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Posts Tagged ‘Jahrestagung’

Hans-Werner Sinn bekommt den Gustav-Stolper-Preis

24. September 2008 Kommentare aus

Den diesjährigen Gustav-Stolper-Preis des traditionsreichen Vereins für Socialpolitik erhält Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner Ifo-Instituts. Mit dem Preis werden Wissenschaftler geehrt, die die politische Entscheidungen besonders stark beeinflusst haben oder die Diskussion in der Politik, in der Medienlandschaft oder in der breiten Öffentlichkeit.

Unter Kollegen rief die Preisverleihung unterschiedliche Reaktionen hervor. „Hans-Werner Sinn ist ein würdiger Preisträger“, sagte Kai Konrad, selber ein Schüler des Professors aus München, am Rande der Konferenz in Graz. Konrad lehrt heute Finanzwissenschaft an der FU Berlin. Sinn könne wie kein anderer komplizierte Zusammenhänge einfach ausdrücken, ohne dass sie an Tiefgang verlören, sagte Konrad. Das sei es schließlich, was in der öffentlichen Debatte zähle. Zudem habe er eine außerordentliche Medienpräsenz.

„Wenn jemand unter den deutschen Ökonomen seit dem zweiten Weltkrieg einen Medienpreis bekommen sollte, dann Hans-Werner Sinn“, sagte Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin ebenfalls am Rande der Tagung. Allerdings übte der DIW-Chef auch etwas Kritik: Hans-Werner Sinn sei zwar in den Medien präsent, doch beeinflusse er in der Politik kaum etwas. So seien seine Vorstellung etwa von der Basar-Ökonomie nicht haltbar gewesen. Damit war Sinn vor gut drei Jahren durch die Talkshows der Republik gezogen, um den Deutschen zu erklären, dass in ihrem Lande nur noch Bauteile aus Niedriglohnländern zusammengeschraubt werden.

 „Dagegen ist Bert Rürup der machtvollste und einflussreichste Politikberater der Nachkriegszeit“, so der DIW-Chef, der selber nicht zum engeren Kreis der Kandidaten gehörte. Der Solper-Preis wird in einer elektronischen Wahl von den Mitgliedern des Vereins bestimmt. Der Preis wurde nach dem österreichischen Ökonomen Gustav Stolper benannt, der zunächst als Journalist in Österreich tätig war und dann 1930 als Spitzenkandidat der neu gegründeten Staatspartei in den Reichstag einzog. Nach der Machtergreifung von Hitler emigrierte er in die USA, wo er 1947 starb. Der Gustav-Stolper-Preis ist mit 5 000 € dotiert. 

Mitarbeit: Charlotte Bartels

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Friedrich Schneider zur Experimentellen Ökonomie

21. September 2008 Kommentare aus

Friedrich Schneider, Johannes Kepler Universität LinzDie Experimentelle Ökonomie habe seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 einen gewaltigen Auftrieb erhalten, sagt Friedrich Schneider im Gespräch mit der FTD. Gerade in der aktuellen großen Verunsicherung an den Finanzmärkten würden sich Fragen aufdrängen, warum Vertrauen verloren gehe, oder mit welchen Maßnahmen es zurückgewonnen werden könne, so der Vorsitzende des traditionsreichen Vereins für Socialpolitik, jener Ökonomenvereinigung, die ab Dienstag in Graz mehr als 600 Ökonomen zu ihrer Jahrestagung erwartet. Hören Sie das Interview hier:

Auszüge aus dem Interview [mp3 – 730 KB – 6:13 min].

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Elefantenrunde gegen Arbeitslosigkeit

13. Oktober 2007 Kommentare aus

Über ein Großereignis der Jahrestagung muss an dieser Stelle unbedingt noch berichtet werden: das Treffen der hochkarätigen Arbeitsmarktexperten Sinn, Snower und Zimmermann, so eine Art Elefantenrunde zum Abbau der Erwerbslosigkeit. Um eins vorwegzunehmen: Richtig abgebaut war die Arbeitslosigkeit danach nicht.

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Was war Ihr Highlight der Jahrestagung?

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Hier können Sie Ihr kurzes oder längeres Votum abgeben. Was war der Höhepunkt der Jahrestagung 2007? Hans-Werner Sinns Thünen-Vorlesung? Oder Philippe Aghions temperamentvolle Leistung an der Tafel? Oder ein ganz besonderes Paper? Oder eine Preisverleihung? Klicken Sie einfach auf Kommentar.

