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Konjunktursignale der nächsten Tage

16. Februar 2020

Diese Woche stehen der deutsche ZEW-Index und die europäischen Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-02-14 Wochenvorschau

Dienstag: Derzeit stellt sich jeder die Frage, wie stark der Coronavirus auf der Konjunktur lasten wird. Der erste Blick richtet sich naturgemäß auf die Stimmungsindikatoren. In der abgelaufenen Woche gab die sentix-Umfrage bei Finanzmarktanalysten schon einen ersten Hinweis: Die Konjunkturerwartungen gaben leicht nach. Auch wenn sich die Situation seither eher verbessert hat, mehreren sich doch die Anzeichen, dass die Produktionsstopps in China länger als erwartet anhalten werden, was zu Lieferengpässen und konjunkturellen Behinderungen führen dürfte. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sollten daher im Februar nach drei kräftigen Anstiegen in Folge wieder gesunken sein.

Mittwoch: Im Vereinigten Königreich steht in diesem Jahr
ein deutlicher Rückgang der Inflationsraten bevor. Seit Herbst 2019 entfernen sich die Inflationsraten bereits vom Ziel der Bank of England (BoE) von 2 %. Im Januar dürften die britischen Verbraucherpreise um 1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen sein, in den Sommermonaten dürften es dann nur noch 1,2 % sein. Zu diesem Abwärtstrend tragen maßgeblich die temporären Senkungen administrierter Preise für Strom, Gas und Wasser bei. Ab dem Herbst allerdings sollte sich dieser Trend umkehren und die Inflationsraten gegen Ende 2021 wieder 2 % erreichen. Dies erwartet die BoE in ihren aktuellen Prognosen. Insofern bestünde in diesem Jahr kein Grund für eine geldpolitische Lockerung aufgrund der niedrigen Inflationsraten.

Freitag: Es war ein schwaches viertes Quartal 2019 für die europäische Wirtschaft. In Italien und Frankreich war die Wirtschaftsleistung sogar rückläufig. Die Stimmungsindikatoren haben in den vergangenen Monaten auf eine konjunkturelle Stabilisierung hingedeutet. Insbesondere die problematische Entwicklung in der Industrie scheint ihren Boden zu finden. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die sich ausbreitende Coronavirus-Epidemie für einen vorübergehenden Dämpfer bei der Erholungsbewegung sorgt.  Darauf dürfte der Einkaufsmanagerindex für Euroland im Februar hinweisen. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Industrie als auch den Teilindex der Dienstleister. Die Schere zwischen den zwei Teilindizes bleibt auch im Februar weit geöffnet.

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