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Posts Tagged ‘Aufsteiger-Check’

Aufsteiger-Check: Russlands Rezession verschärft sich

11. August 2009 Kommentare aus

Während andernorts das Ende der Rezession erwartet wird, ist die Wirtschaftsleistung Russlands im zweiten Quartal so stark geschrumpft wie noch nie seit Beginn der Statistiken Mitte der neunziger Jahre. Das Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem zweiten Quartal 2008 um 10,9 Prozent.

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Die heutigen Zahlen unterstreichen nochmals, dass Russland definitiv nicht zu den Erholungs-Lokomotiven wie China, Indien und Brasilien zählt. Im Gegenteil: Viele Ökonomen rechnen nun damit, dass die Rezession in Russland noch mindestens bis zum Jahresende anhält, während sie dann selbst in vielen Industrieländern wohl schon vorüber sein dürfte.

Bereits im ersten Quartal 2009 war die Wirtschaftsleistung um 9,8 Prozent auf Jahressicht geschrumpft. Vor allem der niedrige Ölpreis und die Kreditknappheit belasteten die Wirtschaft auch im Frühjahrsquartal weiter erheblich. Der Preis der russischen Erdölsorte Ural lag hier bei durchschnittlich 61,03 $ je Barrel. Vor einem Jahr waren noch Preise von bis zu 142,50 $ bezahlt worden. Zudem trägt die steigende Arbeitslosigkeit dazu bei, die Binnennachfrage auszubremsen.

Seit langem warnen Experten, dass Russland zu einseitig abhängig von Öl und Gas sei. Das wird nun schmerzhaft deutlich, wie der Kontrast zu anderen Schwellenländern wie China oder Brasilien zeigt. Diese Ansicht teilt auch die russische Regierung selbst, die allerdings schon länger verspricht etwas an der Wirtschaftsstruktur zu ändern: „So kann es nicht weitergehen“, sagte Präsident Dmitri Medwedjew am Montag in Sotschi am Schwarzen Meer. „Es ist eine Sackgasse. Die Krise hat uns in eine Situation manövriert, wo wir uns entscheiden müssen, die Struktur der Volkswirtschaft zu ändern.“ Mit dem Verfall der Rohstoffpreise sei Russland verkümmert.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Brasilien am Beginn einer Erholung

14. Juli 2009 Kommentare aus

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Die OECD hat in ihrem heute veröffentlichten Länderreport Brasilien ein gutes Zeugnis in der Krisenbewältigung ausgestellt. Die Industrieländerorganisation sieht das Land bereits am Beginn einer konjunkturellen Erholung.

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Dank der starken Verbesserung makroökonomischer Fundamentaldaten in den Jahren vor der Krise habe Brasilien die Auswirkungen der Krise gut verkraften können, hieß es in dem Bericht. Zudem hob die OECD den gesunden Bankensektor und die ausgeglichenen Finanzen der Haushalte und Firmen als zentrale Pfeiler der Stabilität hervor.

Die OECD lobte auch die Antwort der Politik auf die Krise: Sie sei den Umständen angemessen gewesen. Einige Ökonomen hatten in den letzten Monaten allerdings immer wieder bemängelt, dass die Regierung in Brasilia zu spät fiskalische Maßnahmen ergriffen habe. Trotz allem mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass Brasilien ähnlich wie China als eines der ersten Länder aus der Krise heraus kommt.

Die Aussichten auf eine Erholung wurde heute auch durch aktuelle Daten untermauert: Brasiliens Einzelhändler konnten im Mai erneut ihre Einnahmen steigern. Die Umsätze wuchsen um vier Prozent gegenüber dem Vormonat. Bereits im April hatte es einen Anstieg von 7,1 Prozent gegeben. Das zeigt, dass sich der Konsum immer mehr zur Triebkraft für eine Erholung entwickelt. Schon vor der Krise waren die brasilianischen Konsumenten ein zentraler Wachstumstreiber.

 

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Optimistische WIIW-Prognose für Russland

7. Juli 2009 Kommentare aus

Im Gegensatz zu den anderen großen Schwellenländern ist in Russland eine Erholung noch nicht wirklich greifbar. Bei der heute vorgestellten Osteuropa-Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) kommt Russland jedoch noch relativ gut weg.

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Das WIIW rechnet im Falle Russlands mit einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts um „nur“ 4,7 Prozent. Das erscheint recht optimistisch, ist doch die russische Wirtschaftsleistung im Mai noch um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Bereits im April war das BIP um 10,5 Prozent zurückgegangen.

Zum Vergleich: Die Weltbank rechnet mit einem Minus von 7,9 Prozent in Russland für das Gesamtjahr 2009. Auch viele Banken sind pessimistischer als das WIIW.

Fallende Energie- und Metallpreise, die Kreditknappheit, Währungsabwertungen und sinkende Investitionen sind zwar laut WIIW Belastungsfaktoren für die Wirtschaft Russlands. Zugleich betonen die Wiener Forscher jedoch die beträchtlichen fiskalischen Ausgaben, die vor allem durch früher akkumulierte Reserven finanziert werden. So glaubt das Institut an ein Wachstum von vier Prozent im kommenden Jahr und 4,1 Prozent im darauf folgenden.