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Julio C. Saavedra – Setting Standards

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Remember the old story of the battle between the Sony’s Betamax video-cassette system and its rival, JVC’s VHS? It was all about setting an industry standard. Betamax, despite being technically superior, lost. Nowadays you’d need to be a greying baby-boomer to even remember the word.Would Sony have been better off cooperating with JVC in making their standards compatible, instead of trying to erase the competition off the map? And would have consumers profited from such cooperation? A paper by Jan Philipp Bender and Klaus M. Schmidt, both from the University of Munich, sheds some light on the cooperation vs. competition issue in standards setting.
Having your standard adopted throughout an industry is no minor coup—as long as you reap the royalties accruing from it. Just think of Microsoft’s Windows, a virtual standard for PC operating systems. Thus, firms have a strong incentive to try their best to see rival formats off.
Bender and Schmidt show that when firms merely make their products compatible, price competition is reduced and market structure is affected, but the incentives to invest on improvements remains. If, however, they agree ex ante on technology and royalty sharing, investment incentives suffer as a result. Firms, in other words, will use these instruments to jointly reduce their incentives to invest and to increase the market price. Imposing a zero-royalty rate on this institutional structure makes the problem worse.
Unsurprisingly, the authors found that firms always prefer an ex ante agreement of this kind to ex post licensing. Using the Microsoft-Linux tiff and later rapport as an example, they illustrate the workings, effects and risks such a strategy can have, as well as the antitrust issues it raises.
When you think of the standards war now going on between Blu-Ray high definition video disc (Sony again) and the HD DVD one from Toshiba, it is clear that the issue has lost no relevance over the years. Both the warring factions and antitrust watchdogs would do well to read the paper in question.

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Besser Mathe als mobil

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Wie wird man Professor? Und was machen all diejenigen, die Volkwirtschaftslehre studiert haben, und nicht dauerhaft an der Uni landen? So manchen Teilnehmer der Jahrestagung dürfte das interessieren.

 

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Schlauer Satz

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Nahe des Hauptfoyers wurden während der Jahrestagung kluge Zitate an die Wand projiziert. Dieses hier passt irgendwie gut zu den nicht immer ganz bequemen Erkenntnissen, die auf der Jahrestagung präsentiert wurden.

„Wenn ein Mensch mit aller Anstrengung lernt und forscht, so wird ihm mit jeder neuen Erkenntnis, die er in sich aufnimmt, die Welt größer und weiter. Dafür aber verschieben sich aber auch die Grenzen und Sicherheiten, welche er um sich gebaut sah, und in denen er in einiger Ruhe gelebt hat.“

(Willi Graf, Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose, 6. März 1942)

Von Harry Pannenbecker

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Reinhard-Selten-Preis an Tübinger Nachwuchsforscher

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Der erstmals verliehene Reinhard-Seltenpreis des Vereins für Socialpolitik geht an Gabriel Felbermayr von der Universität Tubingen. Durch die mit 3.000 € dotierte Auszeichnung wird ein Nachwuchsforscher unter 32 Jahren geehrt, der während der Jahrestagung das beste Paper präsentiert hat. Felbermayr lieferte eine Erklärung dafür, warum über Ländergrenzen hinweg weniger Produkte gehandelt werden als innerhalb eines Landes.

Mithilfe einer anspruchsvollen Methodik fand der Außenwirtschaftsexperte heraus, dass in der geografischen Mitte eines Staates mehr in Transportinfrastrukturen investiert wird als in Grenzregionen. Folglich ist es logistisch aufwändiger und damit teurer, Waren in Regionen mit schlechteren Infrastrukturen zu transportieren. Seine vorrangig theoretisch abgeleiteten Einsichten untermauerte der Nachwuchsforscher empirisch anhand von Frankreich.

Felbermayr erlangte im Jahr 2000 sein Diplom an der Universität Linz, ehe er an das Europäische Hochschulinstitut in Florenz wechselte. Anschließend arbeitete er ein Jahr für die Beraterfirma McKinsey in Wien. Seit 2005 ist er am Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Uni Tübingen tätig. Er hat bereits fünf Publikationen in angesehenen Fachzeitschriften vorzuweisen.

