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Konjunktursignale der nächsten Tage

24. Mai 2021
In der nächsten Woche stehen der deutsche ifo-Index und die US-Konsumausgaben im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-21 Wochenvorschau

playa1Dienstag: Es gibt weiterhin viel, das auf der Seele der Unternehmen lastet: So befindet sich Deutschland noch immer im Lockdown. Die Liefer- und Transportengpässe lösen sich nicht. Neben der Industrie rückt hier immer stärker die Bauwirtschaft in den Fokus. Doch es gibt auch Erfreuliches, allen voran die Dynamik, mit der die Impfkampagne voranschreitet. Diese und die inzwischen erfolgreiche Reduzierung der Neuinfektionen machen Lockerungen möglich. Wenn man schließlich die aktuelle Situation mit der von vor einem Jahr vergleicht, was die Unternehmen implizit auch tun, dann fällt dieses Urteil günstiger aus. Alles in allem rechnen wir mit einem Anstieg des deutschen ifo Geschäftsklimas im Mai.

Playa2Dienstag: Bereits vor der Corona-Krise war die Entwicklung sowohl der globalen Industrieproduktion als auch des Welthandels eher schwach. Die Corona-Krise sorgte dann für Mehrjahrestiefstände. Die Tiefpunkte wurden im April (Industrieproduktion) bzw. im Mai (Handel) erreicht. Es folgte eine rasante Aufholjagd, und die Vorkrisenniveaus wurden Ende des vergangenen Jahres übertroffen. Nach einem weiteren starken Januar folgte im Februar eine Verschnaufphase. Die globale Industrieproduktion sank sogar im Vormonatsvergleich. Ein witterungsbedingter Produktionsrückgang in den USA sowie erneute Lockdowns in Europa belasteten. Die vorliegenden Länderdaten deuten an, dass es im März wieder zu einem positiven Rückpralleffekt gekommen sein dürfte.

Playa3Freitag: Die Daten zu den Einnahmen und Ausgaben der privaten US-Haushalte sind seit mehreren Monaten sowohl spannend als auch volatil. Im April dürften die Einnahmen extrem stark gegenüber dem Vormonat gesunken sein, denn Einmalzahlungen des Staates in Höhe von 4 Billionen US-Dollar fielen weg. Trotz dieses Wegfalls haben sich die Konsumausgaben relativ gut halten können. Tagesdaten zum Konsum lassen sogar auf einen leichten Anstieg schließen. Interessant wird auch die Preisentwicklungen sein. Die bereits für April vorliegenden Konsumentenpreise lassen auf einen sehr hohen monatlichen Anstieg des Deflators schließen. Die Jahresrate dürfte zudem aufgrund von Basiseffekten nach oben getrieben werden. Klammert man Lebensmittel und Energie aus, dann ist mit der höchsten Jahresteuerungsrate seit Juli 1992 zu rechnen.

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