Dieser optimistische Ausblick ist allerdings selbst innerhalb des WIIW umstritten.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Chinas Wachstum könnte laut Weltbank abnehmen

23. Juni 2009 Kommentare aus

Im gerade veröffentlichten China Quarterly Update der Weltbank prognostiziert die Washingtoner Institution dem Reich der Mitte für dieses Jahr respektables Wachstum. Für das kommende Jahrzehnt sagt die Weltbank aber geringere Wachstumsraten voraus. Lesen Sie hier die Erklärung:  

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“More subdued exports are likely to lower GDP growth, although not dramatically. From 1998 to 2008, world imports grew 6.6 percent on average and China’s exports 19.7 percent, in real terms. In the coming decade, exports will grow less. How rapidly depends on world import growth, China’s competitiveness, and possible limits to its global market share. In an illustrative scenario, on the basis of mainstream projections for world imports and assuming a continued increase in market share reflecting strong competitiveness, the growth rate of China’s exports could average 9 percent in the coming decade— 10 percentage point (pp) less than in the previous decade. China’s global market share would be 12 percent in 2018. As a comparison, the US share peaked at 14 percent in the early 1990s. The value added contribution of exports to GDP now is estimated at almost 20 percent. Thus, as a rough, illustrative estimate, GDP growth could be (0.1*0.2=) 2 pps lower in the coming decade because of lower export growth. This is significant, but not dramatic, compared to average GDP growth of 10 percent in the previous decade.

A slowdown in potential output is likely to largely reflect lower capital stock growth. China’s potential output has grown fast in the previous decades, driven by rapid capital accumulation and TFP growth. Several factors will contain potential output growth in the coming years, largely affecting the capital stock. First, most importantly, investment is likely to be subdued in the coming years, especially in manufacturing, given the outlook for exports, spare capacity, and profits. Second, the composition of investment is changing now, with more government influenced investment (GII) and less market based investment (MBI). GII is likely to contribute less to narrow GDP growth than MBI in the medium term, largely because the economic returns of investment in infrastructure are spread out over a longer period than those of investment in equipment. GII is also likely to be less efficient. Third, some of the current capital stock in sectors facing particularly large spare capacity will have to be written off. In all, on reasonable assumptions, China’s capital stock would rise by 10 percent in the coming 5 years, compared to 13.3 percent in the previous 5 years. Potential output growth would be about 2 pp lower in the coming 5 years than in the previous 5 years.

Succesful rebalancing could help boost growth. In the transition to a new setting, TFP growth may be lower because of less migration out of agriculture and policies that channel resources to less efficient activities and firms. More progress with rebalancing would help offsetting this by generating more reallocation of labor from agriculture, more education, and more service sector productivity.”

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

 

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Aufsteiger-Check: Entwicklung der BRICs driftet auseinander

16. Juni 2009 Kommentare aus

Seit Dienstag tagen die Staatschefs der BRIC-Länder auf ihrem ersten gemeinsamen Gipfel im russischen Jekaterinburg. Damit wollen die BRICs sich als Staatenblock präsentieren. Die wirtschaftlichen Unterschiede nehmen jedoch zu.

 

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Mit dem Treffen wollen die vier aufstrebenden Schwellenländer ihre politischen Ambitionen bündeln. So versuchen sie ihrem bereits beträchtlichen wirtschaftlichen Gewicht auch politisch Ausdruck zu verleihen. 13 Prozent des Welthandels gehen auf ihr Konto, 41 Prozent der Devisenreserven befinden sich in ihren Händen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich ihr Anteil am weltweiten Output von 7,5 Prozent auf mehr als 15 Prozent im vergangenen Jahr verdoppelt.

Den Großteil davon macht allerdings China aus, mit einem Anteil von prognostizierten 8,8 Prozent im Jahr 2009. Zudem zeigten die Wirtschaften in den vergangenen Jahren bereits ein sehr unterschiedliches Wachstumstempo: Russlands Anteil beispielsweise wuchs seit 1999 von 0,6 auf 2,1 Prozent, der Anteil Brasiliens dagegen stieg nur leicht von 1,9 auf 2,3 Prozent.

Infolge der Finanzkrise dürften sich die Diskrepanzen zwischen den BRIC-Volkswirtschaften noch vergrößern. Ihre ökonomische Entwicklung geht derzeit auseinander: Brasilien und Russland stecken in der Rezession, China und Indien wachsen dagegen weniger, aber dennoch weiter kräftig.

Vor allem Russland droht den Anschluss zu verlieren. Mit dem Fast-Kollaps des Finanzsystems und dem Einbruch des Ölpreises wurde die russische Wirtschaft zum Jahreswechsel gleich von zwei Schocks gleichzeitig getroffen. Brasilien dagegen wuchs ohnehin in den letzten Jahren weniger dynamisch. Zwar wird auch Russland nach den meisten Prognosen 2010 zu positivem Wachstum zurückkehren. Aber dann dürfte das russische Wachstum – anders als vor der Krise – hinter Brasilien liegen.

