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Konjunktursignale der nächsten Tage

29. November 2020

Neben der OPEC-Tagung stehen in der kommenden Woche die Verbraucherpreise der Eurozone (Dienstag) und der US-Arbeitsmarktbericht (Freitag) im Fokus. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-11-27 Wochenvorschau

Montag/Dienstag: Die Mitglieder des OPEC-Kartells kommen zu einer Konferenz per Video zusammen. Am darauffolgenden Tag schließen sich andere Produzenten wie Russland zur Sitzung der OPEC+ an. Hauptentscheidungspunkt wird sein, ob die bis Jahresende geltende freiwillige Produktionskürzung um knapp 10 Mio. Barrels Rohöl pro Tag ins kommende Jahr hinein verlängert wird. Aufgrund der Corona-Rezession war diese massive Kürzung der Ölförderung notwendig geworden. Auch wenn die Ölpreise in den vergangenen Wochen in der Hoffnung auf einen Impfstoff kräftig zugelegt haben, gehen wir davon aus, dass die freiwilligen Kürzungsmaßnahmen um voraussichtlich drei Monate verlängert werden, um der zweiten Corona-Welle Rechnung zu tragen.

Dienstag: Die Inflation im Euroraum dürfte im November auf dem niedrigen Niveau von -0,3 % im Vergleich zum Vorjahr verharrt haben. In den von der Corona-Pandemie hart betroffenen Wirtschaftszweigen sind die Teuerungsraten bereits in den letzten Monaten in den negativen Bereich gefallen, so etwa bei Pauschalreisen, Hotelübernachtungen, Flug- und Bahntickets sowie Bekleidung. Die neuen Lockdowns dürften hier zu zusätzlichem Abwärtsdruck geführt haben. Gleichzeitig sollte ein weiterer Rückgang der Kerninflation dadurch verhindert werden, dass die Preise vieler saisonabhängiger Dienstleistungen im November ohnehin rückläufig sind. Energiegüter dürften unverändert starke Preisrückgänge aufweisen, während wir bei Lebensmitteln nicht mit einer Beschleunigung des Preisauftriebs rechnen

Freitag: Nach Berechnungen der Universität Oxford wurden die Corona-bedingten Restriktionen in den USA seit Ende Mai kaum gelockert. In der Folge kann die wirtschaftliche Aktivität nicht rasch an die vorherige Entwicklung anknüpfen. Daraus ergibt sich ein L-förmiger Aufschwung. Sehr gut erkennbar ist dies auf Monatsbasis am Arbeitsmarkt. Im November erwarten wir einen weiteren deutlich überdurchschnittlichen Beschäftigsaufbau, und dennoch reicht dieser nicht aus, um die entstandene Beschäftigungslücke hinreichend zu schließen. Erstaunlich gut hat sich die Arbeitslosenquote entwickelt. Sie sank von knapp 15 % auf zuletzt knapp 7 %. Allerdings liegen hier erhebliche Verzerrungen vor. Denn viele Personen haben sich vom Arbeitsmarkt verabschiedet, weil sie keine Stelle gefunden haben. Dies macht ca. 2,5 Prozentpunkte aus, was die Prognose erschwert.

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