Thomas Fricke: Wirtschaftslehre – Als der Mainstream von rechts kam

20. Juni 2020 Kommentare aus

Driftet Deutschland wirtschaftspolitisch gerade nach links? Quatsch. Es endet nur womöglich die Zeit, in der Topökonomen mit politisch konservativer bis rechter Schlagseite dominierten.

Weiterlesen …

Konjunktursignale der nächsten Tage

14. Juni 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen die Einzelhandelsumsätze aus China und den USA im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-06-12 Wochenvorschau

Montag: Das Konjunkturbild in China ist zweigeteilt: Die Industrieproduktion hat sich bereits im März stark erholt und lag bereits im April wieder über dem Vorjahresniveau. In den kommenden Monaten dürfte die globale Rezession auf die Exportnachfrage drücken und die Industrieproduktion belasten. Für den Mai erwarten wir aber einen Zuwachs von 4,8 %, da sich hier die Exporte noch robust gezeigt haben. Die Einzelhandelsumsätze sanken nach Ausbruch der Corona-Krise weniger stark, doch sie erholten sich bislang nicht durchgreifend, was vor allem auf die noch immer vorhandene Vorsicht der Konsumenten zurückzuführen ist. Wir erwarten, dass die Einzelhandelsumsätze im Mai noch 4,0 % unter dem Vorjahresniveau gelegen haben.

Dienstag: Der überraschend starke US-Arbeitsmarktbericht hat vermutlich den Kurs der US-Wirtschaft im Mai bereits vorgezeichnet: Der Beginn der Erholung ist durchaus kräftig. Die Einzelhandelsumsätze dürften aufgrund der geringen Restriktionen relativ kräftig angestiegen sein. Die Autoverkäufe haben dies ebenfalls angedeutet. Auch in der Industrie dürfte es einen starken Anstieg gegeben haben. Dies deutete die Entwicklung der Wochenarbeitszeit im Mai an. Der Produktionszuwachs ist geringer als im Einzelhandel, allerdings war hier auch der Einbruch weniger ausgeprägt. In beiden Fällen dürfte ca. ein Drittel des vorherigen Rückgangs wieder aufgeholt worden sein. Es ist allerdings relativ unwahrscheinlich, dass der Aufholprozess in dieser Geschwindigkeit weitergehen wird.

Freitag: Beim kommenden EU-Videogipfel am 19. Juni werden die Staats- und Regierungschefs vor allem über den von der Europäischen Kommission vorgelegten Wiederaufbaufonds beraten. Er sieht ein Volumen von 750 Mrd. Euro vor, 500 Mrd. Euro hiervon sollen Zuschüsse sein, die nicht wieder zurückgezahlt werden müssen, 250 Mrd. Euro Kredite. Entscheidend ist die Bereitschaft von Deutschland, sich mit umfangreichen Transfers am Wiederaufbau von Euroland zu beteiligen. Mit einer schnellen Einigung, was das Volumen und die Verteilung der Mittel anbelangt, wird allerdings nicht gerechnet. Widerstand kommt vor allem aus den Niederlanden, Schweden und Österreich. Dies sollte aber im Laufe der nächsten Monate unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gelöst werden.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

Thomas Fricke: Pandemie und Populismus – Der Schock von rechts könnte noch kommen

13. Juni 2020 Kommentare aus

Populisten wie Donald Trump, Boris Johnson und die AfD schwächeln während der Coronakrise in der Wählergunst. Aber die Erfahrungen mit der Spanischen Grippe lassen befürchten, dass die Entwarnung trügerisch ist.

Weiterlesen …

Konjunktursignale der nächsten Tage

7. Juni 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen die deutsche Nettoproduktion und der Fed-Zinsentscheid im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier:  2020-06-05 Wochenvorschau

Montag: Die Konjunkturwelt bebt. Mit dem zweiten Rekordrückgang in Folge brachen die Auftragseingänge der deutschen Industrie als Folge des globalen Lockdowns in sich zusammen. So wenig Neuaufträge verbuchte die deutsche Industrie seit 1999 nicht mehr. Zu wenige Aufträge, zu wenige Vorleistungen, zu wenige Arbeitskräfte. Corona führt zu einer Vollbremsung der deutschen Industrieproduktion, die sich am stärksten in der Automobilproduktion zeigen wird. Da die Bauwirtschaft vergleichsweise unbeschadet geblieben ist – bei hoher Auslastung gingen die Aufträge etwas zurück – geht die Produktion im produzierenden Gewerbe im April „nur“ um rund 19 % im Vergleich zum Vormonat zurück.

Montag: Das deutsche Konjunkturpaket ist geschnürt und die europäische Geldpolitik willens, weitere Mittel bereitzustellen. Unter dem Eindruck dieser Nachrichten werden mehr Finanzmarktanalysten am Wochenende in der Sentix-Umfrage ihr Kreuz in der Rubrik gut/besser machen. Durchaus vorhandene Risiken wie die Unruhen in den USA, der wiederaufkeimende Konflikt zwischen China und den USA oder die immer bedrohlicheren Brexit-Verhandlungen werden aktuell ausgeblendet. Die Märkte haben das in den letzten Tagen und Wochen eindrucksvoll gezeigt. Wir erwarten daher eine Verbesserung der Sentix-Lageeinschätzung und der Konjunkturerwartungen für die Eurozone im Juni.

