Archiv

Archive for the ‘Exklusiv’ Category

Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt: Gescheiterte Globalisierung – Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates

7. November 2018 Kommentare aus

In der Ökonomie klaffen Theorie und Praxis immer weiter auseinander. Volkswirtschaften entwickeln sich anders, als die Volkswirtschaftslehre es erklären kann. Wir brauchen eine neue theoretische Basis, fordern Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt – und zwar eine, die dem Staat eine Rolle als maßgeblicher gesamtwirtschaftlicher Akteur einräumt. Die fundierte makroökonomische Argumentation der Autoren ist in diesen makroökonomisch bewegten Zeiten ein ambitioniertes Unterfangen, das für jeden Volkswirt seinen Reiz haben sollte. Das Faszinierende an den Erkenntnissen und Vorschlägen ist, dass sie sich nicht als Resultat einer zeitgenössischen Keynes-Exegese abtun lassen. Denn bei aller Abstraktheit ökonomischer Begrifflichkeiten gelingt es den Autoren, den Blick auf der Realwirtschaft zu halten. getAbstract ist der Meinung, dass sich die ökonomischen Widersprüche unserer Zeit mit diesem Buch besser verstehen lassen als mit manchem Klassiker. go to abstract

Über die Autoren:
Der Ökonom Heiner Flassbeck war 1998/99 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Danach war er Chefvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD). Zusammen mit dem ehemaligen Banker Paul Steinhardt ist er Herausgeber des Magazins Makroskop.

Erwiderung zum Faktencheck: Unterschätzte Ökonomen? (Hans-Werner Sinn)

22. Oktober 2018 1 Kommentar

Lag Hans-Werner Sinn 2003 richtig, dass Deutschland dabei war, als Exportnation abzusteigen? Haben unsere Leitökonomen die Finanzkrise in Wahrheit doch vorhergesehen? Und kommt womöglich die lange prophezeite Jobkrise wegen des Mindestlohns noch? Zumindest hat Hans-Werner Sinn das gesagt – als wütende Antwort auf eine Kolumne, in der ich kürzlich mal versucht hatte, der, sagen wir, Leistungsträgerschaft deutscher Ökonomen auf den Grund zu gehen.

Hier ist meine Duplik (wusste gar nicht, dass sowas so heißt). Fortsetzung der kleinen Soap um die Frage, ob Deutschlands führende Ökonomen nicht vielleicht doch ziemlich gut liegen und lagen, wenn es um die (Früh-)Erkennung der großen Probleme unserer Zeit geht.

Erwiderung zum Faktencheck: Unterschätzte Ökonomen?

Wirtschaftsdienst exklusiv – Ökonomische Wurzeln des Populismus

17. September 2018 1 Kommentar

Die liberale Demokratie westlicher Prägung steht unter Beschuss. Populisten in Europa und den USA haben es auf eine Veränderung der bestehenden Ordnung abgesehen. Für Thieß Petersen hat der Aufschwung populistischer Strömungen auch ökonomische Wurzeln. Die Globalisierung und der technische Fortschritt setzen bestimmten Teilen der Bevölkerung der Industriestaaten massiv zu: Stagnierende Einkommen und Arbeitsplatzverluste erhöhen die Empfänglichkeit für populistische Parolen. In der September-Ausgabe des Wirtschaftsdienst analysiert Thieß Petersen (Senior Advisor der Bertelsmann Stiftung) die ökonomischen Ursachen des Populismus genauer.

Weiterlesen …

Dani Rodrik: Straight Talk on Trade – Ideas for a Sane World Economy

5. September 2018 Kommentare aus

Today, international trade intertwines countries’ economies more closely than ever before. This state of the world is a victory for those who, since the end of World War II, have promoted free trade as the solution to global ills. However, trade has become a target of popular backlash and new tariff battles. Many people believe that nations have created their own Frankenstein monster in complex global treaties. In a collection of his previously published articles, economist Dani Rodrik offers a wide-ranging overview of the complications of early 21st-century trade agreements. He coalesces his thoughts into seven intriguing principles for “a sane world economy.” Though his text is often abstract and tends to meander, Rodrik nevertheless makes some salient points about fair and equitable trade and the need for strong nation-states. While always politically neutral, getAbstract recommends his thought-provoking work to executives, trade experts and economists.