 

Von Harry Pannenbecker

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Wehrpflicht kostet Wachstum

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Schon so manchen Zivil- oder Wehrdienstleistenden hat der Gedanke beschlichen, dass die Wehrpflicht eine ziemliche Zeitverschwendung ist. Erstmals hat nun ein Ökonom die Folgen für das Wirtschaftswachstum berechnet, wenn junge Männer in der Kaserne rumhängen oder Essen auf Rädern ausfahren anstatt zu arbeiten oder studieren.

Satte 0,4 Prozent Wachstum gehen dadurch im Schnitt jedes Jahr verloren, erklärt Andreas Wagener von der Uni Hannover. Eine Menge verschenktes Potenzial, wenn man bedenkt, dass die Wehrpficht noch in 10 von 26 NATO-Staaten existiert.

Das Problem: Die Betroffenen bilden ihre Arbeitsfähigkeiten später aus, weil sie noch vom Staat eingespannt werden. So tragen sie auch nach Zivi oder Bund weniger zur Wirtschaftsleistung bei. Den Rückstand zu den jungen Männern, die nicht eingezogen oder ausgemustert wurden, haben diese Personen Wagener zufolge erst nach 15 Jahren wieder aufgeholt.

Von Harry Pannenbecker

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Bildung für Geringqualifizierte

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Die Autoren der ersten Präsentation am Freitag Morgen befassten sich mit einem Arbeitsmarktproblem, das unter anderem in Deutschland sehr prominent ist: der Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten.

Laut der neuesten OECD Studie „Bildung auf einen Blick“ hat sich zwischen 1991 und 2005 die Arbeitslosenquote für Geringqualifizierte von 7,4% auf 20,2% erhöht. Da besonders für diese Gruppe der wenig qualifizierten Arbeitslosen eine relativ geringe Nachfrage besteht, wird versucht, die Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten durch gezielte Maßnahmen zu erhöhen. Die Studie von Frank Oskamp und Dennis J. Snower untersucht die Effektivität von zwei beschäftigungspolitischen Maßnahmen: Beschäftigungsgutscheine und Trainingssubventionen.
Beschäftigungsgutscheine werden an Unternehmen gezahlt, die Personen nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung einstellen. Trainingssubventionen dagegen zielen eher auf eine langfristige Verbesserung der Arbeitsmarktchancen ab.
Eine interessante Frage, die sich in diesem Zusammenhang ergibt ist, ob es Komplementaritäten zwischen Trainingssubventionen und Beschäftigungsgutscheinen gibt. Durch Einstellungsgutscheine erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu erhalten. Dadurch wird die Effektivität der Weiterbildungsmaßnahmen verstärkt. Die Interaktion zwischen den Reformen, die sich durch die Komplementaritäten ergibt, hat weitreichende politische Auswirkungen. Sie impliziert, dass eine Implementierung der Reformen zusammen erfolgen sollte, um die maximale Wirkung zu erzielen. Entscheidend ist allerdings die Art und Weise der Finanzierung.
Auch im nächsten Vortrag ging es im weitesten Sinne um Weiterbildung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit. Christian Merkl und Dennis J. Snower beschäftigten sich mit der Frage, warum die signifikanten Unterschiede in der ost- und westdeutschen Arbeitslosigkeit bestehen bleiben, obwohl die Arbeitskosten relativ zur Produktivität gefallen sind.
Die beiden Autoren erklären dieses Phänomen mit der sogenannten  Produktivitätsfalle. Je länger die Periode der Arbeitslosigkeit andauert, desto mehr Produktivität, bzw. Fähigkeiten gehen den Arbeitnehmern verloren. (Gleichzeitig führte die Weiternutzung von unproduktiven Produktionsstätten in den ersten Jahren nach der Wende, dazu dass auch Arbeitnehmer nicht auf dem neuesten Technologie-Wissensstand waren.) Der Verlust von Produktivität vermindert die Chancen der Langzeitarbeitslosen neue, produktive Arbeit aufzunehmen.
Die Autoren vergleichen drei Beschäftigungsmaßnahmen die dazu beitragen sollen, die langjährigen Unterschiede in der Arbeitslosigkeit zu mindern. Es zeigt sich, dass die Wirkung der einzelnen Maßnahmen, von der obenbeschriebenen Produktivitätsfalle abhängt.
Sie kommen zu dem Ergebnis, dass durch die Produktivitätsfalle selbst eine große Senkung des Lohnes im benachteiligten Sektor /oder in benachteiligten Region nicht ausreichend ist um die Arbeitslosigkeit wesentlich zu reduzieren. Dagegen erhöhen sowohl temporäre Einstellungssubventionen für Langzeitarbeitslose als auch Weiterbildungsmaßnahmen die Beschäftigungsrate, da durch beide Maßnahmen die Produktivität der Arbeitnehmer erhöht wird. Die Weiterbildungsmaßnahmen haben jedoch den „politischen“ Nachteil, dass es länger dauert bis sich der erwünschte positive Effekt auf die Beschäftigungsrate einstellt.

