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Archive for the ‘Exklusiv’ Category

Wirtschaftsdienst exklusiv – Wie hat sich der Anteil einkommensschwacher Personen in Deutschland entwickelt?

Karl Brenke geht in seinem Aufsatz aus der Juni-Ausgabe des Wirtschaftsdienst der Frage nach wie sich der Anteil einkommensschwacher Personen in Deutschland entwickelt hat. Die kurze Antwort lautet: Der Anteil einkommensschwacher Personen hat zugenommen, aber auch deren Einkommen. Abhängig von der sozialen Gruppe zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Ostdeutsche sind eher einkommensschwach als Westdeutsche, das gleiche gilt für Personen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund. Unter Rentnern ist der Anteil der Einkommensschwachen gering, unter Erwerbslosen jedoch sehr hoch. Den Aufstieg aus dieser Gruppe haben im Vergleich der Jahre 2011 und 2016 weniger als die Hälfte der Erwachsenen geschafft.

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Michael Lewis: Aus der Welt – Grenzen der Entscheidung oder Eine Freundschaft, die unser Denken verändert hat

3. Juni 2018 Kommentare aus

Was habe ich mir nur dabei gedacht? Der Psychologe Daniel Kahneman hat sich diese einfache Frage zur Lebensaufgabe gemacht“, sagte Präsident Barack Obama 2013, als er Kahneman die Presidential Medal of  Freedom verlieh. Die Antwort auf die genannte Frage lautet oft: Nicht viel. Denn wenn wir denken, denken wir allzu oft in Abkürzungen, vereinfachen komplexe Probleme, assoziieren willkürlich und lassen uns von Vorurteilen täuschen, so die Erkenntnisse von Kahneman und seinem Kollegen Amos Tversky.

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Wirtschaftsdienst exklusiv – Wissenschaftliche Politikberatung: Plädoyer für Pluralität

14. Mai 2018 Kommentare aus

Welche Rahmenbedingungen benötigt die Wissenschaft, damit Politikberatung gelingen kann? Hans-Jürgen Krupp problematisiert den Rückgang an Lehrstühlen für Sozialpolitik in Deutschland, durch den die Basis wirtschaftswissenschaftlicher Politikberatung aus seiner Sicht ausgehöhlt wurde. Ebenso gibt er zu bedenken, dass in den Wirtschaftswissenschaften ein ausreichendes Maß an Pluralität sichergestellt werden muss. Im Vergleich mit den USA sind die Wirtschaftswissenschaften in Deutschland weniger breit aufgestellt.

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Leonhard Fischer: Es waren einmal Banker – Warum das moderne Finanzsystem gescheitert ist

26. April 2018 Kommentare aus

Auch zehn Jahre nach der Finanzkrise staunt noch immer so mancher, wie es zu einem solchen Desaster mit Ansage kommen konnte. Der ehemalige Investmentbanker Leonhard Fischer versucht eine Erklärung. Höchst kenntnisreich, aber dennoch sehr persönlich schildert er seine Sicht der Dinge – schonungslos, was das eigene Metier angeht, und durchaus auch selbstkritisch. Interessant wird es vor allem, wo Fischer aufzeigt, dass das gegenwärtige Finanzsystem nach den zahlreichen Rettungsaktionen von Staaten und Zentralbanken nur noch sehr bedingt als marktwirtschaftlich zu bezeichnen ist. Auch überzeugt seine Kritik am blinden Vertrauen auf computerbasierte Risikomodelle. Großes Vorwissen ist für die Lektüre nicht nötig, Laien werden an dem Buch ihre Freude haben. Wer sich hingegen mit dem Thema Banken inklusive Finanzkrise schon beschäftigt hat, wird nicht allzu viel Neues finden. Auch einen wirklichen Gegenentwurf liefert der Autor nicht und die Anlagetipps bleiben recht allgemein. Insgesamt ist das Buch aber eine kompetente und faktengesättigte Analyse aus Insiderperspektive, findet getAbstract. go to abstract

Über den Autor:
Leonhard Fischer startete seine berufliche Laufbahn im Investmentbanking der US-Bank J. P. Morgan und war später unter anderem Vorstand der Dresdner Bank.

