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Wirtschaftsdienst exklusiv – Alles eine Sache der Glaubwürdigkeit

16. Dezember 2010 Kommentare aus

Solange die Banken in einem so schlechten Zustand sind, dass sie bei der Pleite eines kleinen Landes gleich in Schwiereigkeiten kommen können, bleibt die Politik erpressbar. Wichtig ist daher, sagt Kai Konrad, dass die Banken ihre Risiken stärker diversifizieren.

 

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Eine zentrale Ursache dafür, die No-Bailout-Klausel nicht anzuwenden und stattdessen Griechenland und später Irland finanziell zu „retten“, sei der Zustand der Finanzmärkte: Solange die Politik die Turbulenzen und Insolvenzen von Banken an den Finanzmärkten fürchtet, die eine Umschuldung eines Eurostaats verursachen könnte, wird eine Umschuldung wohl nicht stattfinden, auch wenn sie wirtschaftspolitisch richtig und notwendig wäre. Will man künftig die No-Bailout-Klausel einhalten, muss man also die Finanzmärkte reformieren, nicht den Stabilitätsund Wachstumspakt.

 

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Gut, dass wenigstens der Staat Schulden macht

15. November 2010 Kommentare aus

Dass Staatsschulden nützlich sind und die Schuldenschranke im Grundgesetz schädlich, klingt in deutschen Ohren linksradikal. Aber es sind Argumente des emeritierten Kölner Ökonomen Carl Christian von Weizsäcker – nicht gerade als links verschrien. 

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Von Weizsäcker entwirft ein Modell des Sparens und Konsumierens über die Generationen hinweg und stellt fest, dass nicht das Angebot von Kapital das Problem ist, sondern die Nachfrage.  Um für ihr Alter vorzusorgen, sparen die Menschen in den reichen Ländern einschließlich Chinas so viel, dass die Privatwirtschaft diese Ersparnisse gar nicht mehr vollständig aufnehmen kann, jedenfalls nicht bei positivem Realzins. Ohne Staatsverschuldung läge der Zins beim inzwischen normalen Sparverhalten „wahrscheinlich im negativen Bereich.“ Nur die Verschuldung des Staates hilft, darum der Titel von Weizsäckers Beitrag im neuen „Wirtschaftsdienst“: „Die Notwendigkeit von Statsschulden.“ Sein Fazit: Die Schuldenbremse ist ein Irrweg.

Darüber hinaus enthält das neue Heft des Wirtschaftsdienstes Beiträge von Heiner Flassbeck, der Infrastrukturinvestitionen fordert, und Clemens Fuest, der erklärt, warum die Schuldenschranke doch sinnvoll ist, weil sie das Vertrauen der Finanzmärkte erhöht.

 

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Wie weiter mit den Erneuerbaren?

14. Oktober 2010 Kommentare aus

Die Regierung hat ein Energiekonzept vorgelegt, das den erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle zuschreibt: Bis 2050 sollen 80% der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bedient werden. Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg zu gehen. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst werfen Ökonomen einen kritischen Blick auf die Wirkungen der Energiepolitik. Weiterlesen …

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Reform des Mehrwertsteuersystems?

16. September 2010 Kommentare aus

Die Regierungskoalition will noch in dieser Legislaturperiode die Umsatzsteuer reformieren. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst diskutieren renommierte Finanzwissenschaftler das Für und Wider einer solchen Reform.

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  • Rolf Peffekoven stellt seinen Vorschlag vor, die ermäßigten Sätze abzuschaffen und zum Ausgleich den Regelsatz von 19% auf 16% zu senken, weil er keine Rechtfertigung für einen gespaltenen Mehrwertsteuersatz erkennen kann.

  • Gerold Krause-Junk sieht das ähnlich: Die niedrigen Sätze helfen den unteren Einkommensschichten nicht zielgenau. Mögliche Wettbewerbsvorteile für einzelne Branchen (wie beispielsweise die Hotels) lassen sich ökonomisch nicht begründen.

  • Ralph Brügelmann hält eine Anhebung des Existenzminimums zum Ausgleich für richtig, wenn die ermäßigten Sätze abgeschafft werden. Dennoch glaubt er nicht, dass eine radikale Reform der Umsatzsteuer politisch durchsetzbar ist.

