Archiv

Archive for the ‘Globalisierung kompakt’ Category

Rüdiger Safranski – Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch?

15. Oktober 2007 Kommentare aus

Rüdiger SafranskiDie Frage: Wie viel Globalisierung verträgt der Mensch?, zu stellen, bedeutet bereits, die Globalisierung nur eingeschränkt zu bejahen.

Wir verbringen zwar unsere Ferien in der Dominikanischen Republik, verspeisen Äpfel aus Neuseeland, tanken Benzin aus arabischen Ölquellen, bekleiden uns mit in Sri Lanka genähten Hemden, sind jederzeit und überall mit dem Handy erreichbar, und die Banken lenken riesige Geldströme in Sekundenschnelle rund um den Globus.

 Die Menschen in den industrialisierten Ländern leben also längst im "globalen Dorf". Ist dies nun Segen oder Bedrohung? Diese Frage versucht Rüdiger Safranski zu beantworten. Safranski ist kein Ökonom, sondern Philosoph, deshalb analysiert er nicht die Geldströme, sondern stellt Fragen wie: Bringt die Globalisierung den Menschen mehr oder weniger Freiheit? Wie groß ist der Druck der Informationsflut auf die Welterfahrung des Einzelnen? Welche Folgen hat dies für unsere Selbstbestimmung?

Hierzu liefert der Autor äußerst interessante Denkanstöße und Einsichten. getAbstract.com empfiehlt diese knappe, aber gedankenreiche Schrift jedem, der über die Globalisierung und ihre Folgen unideologisch nachzudenken bereit ist.

Über den Autor

Rüdiger Safranski wurde 1945 in Rottweil geboren. Der vielfach preisgekrönte Autor und Philosoph erreichte eine große Leserschaft mit seinen Biographien über Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche und Friedrich Schiller. Rüdiger Safranski moderiert zusammen mit Peter Sloterdijk im ZDF das Philosophische Quartett. Er lebt in Berlin.

Die ausführlichen Zusammenfassungen der Bücher können Sie hier bestellen.

Paul Krugman – Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg

13. Oktober 2007 Kommentare aus

Paul KrugmanAuf einer Veranstaltung des frisch gewählten Präsidenten Clinton lauschte der amerikanische Ökonom Paul Krugman einem Vortrag des damaligen Apple-Chefs John Sculley über den "globalen Krieg in der Wirtschaft". Die martialische Rede erntete begeisterten Applaus anwesender Honoratioren.

Krugman klatschte nicht, sondern dachte nach: In seinen Augen war die Weltwirtschaft keineswegs der Kampf um einen Kuchen namens Wohlstand, kein Nullsummenspiel, bei dem der eine dem anderen etwas wegnahm. Doch die Populisten, die genau dies behaupteten, stießen nicht nur überall auf offene Ohren, sondern machten mit ihren Thesen zudem ordentlich Kasse.

Also schrieb Krugman eine Generalabrechnung mit den "Pop-Ökonomen". Man kann ihm nur dankbar sein dafür, denn es beleuchtet das Thema Internationaler Wettbewerb mit vielen plausiblen Beispielen (leider meist nur aus den USA), Analysen und Kommentaren, gewürzt mit reichlich Polemik gegen seine akademischen Widersacher. Schade nur, dass Krugman in vielen Kapiteln immer wieder von vorne anfängt und die Thesen und Themen gebetsmühlenartig wiederholt – wohl weil das Buch eine Zweitverwertung einzelner, bereits vorher veröffentlichter Artikel ist.

getAbstract.com empfiehlt es trotzdem allen, die bei den Themen Globalisierung und Internationaler Wettbewerb fundiert mitreden wollen.

Über den Autor

Paul Krugman gilt als einer der brillantesten amerikanischen Ökonomen der jüngeren Generation. Er lehrt am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und ist Autor zahlreicher Bücher, u. a. The Return of Depression Economics und The Great Unraveling (Der große Ausverkauf) sowie Kolumnist der New York Times.

Die ausführlichen Zusammenfassungen der Bücher können Sie hier bestellen.

Dani Rodrik – Grenzen der Globalisierung

9. Oktober 2007 Kommentare aus

Dani RodrikDie meisten Globalisierungsbücher haben eine sehr eingeschränkte Sichtweise: Entweder wollen sie den Leser von den Qualitäten des Freihandels überzeugen oder diesen in Bausch und Bogen verdammen.

Dani Rodriks Buch ist anders: Der Harvard-Professor geht erheblich nüchterner, wissenschaftlicher vor, ohne dabei den Leser zu langweilen. Sehr sorgsam sammelt er Studien, die für und gegen die Globalisierung sprechen, wertet sie aus und zieht seine Schlussfolgerungen.

