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Thomas Fricke: Wichtigere Wahlkampfthemen – Jenseits von Genderstern und Kurzstreckenflug

29. Mai 2021 Kommentare aus

Der Bundestagswahlkampf droht ziemlich niveaulos zu werden, wenn er so weitergeht, wie er angefangen hat. Dabei hat die nächste Regierung über Generationen zu entscheiden. Die USA zeigen, um was es geht.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

24. Mai 2021 Kommentare aus
In der nächsten Woche stehen der deutsche ifo-Index und die US-Konsumausgaben im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-21 Wochenvorschau

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #42

24. Mai 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

es gab Zeiten, da schien die Welt für Währungshüter noch gut – und vor allem einfach. Da mussten sie alle paar Wochen entscheiden, ob angesichts der jeweils jüngsten Entwicklung der Preise nur die Leitzinsen besser um einen Viertelpunkt erhöht werden sollten – oder nicht. Lange her. Heute sind Notenbanker gefragt, wenn wieder einmal Banken kriseln oder Anleger aus Staatsanleihen fliehen. Mehr noch: selbst um die Klimarettung könnten sie sich durchaus mitkümmern, räumt EZB-Chefin Christine Lagarde ein. Brauchen die Währungshüter dann nicht gleich ein neues Mandat? Um die hoch sensible Frage geht es an Tag drei unseres achten New Paradigm Workshops am kommenden Donnerstag, 27. Mai – und die Antworten werden von hoch prominenter Stelle kommen (das gesamte Programm der ersten beiden Tage mit Dani Rodrik, Joe Kaeser, Monika Schnitzer u.a. finden Sie hier)

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Zum Start wird dabei EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einer Keynote darlegen, inwieweit Zentralbanken gesellschaftliche Verantwortung (mit)tragen können – ohne dabei ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Danach stellt Adam Tooze das Paper vor, in dem er die Frage erörtert, ob die EZB nicht doch am besten ein neues Mandat bräuchte – weil sie nicht umhinkommt, sich auch um die Stabilität der Finanzmärkte, das Auseinanderdriften der Vermögensverhältnisse oder die Rettung des Klimas zu sorgen. Wie die Leitmotive und Paradigmen von Zentralbanken sich wandeln können, beschreibt Moritz Schularick in dem Paper, das er vorstellt. Moderiert wird die Diskussion von Laurence Tubiana, Wirtschaftsprofessorin und CEO der European Climate Foundation.

Start des Panels zur neuen Rolle der Notenbanken – am 27. Mai um 15 Uhr 30 (Einleitung ab 15 Uhr)

Noch etwas direkter ums Klimatische in der Geldpolitik wird es in dem kurzen Austausch gehen, der sich daran anschließt – einem Talk, den wir gemeinsam mit dem Global Solutions Summit machen: zwischen Laurence Tubiana, der Architektin des Pariser Klimaabkommens von 2015 und EZB-Direktorin Isabel Schnabel. Wie weit können Zentralbanken gehen, wenn beim Kampf gegen die Klimakrise helfen wollen? Wie genau geht das? Und was plant die Europäische Zentralbank hier für die nächste Zeit?

Start des Talks „Von Paris nach Frankfurt – wie weit können Zentralbanken gehen?“ – am 27. Mai um 17 Uhr (bis 17 Uhr 15).

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Wichtiger Hinweis: an den ersten beiden Tagen können wir für eine begrenzte Zahl an Interessenten die Möglichkeit bieten, vor Ort am Workshop teilzunehmen. Am dritten Tag werden die Sessions dagegen ausschließlich online übertragen – Anmeldung hier.

Ein schönes Wochenende – und bis nächste Woche.

Thomas Fricke 

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Thomas Fricke: Ende der schwarzen Null – Die neue Lust am Schuldenmachen – nur, wofür?

21. Mai 2021 Kommentare aus

Von Joe Biden bis Christian Lindner – höhere Staatsdefizite scheint kaum jemand mehr schlimm zu finden. Doch das ist längst nicht immer gut.