Die aktuelle Version des ersten papers erhalten Sie auf Anfrage hier. 
Bei näherem Interesse für eine ausführliche Version des zweiten papers.

Von Laura Krische

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Ostdeutschland in der Falle

12. Oktober 2007 Kommentare aus

Fast jeder Ökonom weiß, dass die Löhne in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung zu schnell gestiegen sind und hohe Arbeitslosigkeit verursacht haben. Doch mehr als 17 Jahre später will die Kluft zum Westen einfach nicht schrumpfen, obwohl Arbeitnehmer gemessen an der höheren Produktivität weniger verdienen. Wie die Politik helfen könnte, erklärte Dennis Snower in seinem Vortrag.

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft geht davon aus, dass im Jahr 2004 mehr als 17 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Ostdeutschland weniger als 7,36 € pro Stunde verdienten. Dem nicht genug, werden Arbeitnehmer in dieser Gruppe auch noch häufiger gefeuert und seltener wieder eingestellt.

Für Snower und seinen Kollegen Christian Merkl verharrt der Osten in einer Falle. Denn wer lange ohne Job bleibt, verliert seine Arbeitskraft, wird dadurch zunehmend unattraktiv für Unternehmer. „Non learning by not doing“ nennt Snower das. Noch niedrigere Löhne in diesem Risikosektor würden das Problem alleine nicht lösen, sondern die soziale Ungleichheit verschärfen.

Stattdessen könnten Politiker Unternehmen durch Lohnzuschüsse dazu motivieren, unproduktivere Arbeitnehmer einzustellen. Jedoch nur für die gefährdete Gruppe, denn ausgeweitet auf den gesamten Arbeitsmarkt wären die Kosten für die Regierung neunmal höher und damit zu teuer.

Bleiben die Qualifikationsmaßnahmen, die Wissen und Fähigkeiten der Arbeitnehmer trainieren, sie wieder fit machen für den ersten Arbeitsmarkt. Geduld ist gefragt, denn Snower zufolge kann es viele Jahre dauern, bis die Maßnahmen ihre volle Wirkung für alle Betroffenen entfalten.

 

Von Harry Pannenbecker

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Neuer Ökonomenpreis geht an Bruno Frey

11. Oktober 2007 Kommentare aus

Bruno S. FreyDen erstmals verliehenen Gustav-Stolper-Preis des Vereins fürs Socialpolitik erhält in München der Schweizer Ökonom und Glücksforscher Bruno S. Frey. Weiterlesen …

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Beschäftigungssubventionen in Deutschland

11. Oktober 2007 Kommentare aus

Bei der Reduzierung der Ungleichheit in der Einkommensverteilung (zum Beispiel durch die Gewährung von Arbeitslosengeld) wird ungewollt die Effizienz am Arbeitsmarkt durch sinkende Anreize zu arbeiten, vermindert. Umgekehrt läuft man bei der Reduzierung der Ineffizienz in Arbeitsmärkten die Gefahr gleichzeitig die Ungleichheit zu erhöhen.

Die Ökonomen Alessio Brown, Christian Merkl und Dennis J. Snower ermitteln beschäftigungspolitische Maßnahmen in Deutschland, die Wohlfahrt und Beschäftigung generierend sind, ohne gleichzeitig die Einkommensungleichheit zu verstärken. Es gelingt den Autoren außerdem die optimale Größe dieser Maßnahmen festzustellen.

