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Konjunktursignale der nächsten Tage

6. September 2020

Diese Woche stehen die deutsche Nettoproduktion und der EZB-Zinsentscheid im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-09-04 Wochenvorschau

Montag: Der Aufholprozess nach dem Ende des Lockdowns geht in die nächste Runde. Es zeigt sich aber, dass die Erholung etwas an Schwung verliert. Während des Lockdowns hatte sich ein enormer Nachholbedarf aufgestaut, der sich unmittelbar nach den Lockerungen bemerkbar machte. Dieser Effekt flacht nun zunehmend ab. Das zeigte sich eindrucksvoll in den Industrieumsätzen und -aufträgen im Juli und wird auch die Produktionstätigkeit in diesem Monat prägen. Mit einem Anstieg der Produktion im produzierenden Gewerbe um weniger als 5 % im Vormonatsvergleich werden aber immer noch kräftige Zuwächse erzielt werden. Doch die Abflachungstendenz sollte sich auch im Trend der kommenden Monate fortsetzen.

Donnerstag: Zu dieser Ratssitzung wird die EZB neue makroökonomische Projektionen vorlegen. Einige zuletzt besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten eröffnen Spielraum für leichte Aufwärtsrevisionen beim vorhergesagten Wirtschaftswachstum. Im Vorfeld gaben verschiedene Ratsmitglieder aber bereits zu verstehen, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Wochen als im Einklang mit ihrem Basisszenario ansehen. Insofern ist bei dieser Sitzung keine Änderung der Geldpolitik zu erwarten. Präsidentin Lagarde dürfte aber bestätigen, dass das Wertpapierkaufprogramm PEPP an den mittelfristigen Inflationsausblick gekoppelt ist. Dadurch hält sie die Tür offen für eine Aufstockung zu einem späteren Zeitpunkt.

Freitag: Die Fed hat jüngst ein neues Inflationsziel bekanntgegeben: Nun soll die Inflationsrate im Durchschnitt über eine nicht genauer spezifizierte Periode dem bisherigen Zielwert von 2 % entsprechen. Das wichtigste Preismaß der Fed ist bekanntlich der Deflator der privaten Konsumausgaben. Deutlich früher werden aber die Verbraucherpreise veröffentlicht. Im Juli stiegen die US-Verbraucherpreise in der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie um 0,6 % gegenüber dem Vormonat an – der stärkste Preisanstieg seit Anfang 1991. Hierbei spielten ungewöhnliche, Corona-bedingte Preiskapriolen eine Rolle. Diese sorgten vermutlich auch im August für einen weiteren Preisanstieg. Bedeutsamer werden nun aber zunehmend die zyklischen Preiskomponenten. Aufgrund der üblichen Zeitverzögerung dürften diese nun preisdämpfend wirken.

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