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Konjunktursignale der nächsten Tage

19. April 2020

Diese Woche stehen der EU-Gipfel und die Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-04-17 Wochenvorschau

Donnerstag: Die europäische Wirtschaft steckt durch die Ausbreitung von COVID-19 in einer schweren Krise. Bereits im März sind die Frühindikatoren abgestürzt. Darunter waren auch in Euroland die Einkaufsmanagerindizes. Allerdings hatte es die Teilindizes unterschiedlich stark getroffen. Während der Dienstleisterindex den stärksten und tiefsten Fall seiner Historie hinlegte, hat sich der Industrieindex noch vergleichsweise standhaft gezeigt. Im April nun dürfte der Absturz des Industrieindex folgen. Für das zweite Quartal 2020 deutet sich in Euroland die stärkste Schrumpfung der Wirtschaft seit dem Bestehen der Europäischen Währungsunion an.

Donnerstag: Der EU-Gipfel am 23. April findet aufgrund der Corona-Krise als Videokonferenz statt und steht ganz im Zeichen des Virus. Entscheidend wird sein, ob und wenn ja in welcher Form sich die Mitgliedstaaten auf eine gemeinschaftliche Finanzierung des Konjunkturpakets für die Europäische Union (EU) einigen können. Eine gesamtschuldnerische Haftung aller Mitglieder dürfte kaum Zustimmung in der Kernunion finden und man darf abwarten, welche Alternativen diskutiert werden. Sollten die EU-Mitglieder im Streit auseinandergehen, nähme das Risiko einer erneuten Eurokrise zu.

Freitag: Die ifo Konjunkturumfragen im März wurden im Zeitraum von 2. März bis 24. März erhoben, wobei laut ifo Institut bereits über zwei Drittel der beantworteten Fragebögen in den ersten beiden Wochen von den Umfrageteilnehmern zurückgesendet wurden. Diese haben weder auf die Lockdownbeschlüsse noch auf die Produktionsstillegungen reagieren können. Das sollte in der aktuellen Umfrage nachgeholt werden. In der Märzumfrage waren die Geschäftserwartungen schon doppelt so stark gesunken wie die Lageeinschätzung. Die Perspektive auf eine Lockerung ab Mai sollte nun zu einer Dämpfung des falls der Erwartungen führen. Dafür ist mit einem kräftigen Rückgang der Lagebeurteilung zu rechnen. Insgesamt stößt das ifo Geschäftsklima im April nach unten in die Regionen der globalen Finanzkrise vor.

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