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Konjunktursignale der nächsten Tage

23. Februar 2020

Neben den Preisdaten aus Deutschland und den USA (beide am Freitag) steht vor allem das ifo Geschäftsklima am Montag im Fokus. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-02-21 Wochenvorschau

Montag: Bis vor kurzem waren fast alle Stimmungsindikatoren in der Aufwärtsbewegung, nachdem sich der Handelsstreit zwischen den USA und China entschärft hatte. Doch mit dem Coronavirus droht erneute Unsicherheit, womöglich sogar Ungemach. Je länger die Epidemie andauert, desto größer werden die Sorgen um Lieferketten und Absatzmärkte. Schon jetzt zeigt sich, dass die Stimmung immer stärker leidet. Zwischen den Umfragen unter Analysten von sentix und ZEW lag nur eine Woche. Doch die Stimmungseintrübung hat spürbar zugenommen. Für das ifo Geschäftsklima im Februar erwarten wir einen Rückgang, der sich sowohl in der Lageeinschätzung als auch in den Erwartungen wiederfinden sollte.

Freitag: Die Prognose der deutschen Verbraucherpreise im Februar ist mit erhöhter Unsicherheit behaftet, denn wir erwarten gegenläufige Entwicklungen in den einzelnen Teilbereichen. Die Kerninflation war im Januar schwach, unter anderem wegen außergewöhnlich starker Preissenkungen bei Pauschalreisen, dürfte sich nun aber etwas erholen. Den starken Preisrückgängen bei Benzin, Diesel und Heizöl stehen Preiserhöhungen für Elektrizität gegenüber, insgesamt dürften die Preise für Energiegüter aber nachgegeben haben. Bei saisonalen Lebensmitteln könnten die saisonbedingten Preisanstiege etwas schwächer ausgefallen sein als im Vorjahr. In der Summe erwarten wir eine Abnahme der Inflation (gemäß des harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI) auf 1,5 %.

Freitag: Im vergangenen Jahr hat die amerikanische Zentralbank drei Mal ihr Leitzinsintervall um jeweils 25 Basispunkte gesenkt und diese als Versicherungsschritte gegenüber den damaligen globalen Wachstumsrisiken bezeichnet. Im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus nahmen in den vergangenen Wochen die Erwartungen an den Kapitalmärkten zu, dass die Fed in diesem Jahr die geldpolitische Lockerung fortsetzen könnte. Ein wesentlicher Unterschied zum vergangenen Jahr ist aber, dass in den kommenden Monaten das wichtigste Inflationsmaß der Fed, der Deflator der privaten Konsumsausgaben, ansteigen wird. Für Januar erwarten wir insbesondere in der engeren Abgrenzung einen Anstieg von 1,6 % auf 1,8 %. Die Hürde für ein Eingreifen der Fed ist damit zwar nicht unüberwindbar hoch, aber höher als im vergangenen Jahr.

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