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Aufsteiger-Check: Brasilien rutscht in Rezession – aber nur kurzzeitig

9. Juni 2009 Kommentare aus

Brasilien ist zwar seit Dienstag offiziell in der Rezession. Doch das relativ geringe Ausmaß der zweiten Schrumpfung in Folge zu Jahresbeginn stimmt viele Ökonomen zuversichtlich. Viele rechnen nun mit einer schnellen Erholung – vielleicht schon im zweiten Quartal.   

 
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Trotz der äußerst schlechten weltwirtschaftlichen Lage schrumpfte die Wirtschaftsleistung „nur“ um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – das ist im Vergleich zu anderen Ländern wenig. Gegenüber dem Vorquartal lag der Rückgang saisonbereinigt bei  0,8 Prozent.

Hoffnung macht den Ökonomen vor allem die Entwicklung beim Konsum. Hier kam es zu einer Erholung – ein Anstieg um saisonbereinigt 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Verunsicherung bei den brasilianischen Konsumenten scheint sich also bereits zu Jahresbeginn etwas gelöst zu haben.

Anders sah es dagegen im ersten Quartal noch bei den brasilianischen Firmen aus. Neben einem Einbruch bei den Exporten – um 16 Prozent zum Vorquartal – machte sich die Krise vor allem bei den Anlageinvestitionen bemerkbar. Hier gab es einen drastischen Rückgang um 12,6 Prozent zum Vorquartal. Dabei machten sich wohl nicht nur die Folgen des Nachfrageeinbruchs und der damit einhergehenden Produktionsdrosselung bemerkbar, sondern auch die schwierigen Kreditbedingungen.

Den Industriefirmen ging es in den ersten drei Monaten des Jahres am schlechtesten: Sie vermeldeten einen Wachstumsrückgang gegenüber dem Vorquartal um 3,1 Prozent. Der Ausblick für das zweite Quartal ist jedoch hoffnungsvoll: Sowohl die Kapazitätsauslastung als auch die Einkaufsmanagerindizes haben sich in den vergangenen Monaten leicht erholt.

Damit reiht sich Brasilien in die Riege der Hoffnungsträger der Weltwirtschaft. Dazu gehören auch China und Indien – sie alle wurden vergleichsweise gering von der Krise getroffen und zeigen deutliche Anzeichen, als erste wieder heraus zu kommen. Die größte südamerikanische Wirtschaft könnte schon im zweiten Quartal die Rezession hinter sich lassen – das glaubt beispielsweise die Dekabank. Selbst pessimistischere Einschätzungen wie die der Commerzbank sehen hier maximal noch eine leichte Schrumpfung.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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Aufsteiger-Check: Indien überrascht mit robustem Wachstum

2. Juni 2009 Kommentare aus

Indiens starke Wachstumszahlen aus dem ersten Quartal hellen die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf deutlich auf. Vor allem die Dynamik im wichtigen Dienstleistungssektor verbreitet Hoffnung. Viele Volkswirte revidieren nun ihre Prognosen wieder nach oben.

 

 
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Das indische Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2009 um 5,8 Prozent auf Jahressicht gewachsen. Das Vorquartal wurde zudem von 5,3 Prozent auf 5,8 Prozent nach oben revidiert. Der durch die Konjunkturmaßnahmen getriebene Staatskonsum haben dabei ebenso geholfen wie das Wachstum bei den Dienstleistungen. So konnte die Schrumpfung im verarbeitenden Gewerbe abgefedert werden.

Das staatliche Konjunkturprogramm wird offenbar schneller umgesetzt, als viele Experten erwartet haben. Vor allem die sozialen Dienstleistungen wuchsen – um 12,5 Prozent auf Jahressicht. Hier lag ein Schwerpunkt der indischen Konjunkturmaßnahmen. Insgesamt war die Dynamik in Indiens wichtigem Service-Sektor beachtlich. Auch Finanzdienstleistungen legten deutlich zu, um 9,5 Prozent zum Vorjahr.

Anders dagegen die Lage in der Industrie: Der Einbruch des Welthandels ging hier auch an Indien nicht spurlos vorüber. Die Wirtschaftsleistung in der Industrie ist im ersten Quartal um 1,4 gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Die größten Risiken für die kommenden Quartale liegen nun bei den sinkenden Investitionen und der steigenden Arbeitslosigkeit. Die Industriefirmen passen ihre Kapazitäten der neuen Lage an. Die Entlassungen, speziell bei den Exportfirmen, könnten die wichtige Binnennachfrage dämpfen. Zudem ist der Spielraum für weitere Konjunkturmaßnahmen beschränkt.

Im Aufsteiger-Check beleuchten wir jeden Dienstag die aktuelle Lage in den großen Schwellenländern China, Russland, Indien und Brasilien.

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