  • Rudolf Hickel sieht die Problematik ganz anders: Die Umsatzsteuersätze steigen nun schon seit Jahrzehnten. Mittlerweile ist dies die wichtigste Steuerart. Belastet werden vor allem die unteren Einkommensschichten. Einen Ausgleich über die Erhöhung der Sozialhilfe hält er für sozialpolitisch fragwürdig, denn die Höhe der Transferleistungen kann leicht zum „Spielball des politischen Opportunismus“ werden. Allerdings findet er auch, dass das Mehrwertsteuersystem aufgeräumt gehört: Reine Subventionen (wie bei der Absenkung der Sätze für Hotels) müssen von sozialpolitisch sinnvollen niedrigen Sätzen für Lebensmittel unterschieden werden.

 

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Ging die EZB zu weit?

12. August 2010 Kommentare aus

Seit der Krise greift die Europäische Zentralbank zu unkonventionellen Maßnahmen. Gefährdet sie damit ihre Reputation und macht es leichtfertigen Schuldnern zu einfach?

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Neue Denker (21) Armin Falk und die experimentelle Ökonomie

9. August 2010 Kommentare aus

Das Modell des Homo oeconomicus musste zuletzt viele Angriffe ertragen. Armin Falk geht einen Schritt weiter. Er will die ganze Vielseitigkeit des Menschen so gut wie möglich berücksichtigen
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Neue Denker (20): Dani Rodrik und das Scheitern der Finanzglobalisierung

8. August 2010 Kommentare aus

Mehr Intervention wagen: Dani Rodrik ist bekannt als Kritiker der Globalisierung. Sein liebstes Hassobjekt seit der Asienkrise: Die Finanzglobalisierung Weiterlesen …

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Systemversagen der Ökonomenzunft

23. Juli 2010 Kommentare aus

Die Finanzkrise hat das Versagen von hunderten Ökonomen aufgedeckt. Victor Beker, Professor der Universität von Buenos Aires, analysiert das Systemversagen der Zunft  in einem Discussion Paper der Online-Zeitschrift E-conomics.
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Wirtschaftsdienst exklusiv – Das BIP ist nicht alles

12. Juli 2010 Kommentare aus

In letzter Zeit kocht die Kritik am Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandsmaßstab hoch. In seiner Dezemberausgabe 2009 veröffentlichte dazu die Zeitschrift  Wirtschaftsdienst ein Zeitgespräch mit dem Thema „Wie lässt sich Wohlstand messen?“. Dazu äußern sich Peter Michael von der Lippe und Claus Christian Breuer, Statistiker der Universität Duisburg-Essen, nun kritisch. Ihre Hauptthese: Die Kritik am Bruttoinlandsprodukt geht fehl: Kein ernstzunehmender Statistiker habe je behauptet, das BIP bringe in einer zusammenfassenden Zahl alles das zum Ausdruck, was eine Gesellschaft als Wohlstand verstehe.

 

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Neue Denker (15): Ernst Fehr und die Ökonomie der Rache

29. Juni 2010 Kommentare aus

Der Modellmensch der Ökonomen maximiert stets seinen Nutzen. Dass es auch uneigennützige Motive gibt, zeigt der Ökonom Ernst Fehr

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Wahre Gründe der Euro-Krise

17. Juni 2010 Kommentare aus

Wenn doch nur mal alle Euro-Länder den von Deutschland damals durchgesetzten Stabilitäts- und Wachstumspakt eingehalten hätten und immer nur drei Prozent Haushaltsdefizit gehabt hätten, hätte es keine Euro-Krise gegeben. Das glauben viele. Aber wieso ist dann heute Spanien ein Problemfall?

 
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In einem aktuellen Beitrag für die Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“ schreibt Hagen Krämer, Professor an der Hochschule Karlsruhe, dass nicht die Staatsschulden das Problem sind, sondern die gesamte Auslandsverschuldung. In Ländern wie Spanien oder Irland hat in den vergangenen zehn Jahren nicht die öffentliche Verschuldung, sondern die Auslandsverschuldung so stark zugenommen, dass diese jetzt in so großen Schwierigkeiten sind. 

