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Konjunktursignale der nächsten Tage

4. Juli 2021

In der nächsten Woche stehen die deutsche Nettoproduktion und der deutsche ZEW-Index Vordergrund. Die Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-07-02 Wochenvorschau


sor1Dienstag: In normalen Zeiten kann man zur Prognose der deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen auf die sentix-Umfrage zurückgreifen, die bislang eine Woche früher veröffentlicht wurde. Im Juli ist das nicht der Fall, beide Finanzmarktstimmungsindikatoren werden in derselben Woche publiziert. Bleibt also nur der Blick auf die Konjunktur und die Nachrichtenlage. Die Konjunkturindikatoren konnten in den letzten vier Wochen nicht mehr so oft die in sie gesetzten Erwartungen übertreffen. Hinzu kommen erste wieder beunruhigende Nachrichten von den Corona-Infektionen. All das sollte dazu führen, dass die ZEW-konjunkturerwartungen für Deutschland im Juli nachgeben. Die Lageeinschätzung sollte sich aufgrund des Ende des Lockdowns weiter verbessern.

sor2Mittwoch: Unverändert operiert die deutsche Industrie im Spannungsfeld zwischen globalem Boom und Lieferengpässen. Die Lieferengpässe behindern die Produktion, lassen sie aber allenfalls in einzelnen Monaten sinken, wenn andere Belastungen hinzukommen. Das könnte auch im Mai der Fall gewesen sein. Schwach dürfte sich zudem die Energieproduktion gezeigt haben. Hierauf deutet die Stromerzeugung hin. Das Gegengewicht zu diesen schwachen Entwicklungen bildet die Bauwirtschaft. Im vergangenen Monat musste diese kräftig Federn lassen, im Mai sollte ein solides Plus wieder möglich sein. Unterm Strich erwarten wir für die Produktion im deutschen produzierenden Gewerbe eine stagnierende Entwicklung für den Mai.

sor3Freitag: Aufgrund von Basiseffekten ist die Inflationsrate in China zwischen Februar und Mai von -0, 2 % auf 1,3 % gestiegen. Insgesamt bleibt der Preisdruck bei den Verbrauchsgütern allerdings morderat. Der starke Anstieg der Erzeugerpreise (9,0 % im Mai) hat sich bislang nicht nennenswert auf die Entwicklung der Konsumentenpreise ausgewirkt und es ist nicht erkennbar, dass sich daran etwas ändern wird. Für Juni erwarten wir einen leichten Anstieg der Inflationsrate von 1,3 % auf 1,4 %. Zwar bereitet der starke Anstieg der Rohstoffpreise der Regierung Sorgen, doch dürfte sie angesichts der nachlassenden Konjunkturdynamik darauf nicht mit einer restriktiveren Geldpolitik reagieren, sondern weiter auf regulatorische Maßnahmen setzen.

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