Im Detail stellen die Autoren folgende Maßnahmen gegenüber:

  1. Lohnsubventionen für Geringqualifizierte
  2. Einstellungsgutscheine für Langzeitarbeitslose
  3. Einstellungsgutscheine für Geringqualifizierte und
  4. Einstellungsgutscheine für gering qualifizierte Langzeitarbeitslose.

Die Größe der Maßnahmen hängt, unabhängig von der Art der Maßnahme, von der Finanzierung ab. Ab einem gewissen Punkt ist die Subvention, bzw. sind die Gutscheine nicht mehr selbstfinanzierend.

Beim Vergleich der einzelnen Beschäftigungsmaßnahmen stellen sich Gutscheine, die sich an Langzeitarbeitslose richten, als besonders effektiv heraus. Diese können sowohl die Beschäftigung als auch die Wohlfahrt erhöhen ohne zugleich die Einkommensungleichheit zu steigern. 

Insgesamt betrachtet können Einstellungsgutscheine, die auf die Arbeitslosendauer abzielen, Beschäftigung und Wohlfahrt stärker erhöhen, als die Gutscheine, die sich an Gering- oder Unqualifizierte richten.  Zwar gelingt es auch Lohnsubventionen die Einkommensungleichheit zu reduzieren, jedoch stellen sie sich als relativ ineffektiv und kostspielig heraus um die Arbeitslosigkeit zu vermindern.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Von Laura Krische

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Lassen Reformen Bürger kalt?

11. Oktober 2007 Kommentare aus

…ärgert sich, dass er es nicht rechtzeitig zum Vortrag von Peter Westerheide über den Einfluss von Reformen auf das Vertrauen von Konsumenten und Unternehmern geschafft hat. Trotzdem eine kurze Empfehlung des Papers.

Das Wichtigste: Reformen haben im Allgemeinen keine direkten Effekte auf das Investoren- und Konsumentenvertrauen. Klingt verblüffend, wenn man sich die enormen Preisängste der Bundesbürger vor Erhöhung der Mehrwertsteuer ins Gedächtnis ruft. Aber Steuermaßnahmen sind auch die einzige Ausnahme, so Westerheide und seine Kollegen vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung.

Das Paper ist auch eine große Ausnahme: auf Deutsch geschrieben! Check it out! „Peter WESTERHEIDE – Wirtschaftspolitische Reformen und Stimmungsindikatoren: Gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang?“

 

Von Harry Pannenbecker

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Julio C. Saavedra – Call the doctor

11. Oktober 2007 Kommentare aus

A medical doctor (the precision must be made: the VfS convention is teeming with other kinds of doctors) recently complained that Germans rush to call the emergency physician at the slightest increase in temperature. But could it be that the doctors themselves now and then induce demand for medical services? And if so, is it equally so for privately insured patients as for the statutorily insured ones (ie, those affiliated to a Krankenkasse)?

The doctor in question also complained about how little she earns. Does that mean that MDs in general earn too little, or that women doctors earn less than their male counterparts, as in virtually every other labor market?
Both groups of questions found an answer in one of this morning’s sessions.
Hendrik Jürges, of the University of Mannheim, found that privately insured patients are initially less likely to contact a physician, but that once they do contact one, they tend to visit the doctor more frequently thereafter. Physician density, in turn, was found to have a significantly positive effect on both the decision to contact a physician and on the frequency of visits thereafter among statutorily insured patients, while it had no effect on the initial contact in the case of privately insured ones, but exerted quite a strong one on visits thereafter. This was construed by Jürges as to provide indirect evidence that, in Germany at least, physicians appear induce demand for medical services among privately insured patients but not among the statutorily insured.
As regards earning gaps between male and females physicians, a lot of data is available on the US, which has a system dominated by health care providers that leaves room for physicians to maximize income by setting their prices more or less discretionarily. The interesting question is to see whether the same happens in a Bismarckian system like the one in Germany and Austria, where physicians have scant room for setting prices individually.
Engelbert Theurly and Hannes Winner, both from the University of Innsbruck, explored this question using real income data instead of just survey data, which tends to be less reliable, for an Austrian province between 2000 and 2004. They found that here, too, female physicians earn up to 30% less than male ones. Given that a substantial part of this difference (around 46 to 64%) cannot be explained by personal and market characteristics, it seems like gender discrimination is at work here.

Julio C. Saavedra

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