Staatsschulden, so lange sie von den Inländern finanziert werden, sind nicht das Problem, so Krämer. Vielmehr, wenn ein Land als Ganzes gegenüber dem Ausland zunehmend Schulden macht. Dazu kommt es, wenn seine Wettbewerbsfähigkeit schwach ist. Ursache dafür sind Divergenzen in der Lohnstückkostenentwicklung. Ein für jeden sichtbares Zeichen ist die Inflationsrate. Dass Länder wie Spanien oder Griechenland über viele Jahre eine deutlich höhere Inflationsrate hatten als Deutschland, ist vielleicht die wahre Euro-Bombe gewesen.

Die Inflationrate ist zwar auch ein Euro-Kriterium, aber nur für die Beitrittsphase, und zudem öffentlich kaum wahrgenommen.

Es könnte sein, dass es der Euro-Zone in ihrer Krise nicht nur an der  Umsetzung richtiger Vorschläge durch die Politiker, sondern auch an der richtigen Problemdiagnose mangelt.

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Der Trend geht zum Wertpapier

16. Mai 2010 Kommentare aus

Seit die Finanzkrise eskaliert ist, wird über die Schuld der Banken gesprochen. Längst  machen sie wieder Milliardengewinne – vor allem im Investmentbanking. Arbeiten Banken heute tatsächlich spekulativer als früher? Das steigende Interesse am Wertpapiergeschäft hat auch was mit der Regulierung zu tun.
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Wirtschaftsdienst exklusiv – gesetzliche Wachstumsbeschleunigung?

14. April 2010 Kommentare aus

Hat das Wachstumsbeschleunigungsgesetz das Wachstum gesetzlich beschleunigt? Oder steigen wegen der niedriegeren Hotel-Mehrwertsteuer vor allem die Staatsschulden?

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Der Ökonom Malte Hübner, Referent des Sachverständigenrates, hält mit Argumentationshilfe eines  makroökonometrischen Modells die Wachstumswirkungen des Gesetzes für äußerst gering. Dafür würden aber die öffentlichen Haushalte stark belastet werden, sagt er. Der Grund: Der Multiplikatoreffekt von Steuersenkungen ist in der Regel kleiner als der alternativer fiskalpolitischer Maßnahmen, so dass nur von einem sehr moderaten Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt auszugehen sei. Die Wachstumsrate einer Volkswirtschaft könne allenfalls durch Reformen gesteigert werden, die vom Steuersystem ausgelöste Verzerrungen reduzieren oder das Produktivitätswachstum befördern.

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Für das Geld arbeite ich doch nicht! So denken angeblich viele Arbeitslose. Was im Prinzip auch stimmt und völlig nachvollziehbar ist. Die Frage ist bloß: Wie hoch ist dieser so genannte „Anspruchslohn“, den man als ökonomisch denkender Mensch erwarten darf? Und wie hoch sollte er sein? Die Gewerkschaften sagen, dass durch die Hartz-Reformen die Menschen dazu gezwungen werden, zu deutlich niedrigeren Löhnen zu arbeiten, als früher.

Das stimmt so nicht, sagt Christopher Osiander vom IAB, dem Forschungsinstitut der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit. Auf Seiten der Arbeitslosen könne eine Tendenz zum „Lohnrutsch“ allenfalls für einen kleinen Teil der Population konstatiert werden kann. Eine generell „schrankenlose“ Konzessionsbereitschaft, bei der Empfänger des Arbeitslosengeldes II jedes noch so niedrige Lohnangebot für akzeptabel halten, ist nicht zu erkennen. Die These vom „impliziten Mindestlohn“ sollte zumindest differenziert betrachtet werden: Gut die Hälfte der in einer Umfrage Befragten liegt mit ihren Anspruchslöhnen unter einem von Gewerkschaften vorgeschlagenen „expliziten“ Mindestlohn, sogar fünf von sechs Empfängern des Arbeitslosengeldes II bleiben unter dem Lohn, für den „Die Linke“ plädiert.