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #41

20. Mai 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

es dürfte einer der Renner unter den Wahlkampfdebatten werden: woher soll das Geld kommen, um Corona-Spätschäden, Investitionen in Klima, bessere Schulen wie Bahnen und je nach Parteipräferenz noch ein paar Steuergeschenke zu bezahlen? Was international führende Experten und Expertinnen dazu heute empfehlen, wird den zweiten Tag unseres achten New Paradigm Workshops in der kommenden Woche bestimmen – am Dienstag, 26. Mai von morgens neun bis abends halb acht (zu Teil eins siehe unseren Newsletter von voriger Woche).

Es gab Zeiten, da galt Deutschland als Vorbild, wenn es um Umwelt- und Klimaschutz ging. Heute stellt sich die Frage, ob das Land den großen Umbau hinbekommt, alles bis 2050 – oder 2045 – auf klimaneutral zu stellen. Wie das überhaupt gehen könnte, stellt Patrick Graichen von Agora Energiewende in der Klima-Session vor. Was die Transformation der Autoindustrie für Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland für die kommenden Jahre bedeutet – haben die Experten von Boston Consulting in einer bisher unveröffentlichten Studie geschätzt, deren Ergebnisse auf demselben Panel vorgestellt wird. Ebenso wie Schätzungen von Tom Krebs dazu, wie viel öffentlich in die Umstellung der Industrie auf grünen Wasserstoff investiert werden müsste. Weitere Panelisten zur großen Frage, ob Deutschland den Umbau schafft: die KfW-Chefvolkswirtin Friederike Köhler-Geib und Laurence Tubiana von der European Climate Foundation. Chair: Carlo Jaeger vom Global Climate Forum.

Start des Panels zur Climate Challenge: am 26. Mai um 11 Uhr (TBC).

Und wie soll all das bezahlt werden? Wird am Nachmittag in einem großen Schwerpunkt zur Frage danach geklärt, wie nach der Corona-Krise mit den Schulden umzugehen ist – und wie bisherige Schulden- und Fiskalregeln dazu reformiert werden müssten. Zum Start stellen Mark Blyth von der Brown Universität und Eric Lonergan von M&G Investments ihr Forum-Paper dazu vor, wie sich grundsätzlich Regeln aufstellen ließen, die besser wären als die simplen Zielmarken für Defizite und Schulden, die in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Europa dominierten. Diskutanten: Jakob von Weizsäcker, Chefökonom im Bundesfinanzministerium, Peter Bofinger von der Uni Würzburg und Véronique Riches-Flores aus Paris.

Start des Panels zu einem neuen Rahmen für die Finanzpolitik: am 26. Mai um 14 Uhr.

Was das für die deutsche Schuldenbremse heißt? Beantworten Philippa Sigl-Glöckner und KollegInnen in ihrer vom Forum in Auftrag gegebenen Studie dazu, wie sich selbst ohne Großreform der Schuldenbremse mehr Spielraum schaffen ließe, damit der Finanzminister mehr tun kann, als nur Defizite zu verhindern, also zu mehr Wohlstand im Land beitragen. Ähnliche Ziele verfolgen die Vorschläge, die Michael Hüther vom IW und Jens Südekum von der Uni Düsseldorf auf dem Panel vorstellen. Diskutiert werden diese von Monika Schnitzer aus dem Sachverständigenrat sowie Shahin Vallée von der DGAP.

Start des Panels zur deutschen Schuldenbremse: am 26. Mai um 15 Uhr.

Und für Europas Defizit- und Schuldenregeln? Dazu hat Macron Berater Philippe Martin zusammen mit Xavier Ragot vom Pariser OFCE und anderen vor Kurzem einen Vorschlag gemacht. Der Reformvorschlag gilt als quasi-offizielle französische Position – und wird auf dem dritten Panel des Fiskal-Nachmittags zur Diskussion gestellt. Unter den Diskutanten sind Thomas Westphal aus dem Bundesfinanzministerium, Guntram Wolff vom Think-Tank Bruegel, Margit Schratzenstaller vom österreichischen Fiskalrat sowie Annamaria Simonazzi von der Sapienza-Universität in Rom. Chair: Martin Sandbu von der Financial Times. Zum Start des Panels stellt Sebastian Dullien vom IMK Schätzungen dazu vor, wie sich Wirtschaft und Staatsdefizite entwickeln dürften, wenn die Regierungen etwa in Berlin, Rom und Madrid jetzt mehr oder weniger schnell auf Austerität schalten würden.

