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Thomas Fricke: Was man jetzt tun kann – Erste Hilfe gegen die Corona-Rezession

28. Februar 2020

Je stärker sich Corona ausbreitet, desto größer wird auch die Gefahr einer Rezession. Was davor schützt, lässt sich aus der Erfahrung mit dem Finanzcrash 2008 ableiten.

Es klingt erst einmal zynisch, angesichts des nahenden Todes von Menschen nach den Folgen für Konzerne und Aktienkurse zu fragen. Doch spätestens, seit diese Woche das Risiko einer weltweiten Corona-Epidemie stark gestiegen ist, geht es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr darum, wie einzelne Exportfirmen ihre Zulieferung sichern. Mit der Virusgefahr ist das Risiko einer sich verselbstständigenden Wirtschaftskrise gestiegen, die sehr viel mehr Leute im Land treffen könnte.

Die Frage nach der Ökonomie ist daher kein Selbstzweck, sondern der Versuch auszuloten, ob und was Regierungen tun sollten, um noch größere Desaster zu verhindern, bevor es zu spät ist. Da helfen auch keine reflexartigen Sprüche, wonach der Staat sich aus wirtschaftlichen Angelegenheiten eigentlich immer heraushalten sollte.

Vermeintlich kurios: Was gerade einzusetzen droht, könnte in seiner konjunkturellen Eigendynamik stark der Logik ähneln, nach der vor gut zwölf Jahren in den Wochen des Lehman-Schocks die Finanzkrise eskalierte. Wenn das stimmt, ist es höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie Regierungen und Notenbanken damals reagiert haben – zum Guten wie zum Schlechten. Selbst wenn die Epidemie doch noch ausbleibt, was ohnehin am allerbesten wäre.

Was wirtschaftlich so tückisch ist, ist die Kettenreaktion, die solche Panikwellen auslösen: Wenn das Geschäftsleben stillsteht, wenn die viel zitierten globalen Lieferketten unterbrochen werden, keiner mehr bereit ist, irgendwem etwas zu liefern, und die Leute allein aus Vorsicht zu Hause bleiben, statt einkaufen zu gehen. Dann bleiben Kassen leer und Aufträge aus, müssen Beschäftigte nach Hause gehen, fehlen Umsätze, mit denen Gehälter bezahlt werden sollen. Und so weiter.
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