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Konjunktursignale der nächsten Tage

5. Juli 2020

Diese Woche stehen der Euroland-Sentix und die deutsche Nettoproduktion im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-07-03 Wochenvorschau

Montag: Die Stimmungsindikatoren steigen wieder. Das trifft in besonderem Maße für die Umfragen bei Finanzmarktanalysten zu, die naturgemäß auch immer die positiven Marktentwicklungen mit im Blick haben. Und es zeigt sich – unabhängig von den Befragten –, dass bislang vor allem die Erwartungen zulegten, während die Lageeinschätzung sich bislang nur leicht verbesserte. Der Juni könnte letzteres ändern. Wir erwarten einen spürbaren Anstieg der Lagebeurteilung der Finanzmarktanalysten und – angesichts der schon hohen Werte – nur noch eine leichte Zunahme der Erwartungen. Das Sentix-Konjunktur­klima legt damit im Juli seinen dritten Anstieg in Folge hin und schwenkt auf einen Aufwärtstrend ein.

Dienstag: Der April dürfte den Tiefpunkt der Corona-Rezession markiert haben. Nun stellt sich die Frage, wie schnell sich die Konjunktur erholen kann. Dabei könnte sich ein Muster wie in den USA herausbilden. Während sich der Einzelhandel zügig erholt, hinkt die Industrie hinterher. Das liegt unter anderem an den anhaltenden Corona-Belastungen in weiten Teilen der Welt, aber auch an der Komplexität der Liefer- und Produktionsprozesse. Einen Hinweis hierauf geben die Umsatzsteueranmeldungen der gewerblichen Wirtschaft, die im Mai nur sehr leicht zulegen konnten. Für die Produktion im produzierenden Gewerbe erwarten wir eine Belebung, die aber angesichts der Tiefe des Falls in den Vormonaten bescheiden ausfallen könnte.

Donnerstag: Die Inflationsentwicklung in China wurde in den vergangenen zwölf Monaten von der Schweinegrippe dominiert, die zu stark steigenden Fleischpreisen geführt hatte. Mittlerweile ist die Jahresveränderungsrate für Schweinepreise von 135,2 % im Februar auf 81,7 % im Mai gesunken. Die Nahrungsmittelpreise dürften auch im Juni der wichtigste Treiber für die Inflationsrate gewesen sein. Wir erwarten, dass die Inflationsrate von 2,4 % auf 2,8 % gestiegen ist, da schwere Überschwemmungen im Süden Chinas zu einem Anstieg der Gemüsepreise geführt haben und auch die Schweinepreise wieder gestiegen sind. Rechnet man die Nahrungsmittel heraus, lag die Inflationsrate im Mai bei 0,4 %, was ein Hinweis darauf ist, dass die Konsumnachfrage insgesamt eher verhalten ist.

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