Start der Sessions zur Reform der europäischen Fiskalregeln: am 26. Mai um 16 Uhr 45.

Wie sich viel Geld machen lässt – oder verhindern, dass jemand so etwas auf illegalem Wege schafft: darum dreht sich außerdem die erste Session an Tag 2. Darin geht es um die Frage, ob die Finanzaufsicht nach all den Skandalen um Wirecard und anderen nicht ein ganz neues Selbstverständnis bräuchte – ein neues Paradigma jenseits der alten Nähe zu den gelobten Finanzmärkten. Den Vorschlag machen Gerhard Schick und Martin Hellwig. Ob sie das gut finden, sagen danach Jörg Kukies, zuständiger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, und Ökonomin Daniela Gabor aus Bristol. Die zum Thema passende Moderation kommt von Olaf Storbeck von der FT, die den Wirecard-Skandal maßgeblich anstieß. Start um 9 Uhr.

Ganz neu im Programm: Harold James, der in einer kurzen Lecture darlegen wird, warum es nach Corona zu einer überraschend neuen Hochzeit der Globalisierung kommen könnte. Vormerken für Tag 2, 18 Uhr 30. Welche Erkenntnisse sich aus der Corona-Krise zum Verhalten von Menschen ziehen lassen: dazu gibt zwischendurch die Verhaltensökonomin Nora Szech von der Uni Karlsruhe einen Einblick.

Zum Schluss noch einmal der praktische Hinweis: an den ersten beiden Tagen wird der Workshop erstmals auch wieder mit real präsenten Speakern (wie Joe Kaeser, Jakob von Weizsäcker, Michael Hüther, Gerhard Schick u.a.) sowie Zuschauern gehalten, also hybrid – natürlich unter allen gebotenen Hygieneregeln und mit limitierten Plätzen. Zur Anmeldung digital wie real hier – und dringend bitte angeben, ob Sie per Video oder vor Ort dabei sein wollen.

Bleiben Sie gesund – und offen für Neues.

Thomas Fricke 

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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #40

17. Mai 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

noch dominiert Corona. Nur, was kommt danach? Wohin steuert das Land – und die neue Regierung? (Fast) alle Antworten darauf gibt es in zwei Wochen – beim achten New Paradigm Workshop, diesmal zur „Zukunft des deutschen Modells“ kurz vor der Bundestagswahl, den wir erstmals wieder auch mit realen Teilnehmern machen wollen (zu Geimpften und Getesteten siehe weiter unten). Wer dann was löst, stellen wir in den nächsten drei Newslettern vor – zum Vormerken im Terminkalender. Heute: zu Tag eins, den 25. Mai.

Über die Spaltung im Land wird bis zur Wahl viel gestritten werden, zu den Fakten ist nur nicht ganz so viel bekannt. Daher werden Stefan Bach und Markus Grabka zum Start des Workshops die Ergebnisse des dritten Teils unseres Projekts zur Ungleichheit in Deutschland vorstellen. Aufbauend auf Teil eins – Diagnose und Datenlage – und zwei – zur Identifikation der Haupttreiber von Ungleichheit – geht es jetzt um die große Frage, was genau wie gut gegen ein Auseinanderdriften von Einkommen und Vermögen hilft. Würde eine Vermögensteuer überhaupt den Abstand zwischen Reich und Arm maßgeblich reduzieren? Wenn nicht, was sonst? Die Ergebnisse des Projekts wurden vorab mit diversen Experten besprochen, darunter Andreas Peichl vom Ifo-Institut und Lucas Chancel aus dem Team Piketty. Auf dem Podium jetzt: Branko Milanovic, einer der weltweit führenden Ungleichheits-Experten; dazu Martin Biewen von der Universität Tübingen, Charlotte Bartels vom DIW sowie Clara Martinez Toledano von Imperial College Business School.

Start des Panels zum Megathema Reich und Arm: am 25. Mai um 14:30 Uhr.