Yanis Varoufakis: Die ganze Geschichte – Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment

27. März 2018 Kommentare aus

Yanis Varoufakis wurde von Medien und Politikern zum Buhmann der EU abgestempelt, als er die Verträge zur Rettung des bankrotten Griechenlands neu verhandeln wollte. Sein Buch über Verrat, Mauschelei und Betrug auf der einen sowie Patriotismus, Kampfgeist und Gerechtigkeitssinn auf der anderen Seite liest sich spannend wie ein Thriller und ist umso erschreckender, weil es eben nicht Fiktion ist. Mithilfe von Mitschriften, Videoaufnahmen und Erinnerungen rekonstruiert der ehemalige griechische Finanzminister den Prozess der Griechenlandrettung. Dabei entsteht ein ganz anderes Bild als das in den Medien gezeichnete. Nebenbei erklärt der begnadete Wirtschaftswissenschaftler noch volkswirtschaftliche Zusammenhänge so, dass es selbst dem Laien plötzlich wie Schuppen von den Augen fällt: Die Rettungspakete konnten nie und nimmer Griechenland retten. Und, so Varoufakis, sie sollten es auch nicht. Dass der Motorrad fahrende Ex-Minister dabei auch immer eine Portion Selbstverliebtheit durchklingen lässt, sei ihm verziehen. Immerhin hat er Großes versucht, wenn auch nicht erreicht. Dieses eloquente Buch ist eine spannende Lektüre für jeden, dem ein demokratisches Europa am Herzen liegt, findet getAbstractgo to abstract

Über den Autor:
Yanis Varoufakis war 2015 Finanzminister in Griechenland und bestand darauf, das Rettungspaket neu auszuhandeln. Er lehrte Wirtschaftswissenschaft an der Universität Athen sowie an Universitäten in England, Australien und den USA. Er ist Mitgründer der Demokratiebewegung DiEM25 und hat unter anderem „Der globale Minotaurus“ verfasst.

Harald Welzer: Wir sind die Mehrheit – Für eine offene Gesellschaft

27. Februar 2018 Kommentare aus

Der Gedanke, dass Deutschland die wichtigste Demokratie der Welt sei, kommt überraschend. Aber er könnte zutreffen, da in den USA unter Donald Trump offensichtlich demokratische Strukturen abgebaut werden. Die offene Gesellschaft ist aber auch hierzulande in Gefahr, und es ist wichtig, sich für ihren Erhalt einzusetzen. Dies tut Harald Welzer engagiert und bisweilen recht undiplomatisch, ja polemisch. Wie er zwischen dem Loblied auf die offene Gesellschaft, beißender Kritik an der AfD und Horst Seehofer wie auch an VW-Managern, Warnungen vor Donald Trump, Parallelen zu Adolf Hitler, den Wirkungen des Neoliberalismus und weiteren Aspekten umherspringt, liest sich erfrischend, führt aber zu etlichen Wiederholungen und Schleifen im roten Faden. Dies könnte aber auch als didaktischer Kniff durchgehen, um die Einprägsamkeit zu erhöhen. Scharfsinnig seziert Welzer die perfiden Strategien der Gegner einer offenen Gesellschaft, der Menschen- und Demokratiefeinde, die meinen, ihr Weltbild der Mehrheit aufzwingen zu müssen. getAbstract hält dieses Büchlein für wichtig und legt es jedem Freund eines demokratischen Gemeinwesens ans Herz.

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Über den Autor:
Harald Welzer lehrt Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg und Sozialpsychologie an der Universität St. Gallen. Er ist Mitgründer der Initiative Offene Gesellschaft und hat diverse Bücher veröffentlicht.

Gerd Müller: Unfair! – Für eine gerechte Globalisierung

25. Januar 2018 Kommentare aus

Der Autor, seit 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, legt eine Bestandsaufnahme und zugleich Lösungsansätze der drängendsten globalen Probleme vor: Hunger, Armut und Massenmigration. Dabei liegt sein Fokus vor allem auf Afrika, dem Kontinent mit der weltweit dynamischsten wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung. Für Müller ist Afrika mehr ein Kontinent der Chancen denn der Probleme. Eine beispiellos junge Bevölkerung, gigantische Rohstoffvorkommen und bislang ungenutzte landwirtschaftliche Nutzflächen sorgen für enormes Potenzial. Allerdings gilt es zunächst, gewaltige Probleme zu überwinden, wie etwa die allgegenwärtige Korruption. Außerdem sind die westlichen Industrienationen in der Pflicht, Ressourcengerechtigkeit herzustellen und das Weltwirtschaftssystem fairer zu gestalten. Müllers Vorschläge laufen auf einen ökosozialen New Deal hinaus, was bei seiner Parteizugehörigkeit – Müller ist CSU-Mitglied – ein wenig überrascht. Das Buch ist erstaunlich gut geschrieben, wenn auch stellenweise etwas mit Gemeinplätzen überladen und etwas zu sehr vom Berufsoptimismus seines Autors gefärbt. Insgesamt gelingt es Müller jedoch hervorragend, Daten, Zahlen und Fakten mit persönlichen Betrachtungen und pragmatischen Lösungsvorschlägen zu verbinden, findet getAbstract.
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Über den Autor:
Gerd Müller ist CSU-Mitglied und seit 1994 Mitglied des deutschen Bundestages. Seit 2013 ist er Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und setzt sich besonders für den afrikanischen Kontinent ein.