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Konjunktursignale der nächsten Tage

12. Januar 2020

Neben den US-Verbraucherpreisen am Dienstag stehen Wachstumszahlen im Vordergrund: Am Mittwoch wird in Deutschland die Schnellschätzung des Bruttoinlandsprodukts für das Gesamtjahr 2019 veröffentlicht. Ende der Woche präsentiert China das Bruttoinlandsprodukt des vierten Quartals 2019. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-01-10 Wochenvorschau

Dienstag: Die Jahresteuerung der US-Verbraucherpreise dürfte im Dezember mit 2,3 % ihren höchsten Stand seit gut einem Jahr erreicht haben. Hauptverantwortlich sind hierfür die Energiepreise. Lässt man diese sowie die Nahrungsmittelpreise außen vor, dann liegt nach dieser Abgrenzung (Kernrate) mit 2,3 % zwar eine ähnlich hohe Inflationsrate vor. Aber dieses Inflationsniveau gab es bei der Kernrate bereits in den Vormonaten. Insgesamt dürften die Preisdaten kaum Änderungen für den weiteren Inflationsausblick liefern. Gleichwohl gab es im Oktober vergangenen Jahres in mehreren Preissegmenten auffallend und gegenläufige Preisausschläge. Deren Normalisierung fand im Folgemonat nicht statt und könnte nun im Dezember erfolgen.

Mittwoch: Pleiten, Pech und Pannen! Mit viel Enthusiasmus war man in das Jahr 2019 gestartet und erwartete einen Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 1,8 %. Dann schlugen die Eskalation des Handelsstreits, das ewige Brexit-Drama und die Probleme der deutschen Automobilindustrie zu. Monat für Monat wurden die Prognosen nach unten revidiert bis am Ende ein mageres Wachstum von 0,5 % stand. Getragen wurde es vor allem vom privaten und öffentlichen Konsum sowie von der Bautätigkeit. Dagegen schwächte sich das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen dramatisch ab. Die Lagerinvestitionen und der Außenbeitrag bremsten die gesamtwirtschaftliche Aktivität spürbar. Die am Mittwoch zu veröffentlichende Zahl basiert noch nicht auf der Kenntnis aller Konjunkturindikatoren und stellt daher nur eine Schätzung dar.

Freitag: Die Einigung auf Schritte zur Deeskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China soll am 15. Januar unterzeichnet werden. Die Aussicht darauf hat in den vergangenen Wochen an den Finanzmärkten bereits für Erleichterung gesorgt. Das Wachstumstrend der chinesischen Wirtschaft dürfte dennoch 2020 leicht nach unten gerichtet sein. Damit würde sich die Entwicklung des Vorjahres fortsetzen. Im abgelaufenen vierten Quartal dürfte ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 6,0 % (im Vergleich zum Vorjahr) erzielt worden sein. Noch im ersten Quartal 2019 hatte das Tempo bei 6,4 % gelegen. Bezogen auf das Gesamtjahr dürfte sich die BIP-Wachstumsrate von 6,6 % in 2018 auf 6,1% in 2019 verlangsamt haben. Für 2020 erwarten wir einen weiteren Rückgang auf 5,9 %.

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