Ebenfalls Ergebnis eines längerjährigen Projekts ist das Paper, das Robert Gold vom Kieler Institut für Weltwirtschaft zu den sozio-ökonomischen Ursachen von Populismus gerade geschrieben hat. Auch hier ging es in den ersten Stufen erst darum, Ausmaß und Triebkräfte zu identifizieren. Nun geht es um einen ersten Versuch abzuleiten, welche Politik gegen neue Schüben an Populismus hilft. Dabei gibt es dazu ja seit ein paar Wochen ein ganz reales Experiment: die großen Reformpakete des neuen US-Präsidenten Joe Biden – mit dem offenbaren Ziel, die Amerikaner davon abzuhalten, nächstes Mal wieder einen Populisten wie Donald Trump zu wählen. Wie die Chancen von Bidenomics stehen, kommentiert auf dem Panel Thomas Ferguson vom Institute for New Economic Thinking INET in New York.

Weitere Panelistinnen zum Kampf gegen Populismus am 25. Mai ab 16 Uhr 15: Dalia Marin und Catherine Fieschi.

Wie sich Globalisierung und Kapitalismus reformieren lassen, besprechen zum Abschluss zwei ganz besondere Topexperten – der eine zählt zu den jahrelang mächtigsten Konzernlenkern mit Sinn für Gesellschaftsschieflagen, der andere ist einer der Vordenker der Globalisierungskritik: Siemens-Lenker Joe Kaeser im Talk mit Harvard-Ökonom Dani Rodrik. Auch hier wird es darum gehen, ob Joe Biden derzeit die Vorlage für ein neues Paradigma schafft.

Der Talk Kaeser-Rodrik wird moderiert von OECD-Ökonomin Nicola Brandt – am 25. Mai ab 17 Uhr 30.

Und nun noch zur großen praktischen Frage: wer möchte, kann ganz persönlich in Berlin in der ESMT am Schlossplatz dabei sein – solange es die limitierten Plätze erlauben. Wer schon voll geimpft oder genesen ist, braucht nur einen Beleg dazu mitzubringen; wer das nicht ist, kann einen Test vor Ort machen (oder einen negativen Test-Nachweis mitbringen). Natürlich sorgen wir ansonsten für die Einhaltung aller geltenden Hygieneregeln. Bitte geben Sie bei Anmeldung daher unbedingt an, wenn Sie fest vorhaben, persönlich vor Ort teilzunehmen – ANMELDUNG hier.

Bleiben Sie gesund und offen für Neues,

Thomas Fricke

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Thomas Fricke: Klimaschutz plus – Die Illusion von der marktkonformen Rettung des Planeten

17. Mai 2021 Kommentare aus

(Dies ist eine längere Fassung der Kolumne, die am Freitag beim Spiegel erschienen ist.)

Es gilt als die Königslösung: wenn nur die Preise auf CO2 am Markt frei wirken könnten, wäre das Klima gerettet. Dabei könnte das Diktum alles, nur nicht das tun.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

17. Mai 2021 Kommentare aus

In der nächsten Woche stehen die chinesische Industrieproduktion und die EWU-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-14 Wochenvorschau


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Konjunktursignale der nächsten Tage

9. Mai 2021 Kommentare aus

Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-05-07 Wochenvorschau

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Thomas Fricke: Ungleichheit im Land – Deutschlands unterschätzte Spaltung

9. Mai 2021 Kommentare aus

Driftet Deutschland wirtschaftlich auseinander – oder wird der soziale Graben schmaler? Für beides scheint es Belege zu geben. Dabei droht sich das Gefälle in der nächsten Krise dramatisch zu verschärfen.

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Thomas Fricke: Anreiz zur Herdenimmunität – Ein Hunderter für jeden, der sich impfen lässt

30. April 2021 Kommentare aus

Noch gibt es mehr Impfwillige als Impfdosen. Das könnte sich aber schon bald umkehren. Zeit für einen ordentlichen Bonus, um die Pandemie zu stoppen.

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Konjunktursignale der nächsten Tage

30. April 2021 Kommentare aus

In der nächsten Woche stehen der US-Arbeitsbericht und die EWU-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2021-04-30 Wochenvorschau
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Neues aus dem Forum New Economy – der Newsletter #39

28. April 2021 Kommentare aus

Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

es gehört zum Leitmotiv der vergangenen Jahrzehnte, dass Ökonomen sagen, was (rein) ökonomisch richtig ist. Ob das politisch machbar und gut ist, ist ihr Ding nicht, das müssen die Politiker sehen. Das klang schon immer ein wenig, sagen wir, unbefriedigend. Ob das Selbstverständnis überhaupt noch haltbar ist, daran lassen Fälle wie die jüngste Aufregung um das Kippen des Berliner Mietendeckels zweifeln. Rein ökonomisch mag der Mietendeckel kontraproduktiv sein – und rein ökonomisch ließe sich das Problem am ehesten lösen, wenn viel gebaut würde (wobei selbst das nicht sicher ist, da der Boden irgendwann dann ja doch begrenzt ist).