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Exklusiv: FTD-Schattenrat warnt vor neuen Exportüberschüssen

29. März 2010 Kommentare aus

Deutschland sollte vermeiden, beim nächsten Aufschwung die hohen Exportüberschüsse der Vergangenheit zu wiederholen. Eine deutliche Mehrheit der im FTD-Schattenrat befragten ausgewählten Ökonomen hält diese Überschüsse wirtschaftspolitisch für problematisch. 73 Prozent der befragten Ökonomen, darunter auch Banken-Chefvolkswirte, raten der Politik, in Zukunft Überschüsse wie zuletzt von sechs bis sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu vermeiden.

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Von Hubert Beyerle und Charlotte Bartels 

Damit stehen die befragten Volkswirte mit ihrer Meinung im Gegensatz zur Bundesregierung, die weiterhin ihr Ziel verteidigt, vor allem die deutschen Exporte zu stärken. „Die Existenz von größeren und anhaltenden Leistungsbilanzungleichgewichten ist unabhängig von ihrer Entstehung problematisch“, sagte David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment. Sie zeigten zudem, dass auch in der Wirtschaftsstruktur des Überschusslandes eine Schieflage herrsche, etwa eine zu geringe Entwicklung personennaher Dienstleistungen.

Für die Konjunktur der nächsten Monate sind die im FTD-Schattenrat befragten Ökonomen sehr zuversichtlich: Die deutsche Wirtschaft könnte im Frühjahr so stark wachsen wie seit Anfang 2008 nicht mehr. Die Konjunkturexperten rechnen für das zweite Quartal mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,9 Prozent zum Vorquartal. Auch der bereits befürchtete Einbruch im Winter ist ihrer Meinung nach ausgeblieben. Im ersten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen sein.

Für die beiden Jahre 2010 und 2011 rechnet der FTD-Schattenrat nun mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils 2,0 Prozent. Obwohl in jüngster Zeit einige Volkswirte ihre Prognosen gesenkt haben, liegt die Schattenratprognose im Schnitt doch um 0,2 Punkte (für 2010) und 0,4 Punkte (für 2011) über der vorangegangenen Auswertung im Februar.

Vor allem die Auslandsnachfrage dürfte zur Erholung der deutschen Wirtschaft beitragen, meinen rund 40 Prozent der Ökonomen. Dafür sorgt auch die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar, die über 80 Prozent der Konjunkturexperten als positiv für das deutsche Wachstum einstufen. Zehn Ökonomen erwarten einen leicht positiven Effekt für das Wachstum von weniger als 0,3 Prozentpunkten. Zwei rechnen damit, dass die Euro-Abwertung das Wachstum um 0,3 Prozentpunkte oder mehr steigern könnte.

Generell sind die Volkswirte zuversichtlicher als im Februar: So schätzen sie die Risiken für den Arbeitsmarkt geringer ein als noch im Vormonat. Hielten im Februar noch rund 60 Prozent von ihnen die Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeitslosigkeit auf vier Millionen steigt, für eher hoch, sind im März rund 60 Prozent der Meinung, dass das Risiko eher niedrig sei.

Das Risiko einer Kreditklemme bewerteten zwei Drittel der Volkswirte als eher niedrig; im Februar war es noch die Hälfte. Keiner von ihnen schätzt das Risiko mehr als hoch ein. Mit einem Staatsbankrott Griechenlands rechnen die Schattenratökonomen nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 4,0 Prozent. Das ist halb so hoch wie vor einem Monat.

Erratum: Hier ist uns ein Fehler unterlaufen. Tatsächlich halten die Experten die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Zahlungsausfalls im Durchschnitt mit 7,9 Prozent für fast so hoch wie im Februar. 

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Konjunktur-Wochenausblick – Welche Indikatoren bewegen?

26. März 2010 Kommentare aus

Auf diese drei Konjunkturdaten sollten Sie in der kommenden Woche besonders achten: Normal 0 21 false false false MicrosoftInternetExplorer4  

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Die Woche beginnt mit der Veröffentlichung der Märzdaten der wirtschaftlichen Stimmung in der Eurozone. Am Mittwoch folgen die deutschen Arbeitslosenzahlen für März. Abschließend werden am Freitag die Arbeitsmarktzahlen der USA ebenfalls für März veröffentlicht.

 

Alle Konjunktursignale der Woche finden Sie hier.