannung im Handelskonflikt bleiben die Konjunkturperspektiven allerdings gedämpft, da der Welthandel keine neue Dynamik entfaltet und die chinesische Regierung wirtschaftspolitisch weiterhin vorsichtig agiert. Wir erwarten daher, dass der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Dezember wieder leicht von 50,2 auf 49,9 Punkte gefallen ist. Auch der Index für den Dienstleistungssektor dürfte sein hohes Niveau aus dem November nicht ganz gehalten haben.

Freitag, 3.1.: In Deutschland dürfte die Inflation im Dezember relativ deutlich auf 1,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat zugenommen haben. Wichtigste Ursache hierfür sind Basiseffekte im Bereich Energiegüter. Zwar blieben die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl im Monatsvergleich quasi unverändert. Im Dezember 2018 waren jedoch erhebliche Preisrückgänge zu beobachten, die jetzt im Jahresvergleich zu Buche schlagen, sodass die Inflationsrate steigt. Die in diesem Jahr zeitweise großen Diskrepanzen zwischen dem nationalen Verbraucherpreisindex und dem europäischen Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), die auf methodischen Umstellungen bei der Berechnung der Preise von Pauschalreisen beruhten, sollten im Dezember weitgehend verschwunden sein.

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