Nur: was hilft das, wenn das viel zu lange dauert – und es den Menschen nicht mehr vermittelbar ist, weil sie hier und heute Miete zahlen müssen? Und wenn das für so viel Unmut sorgt? Einfach ignorieren? Weil es eben ökonomisch richtig ist? Oder dann doch nach Lösungen suchen, die ökonomisch nicht optimal sein mögen, dafür aber vermittelbar? Was sich da an Lösungen für den Mietermarkt anbieten, hat David Kläffling hier zusammengetragen. Was nicht heißt, dass der Mietendeckel gut oder die Globalisierung per se schlecht ist – nur dass es zu wenig ist, nur das Ökonomische zu erkunden.

So eine Ökonomie funktioniert ja auf Dauer nur, wenn die Menschen mitmachen – und es hilft der besten Ökonomie nicht, wenn es politisch irgendwann instabil wird. Und wenn dann das passiert, was die Amerikaner erlebt haben, als die Globalisierung doch nicht so durchweg positiv zuschlug: rein ökonomisch, hätte man meinen können, hat der China-Schock einfach wie ein Schub an Wettbewerb gewirkt – gelobte Globalisierung. De facto sind in der Zeit im Rust-belt ganze Regionen und Städte pleite gegangen, unzählige Existenzen zerstört worden. Von Menschen, die einige Zeit später überproportional viel Trump gewählt und das Land in eine politisch ziemlich kritische Zeit befördert haben.

Auch da drängt sich – wie bei der Mietendeckel-Sache – die Frage auf, ob das alte Paradigma nicht in die Tonne gehört, wonach sich der Ökonom und die Ökonomin nur ums rein Ökonomische zu kümmern haben. Und ob es nicht ein neues Paradigma braucht, das davon ausgeht, dass es um ein gesellschaftliches Gesamtes geht, und das Wirtschaftliche dort integraler Bestandteil ist – und es wenig Sinn ergibt, wie im Labor nur das Ökonomische verstehen zu wollen, wenn es auch um Psychologie, Politik, Soziologisches und Geschichte geht. So wie es jener John Maynard Keynes verstand, der diese Woche vor 75 Jahren gestorben ist:

„Die Rolle, die von den orthodoxen Ökonomen gespielt wurde, deren gesunder Menschenverstand nicht ausreichte, um ihrer falschen Logik entgegenzuwirken, ist bis zum letzten Akt verhängnisvoll gewesen.“

So viel dazu. Im nächsten Newsletter gibt’s dann wieder ein Update zu unserem nächsten großen Workshop Ende Mai – etwa zum Talk zwischen Isabel Schnabel und Laurence Tubiana; oder zu einer neuen Session, in der Philippe Martin, Wirtschaftsberater von Emmanuel Macron, die Vorstellungen zur Reform der europäischen Schuldenregeln vorstellen und diskutieren wird.

Viele Grüße,
Thomas Fricke

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Aaron Klein: What is a financial transaction tax?

28. April 2021 Kommentare aus

tax-enA financial transaction tax (FTT) as a new source of government income is a hot-button issue in the United States. In this focused, accessible overview, economist Aaron Klein explains how an FTT works, who pays it and what its potential revenues might be under different plans. He distills the debates about the ramifications of the tax and provides evidence from other countries of its possible impacts. Wall Street denizens and Main Street investors will find great value in this impartial report on a significant financial proposal. getabstract

About the Author
Aaron Klein is a fellow at the Brookings Institution and its policy director on regulation and markets.

Thomas Fricke: Superwahljahr – Was läuft wirklich falsch im Land?

26. April 2021 Kommentare aus

Viel Wohlstand, wenig Arbeitslose und ein ganz ordentliches Sozialbudget – und trotzdem sind viele Menschen unzufrieden. Höchste Zeit, dieses Phänomen zum Start des Wahlkampfs aufzuklären.

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