Mittwoch: Die Fed hat seit Anfang März ihre Bilanz um gut 3000 Mrd. US-Dollar ausgeweitet. Die damit verbundenen Maßnahmen (bspw. der Kauf von US-Staatsanleihen) waren notwendig, um die Funktionsweise der Kapitalmärkte zu gewährleisten, und es zeigt sich, dass sie damit überaus erfolgreich war. Bislang sind diese Maßnahmen unbefristet, und es gibt auch keine bekannten festen monatlichen Summen. Wir gehen davon aus, dass die Fed beim Zinsentscheid über diesen Punkt weiterhin keine Aussagen machen wird. Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es keine neuen makroökonomischen Projektionen der FOMC-Mitglieder. Sofern diese aktualisiert veröffentlicht werden, werden sie unveränderte Leitzinsen mindestens bis Ende 2021 enthalten. Wir erwarten derzeit erst Mitte 2023 die erste Leitzinsanhebung.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

Thomas Fricke: Konjunkturpaket der Bundesregierung – Bis zum nächsten Wumms

6. Juni 2020 Kommentare aus

So viel Konjunkturpaket wie jetzt war selten. Trotzdem muss die Regierung womöglich bald schon nachlegen – denn die 130 Milliarden Euro könnten gegen die Rezession nicht reichen.

Weiterlesen …

Konjunktursignale der nächsten Tage

1. Juni 2020 Kommentare aus

In der kommenden Woche sollte man am Montag auf die Einkaufsmanagerindizes aus China, am Donnerstag auf die Ratssitzung der EZB und am Freitag auf den US-Arbeitsmarktbericht achten. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-29 Wochenvorschau

Sonntag: Das verarbeitende Gewerbe in China hat sich nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen bereits im März schnell erholt und produzierte im April mehr als im Vorjahresmonat. Die Aufholeffekte wegen der im Januar und Februar ausgefallenen Produktion dürften damit bereits weitgehend ausgelaufen sein. Die positiven Effekte des Infrastrukturprogramms, das bereits angelaufen ist, dürften geholfen haben, den offiziellen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai über der Marke von 50 Punkten (DekaBank-Prognose: 50,5 Punkte) zu halten. Doch der Einbruch der Exportaufträge spricht dafür, dass die Dynamik in den kommenden Monaten gedämpft bleibt.

Donnerstag: Verschiedene Notenbanker haben signalisiert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei dieser Ratssitzung den Umfang des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) anheben wird. Zwar steht der größte Teil der ursprünglich für Wertpapierkäufe vorgesehenen 750 Mrd. Euro noch zur Verfügung. Mit diesem Rahmen würde die EZB das zuletzt hohe Tempo ihrer Käufe jedoch nicht bis zum Jahresende fortsetzen können. Um keine Zweifel an ihrer Handlungsfähigkeit und Entschlossenheit aufkommen zu lassen, dürfte sie daher schon jetzt das Programm um 500 Mrd. Euro aufstocken und bis März nächsten Jahres verlängern. Auf der Pressekonferenz dürfte intensiv diskutiert werden, inwieweit sich dabei der Kauf von Staatsanleihen am Eigenkapitalschlüssel der EZB orientieren soll.

Freitag: Nach dem historisch schlechten US-Arbeitsmarkt-bericht vom April dürfte auch im Mai ein weiterer schlimmer folgen. Verglichen mit dem Rekord-Wert im April dürfte der Beschäftigungsabbau im Mai zwar deutlich schwächer gewesen sein, mit etwa 6 Mio. weniger Beschäftigten wäre er aber immer noch ein Hingucker im historischen Vergleich. Für die Arbeitslosenquote rechnen wir mit einem weiteren Anstieg auf 19 %. Die wöchentlichen Arbeitsmarktindikatoren deuten allerdings an, dass hier der Tiefpunkt im Mai bereits erreicht wurde. In den kommenden Monaten, mit der Abnahme der Corona-bedingten Restriktionen, dürften sich die Arbeitsmarktdaten somit wieder verbessern.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

Thomas Fricke: Corona-Konjunkturpaket – Damit die vielen Milliarden nicht verpuffen

29. Mai 2020 Kommentare aus

Immer neue Multimilliarden gegen die Krise? Wer davor Angst hat, sollte darauf achten, dass damit nur das finanziert wird, was wirklich gegen Rezession und Dauerstagnation hilft. Ein Leitfaden.

