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Konjunktursignale der nächsten Tage

1. März 2021

In der nächsten Woche stehen die Euroland-Inflationsrate und der US-Arbeitsmarktbericht im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-02-26 Wochenvorschau

Dienstag: Die Inflation im Euroraum hat zum Jahresauftakt stark zugenommen, war aber auch von erheblichen Sondereinflüssen gekennzeichnet. Die reduzierten Gewichte von Pauschalreisen, Transportdienstleistungen und Bekleidung hatten zur Folge, dass sich saisonbedingte Preissenkungen weniger stark auf den Verbraucherpreisindex auswirkten. Zudem waren die im Januar üblichen Schlussverkäufe von Bekleidungsartikeln infolge der Lockdowns weniger ausgeprägt. Beide Sondereffekte dürften im Februar an Bedeutung verlieren, weshalb wir mit einem Rückgang der Kerninflation auf 1,1 % rechnen. Zugleich dürften die höheren Preise von Benzin, Diesel und Heizöl die Gesamtinflationsrate etwas weiter auf 1,0 % ansteigen lassen.

Freitag: In China beginnt die Sitzung des Nationalen Volkskongresses. Hier werden die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele für das laufende Jahr verkündet. Nachdem aufgrund der Pandemie im vergangenen Jahr kein Wachstumsziel formuliert worden war, erwarten wir, dass dies nun wieder der Fall sein wird, auch um dadurch die Rückkehr zu einer stabilen Entwicklung zu dokumentieren. Das Ziel könnte mit 8 % (DekaBank-Prognose 9,6 %) eher vorsichtig formuliert werden. Zudem wird der Fünf-Jahres-Plan für die Periode bis 2025 vorgestellt. Wir erwarten eine Rücknahme des mittelfristigen Wachstumsziels auf 5 % (zuletzt 6,5 %). Ein Schwerpunkt in der Wirtschaftsförderung dürfte auf der Umwelttechnik sowie der Halbleiterproduktion liegen. Die Wirtschaft dürfte stärker für Auslandsinvestoren geöffnet werden.

Freitag: Was ist am US-Arbeitsmarkt los? In den vergangenen drei Monaten stieg die Anzahl der Beschäftigten nur um knapp 90 Tsd. Stellen. Gleichzeitig nahm aber auch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sehr kräftig zu. Das Beschäftigungsäquivalent hierzu läge bei einem monatlichen Stellenaufbau von gut 300 Tsd. Personen. Die Arbeitsnachfrage ist also hoch, aber angesichts des vorherigen konjunkturellen Einbruchs besteht auch beim Arbeitsangebot kein Mangel. Denkbar wäre, dass die Unternehmen vorsichtig mit Neueinstellungen sind, weil sie den Corona-Entwicklungen nicht trauen. Hierzu passen aber weder Umfragewerte zu den Investitionsplänen noch die tatsächliche starke Investitionstätigkeit. Wir gehen davon aus, dass die Beschäftigungsdynamik im Februar kräftiger ausfallen wird als in den Vormonaten.

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