Dabei bleibt er immer neutral, auch wenn seine Fragestellung: "Hat der Freihandel die Auflösung nationaler Gesellschaften zu Folge?", ihn eher in die Nähe des Lagers der Globalisierungsgegner zu rücken scheint. Anhand der drei Kernthemen Arbeitsmarkt, nationale Normen und soziale Sicherungssysteme klopft er die Auswirkungen des Freihandels auf die einzelnen Länder ab.

Sein Hauptaugenmerk richtet er also auf die sozialen Systeme, in denen die "echten" Menschen leben – und auch nach der Verlagerung großer Produktionsstätten ins Ausland weiterhin leben müssen. Rodrik beschränkt sich nicht auf die ökonomischen Freihandelsparolen vom komparativen Kostenvorteil etc., sondern geht das Problem eher von der sozialwissenschaftlichen Seite an.

Darum empfiehlt getAbstract.com dieses schnell gelesene Buch nachdrücklich allen, die sich für Globalisierungsfragen interessieren und die einseitig polemische Streitschriften satt haben.

Über den Autor

Dani Rodrik ist Professor für Internationale Wirtschaft an der Universität von Harvard. Darüber hinaus ist er Forschungsbeauftragter am National Bureau of Economic Research sowie am Centre for Economic Policy Research.

Die ausführlichen Zusammenfassungen der Bücher können Sie hier bestellen.

Martin Wolf – Warum die Globalisierung funktioniert

5. Oktober 2007 Kommentare aus

Martin WolfIn diesem Buch steckt der Autor Martin Wolf sein intellektuelles Gebiet ab und verteidigt es – gegen die Globalisierungsgegner.

Wolf beginnt mit der alten liberalen Idee, dass der Wert des Individuums und die Anerkennung seines Rechts auf wirtschaftlichen Aufstieg die Grundlage der Demokratie bildeten. Davon ausgehend, bringt er seine Kritik an den Globalisierungsgegnern vor und macht die diversen Interessen deutlich, die der globalen Integration der Märkte entgegenstehen.

Er präsentiert Hinweise dafür, dass die Macht der internationalen Unternehmen von den Globalisierungsgegnern übertrieben dargestellt wird, und kommt zu dem Schluss, dass es nicht zu viel Globalisierung gebe, sondern zu wenig.

getAbstract.com meint: Diese Pro-Globalisierungs-Schrift sollte in keiner Buchreihe fehlen, die dem ökonomischen Rationalismus verpflichtet ist. Skeptiker werden sich jedoch von den altbekannten Argumenten des Wirtschaftsliberalismus und des Marktfundamentalismus wohl kaum überzeugen lassen. Dass der Autor Globalisierungsgegner, Faschisten und Terroristen ins gleiche Boot setzt, trägt nicht gerade zur Glaubwürdigkeit des Buches bei.

Über den Autor

Martin Wolf ist Mitherausgeber und Chefkommentator bei der Financial Times. Wolf hat an der Universität von Oxford studiert. Er ist Gastprofessor am Nuffield College in Oxford und Professor an der Universität von Nottingham. Er hat zahlreiche journalistische Auszeichnungen erhalten und war in den 1970er Jahren für die Weltbank tätig.

Die ausführlichen Zusammenfassungen der Bücher können Sie hier bestellen.

Peter Bofinger – Wir sind besser, als wir glauben

1. Oktober 2007 Kommentare aus

Peter BofingerPeter Bofinger schwimmt gegen den Strom. Während Politiker jeder Couleur den Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr sehen und ein Sparappell den nächsten jagt, lautet das Credo des Wirtschaftsweisen: Wir sind besser, als wir glauben!

Das gilt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie für die Flexibilität und Produktivität der Arbeitnehmer. Woran Deutschland kranke, sei die schleppende Binnennachfrage. Alle bisherigen Reformen führten daher in die falsche Richtung: Nicht Einschnitte ins soziale Netz, sondern planvoller Umbau sei gefragt; nicht reale Lohnkürzung, sondern moderate Lohnsteigerung; nicht drastische Senkung der Staatsausgaben, sondern Investitionen. Kurz: eine konsequent nachfrageorientierte (keynesianische) Politik.

Nach einer Bestandsaufnahme liefert Bofinger eine detaillierte Ursachenanalyse und einen Gegenentwurf zur aktuellen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: Hans Eichel wird da schon mal zum "König der Sparschweine", Bofingers Kollege Hans-Werner Sinn zum "Prophet der Apokalypse".

getAbstract.com empfiehlt das Buch allen an der Debatte um den Standort Deutschland Interessierten – denn wenn sich auch über den Inhalt trefflich streiten lässt: So verständlich hat sich lange kein Wirtschaftsaugur mehr geäußert.

Über den Autor

Peter Bofinger ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und wurde 2004 in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung berufen, dessen Mitglieder als die "fünf Wirtschaftsweisen" bezeichnet werden. Seine Forschungsschwerpunkte sind allgemeine Wirtschaftspolitik sowie Geld- und Währungstheorie.

Die ausführlichen Zusammenfassungen der Bücher können Sie hier bestellen.