Weiterlesen …

Thomas Piketty: Capital and Ideology

27. Mai 2020 Kommentare aus

In this thought-provoking sequel to his bestselling Capital in the Twenty-First Century, economist Thomas Piketty expands his focus on inequality to the prodigious “political-ideological repertoire” that constitutes the economic narratives of major nations. This description helps explain the book’s length of more than 1,000 pages, but even the more ponderous sections of Piketty’s tome reward the reader with refreshing and singular slants on history and ideology. Echoing the truism that change is the only inevitability, Piketty calls for more circumspection and greater discussion of the wider causes and remedies of inequality. getabstract

About the Author
Thomas Piketty, a professor at the Paris School of Economics, is the author of the bestselling Capital in the Twenty-First Century.

Konjunktursignale der nächsten Tage

25. Mai 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen der deutsche Ifo-Index und die Euroland-Verbraucherpreise im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-22 Wochenvorschau

Montag: Zwischen den Einschätzungen der Finanzmarktana-lysten (ZEW-Umfrage) und den deutschen Unternehmen (Einkaufsmanagerindizes) scheint eine Welt zu liegen: Während das ZEW-Klima dank euphorischer Erwartungen spürbar angestiegen ist, konnten sich die Einkaufsmanagerindizes – vor allem in der Industrie – nur leicht verbessern. Anscheinend läuft die tatsächliche Erholung weitaus zäher als es an den Finanzmärkten wahrgenommen wird. Der neuerliche Produktionsstopp bei bestimmten Fertigungslinien von VW zeigt dies exemplarisch. Vor diesem Hintergrund erwarten wir nur eine leichte Verbesserung des ifo Geschäftsklimas im Mai, die zudem vor allem von den Zukunftserwartungen getrieben ist.

Freitag: Die Inflationsrate im Euroraum dürfte im Mai auf Null gefallen sein. Die Preise von Benzin, Diesel und Heizöl sind im Monatsvergleich weiter gesunken, und der zu dieser Jahreszeit untypische Preisanstieg bei frischen Lebensmitteln dürfte etwas an Kraft verloren haben. Aufgrund der Corona-bedingt eingeschränkten Verfügbarkeit von Daten mussten im April in der Abgrenzung ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak 42 Prozent der Preise geschätzt werden. Durch die allmähliche Aufhebung des Lockdowns dürfte diese Quote etwas zurückgehen, was das Risiko in sich birgt, dass die Schwäche der Kerninflation nun deutlicher zutage tritt. Wir rechnen mit einem Rückgang ihrer Jahresrate auf 0,8 %.

Freitag: Die Corona-Ansteckungswelle hat die meisten Schwellenländer später erreicht als Europa und die USA. In Indien wurde am 24. März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, als insgesamt erst gut 400 Fälle offiziell registriert waren. Doch trotz dieser frühen und drastischen Reaktion steigen die täglichen Neuansteckungen noch immer und liegen mittlerweile bei über 4000. Die Beschränkungen des Wirtschaftslebens dürften auch in Indien in den Juni hinein verlängert werden. Die stärkste wirtschaftliche Belastung fällt daher ins zweite Quartal, bevor es im dritten Quartal zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen dürfte. Schon im ersten Quartal dürfte das Wirtschaftswachstum deutlich gefallen sein. Wir erwarten einen Rückgang auf 1,6 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

Thomas Fricke: Widerstand gegen Rettungsplan von Merkel und Macron – Die frechen Vier

22. Mai 2020 Kommentare aus

Österreichs Kanzler Kurz poltert mit Niederländern, Dänen und Schweden gegen Hilfen für EU-Partner in der Krise. Das ist erstaunlich mutig: Er und seine Mitstreiter sanieren sich seit Jahren auf Kosten der anderen.

Weiterlesen …

Konjunktursignale der nächsten Tage

17. Mai 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen der deutsche ZEW-Index und die Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-15 Wochenvorschau
Weiterlesen …

Thomas Fricke: Corona-Rezession – Das Risiko der zweiten Krisenwelle

15. Mai 2020 Kommentare aus

Noch lässt sich die ganz große Wirtschaftskrise vermeiden. Die Chancen schwinden jedoch mit jeder neuen Ankündigung von Unternehmen, auf Kürzungskurs zu gehen. Zeit für ein schnelles Konjunkturprogramm.

Weiterlesen …

Konjunktursignale der nächsten Tage

10. Mai 2020 Kommentare aus

Diese Woche stehen das deutsche BIP und die US-Industrieproduktion im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-08 Wochenvorschau

Weiterlesen …

Thomas Fricke: EZB-Urteil – Richter von gestern

9. Mai 2020 Kommentare aus

Das Bundesverfassungsgericht will die Euro-Notenbank auf Regeln aus Schönwetterzeiten festnageln. Dabei wurden die von der Wirklichkeit längst überholt. Konsequent wäre, Finanzwelt und Währungsunion neu zu regeln.

Weiterlesen …

Konjunktursignale der nächsten Tage

3. Mai 2020 Kommentare aus

Allmählich werden die Corona-Folgen klarer. Dazu tragen die deutschen Produktionsdaten am Donnerstag und der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag bei. Schon am Montag gibt die Sentix-Konjunkturumfrage einen Ausblick auf die Zeit der ersten Lockerungen. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2020-05-01 Wochenvorschau
Weiterlesen …