go to abstract

About the Author:
Dani Rodrik is a professor at Harvard University’s John F. Kennedy School of Government.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Zehn Jahre nach Lehman: Neoklassik in der Krise

29. August 2018 Kommentare aus

Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 löste eine globale Finanzkrise aus. Diese kann als außergewöhnliches Ereignis interpretiert werden, aber auch als eine Krise des Systems. Fraglich ist, ob die globale Finanzmarktstabilität nachhaltig gestärkt ist und die Finanzmärkte Schocks widerstehen können. Stephan Schulmeister ist Universitätslektor in Wien und kritisiert die Neoklassik scharf. Er konstatiert, dass die Krise nicht erkannt werden konnte, weil sie in dieser Theorie nicht vorgesehen ist. Die systemische Ursache der Krise verortet er wie folgt: „Die gleichzeitige Entwertung von Aktien­, Immobilien­ und Rohstoffvermögen 2007/2008 durch drei Bärenmärkte, denen drei simultane Bullenmärkte vorangegangen waren.“

Weiterlesen …

Kate Raworth: Die Donut-Ökonomie – Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört

6. August 2018 Kommentare aus

Kate Raworth stellt in ihrem Buch einen überzeugenden Gegenentwurf zur klassischen Wirtschaftstheorie vor. Das Konzept der „Donutökonomie“ weitet den Blick und erhöht die Chance, zu neuen Wirtschaftsformen zu gelangen, die die lebensspendenden Ressourcen der Erde schonen. Auf erfrischende Weise beantwortet Raworth die Frage, die sich Generationen von Wirtschaftsstudenten gestellt haben: Warum werden weiter Kurven und Modelle diskutiert, deren Annahmen nichts mit der Realität zu tun haben? Keine Zeit damit vertrödeln, lautet Raworths Antwort, und stattdessen nützliche Modelle entwickeln. Das Buch ist ein kraftvolles Plädoyer für eine Neuausrichtung der Wirtschaftswissenschaften. Den praktischen Weg der Umsetzung beschreitet Raworth allerdings nur in ersten, zaghaften Schritten. Viele Fragen bleiben offen. So erklärt Raworth zwar, nicht nur Einkommen müsse umverteilt werden, sondern auch die Quellen des Wohlstands. Aber was dies machtpolitisch bedeutet, darauf geht sie nicht ein. Ebenso wenig beantwortet sie die Frage, warum sich die veralteten Denkansätze so lange halten können. Ein weiterer, womöglich etwas kleinlicher Kritikpunkt betrifft das titelgebende Modell selbst: Das Bild des Teigkringels ist etwas schief, da Raworths Diagramm rein zweidimensional ist. Mit dem Gedankenbild eines – dreidimensionalen – Donuts lassen sich ihre Ausführungen des Modells nur mit viel gutem Willen übereinbringen. getAbstract empfiehlt das Buch dennoch allen, die Ökonomie neu denken und die Theorie in den Dienst von Zielen stellen möchten.

go to abstract

Über die Autorin:
Kate Raworth ist Wirtschaftswissenschaftlerin und lehrt in Oxford und Cambridge.

Wirtschaftsdienst exklusiv – Ein Grundeinkommen für Kinder

4. August 2018 Kommentare aus

Familien mit Kindern und vor allem Alleinerziehende sind in Deutschland zunehmend von Armut bedroht. Insbesondere bei kleinen und mittleren Einkommen erscheint die Gestaltung des Transfersystems zudem nicht unproblematisch, weil dort zusätzliche Anstrengungen, Einkommen zu erzielen teilweise mit Transferentzug bestraft werden. Um dieses Dilemma aufzulösen, schlägt Christian Breuer, Steuerexperte und Junior-Professor an der an der Technischen Universität Chemnitz, in der Juli-Ausgabe des Wirtschaftsdienst ein Grundeinkommen für Kinder von 400 Euro pro Monat vor.

Weiterlesen …