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Posts Tagged ‘Lindau-Konferenz’

[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Solow rätselt über die Angst der Deutschen vor Mindestlöhnen und Konjunkturprogrammen

24. August 2008 Kommentare aus

Vielleicht herrsche in Deutschland unter Politikern die Angst vor, spekulierte Robert Solow, dass durch die Mindestlöhne die Arbeiterbewegung wieder erstarke. Dies könne Amerikaner aber nur amüsieren, bei denen doch die Gewerkschaften keine Rolle mehr spielen. Genauso unverständlich sei ihm, weshalb die Deutschen Konjunkturprogramme nach amerikanischem Muster ablehnen.

Die Standardangst der Deutschen vor zu hoher Inflation könne gar nicht zur Ablehnung von Mindestlöhnen führen, sagte Solow. Denn negative Effekte seien hier gar nicht zu beobachten. Eventuell könnten bei Friseuren oder Gastwirten die Preise steigen, doch bisherige Erfahrungen zeigten, dass die Geschäfte durch einen Mindestlohn kaum beeinträchtigt wurden.

„Ich verstehe nicht, weshalb in Deutschland so eine Angst vor dem Mindestlohn herrscht“, sagte Solow am Rande der Tagung. Der Mindestlohn habe keinen Schaden in jenen Volkswirtschaften angerichtet, in denen er seit langem existiere. Er habe den Niedrigverdienern in diesen Ländern sogar eine Menge Gutes gebracht.

„Genauso wenig wie ich die Ablehnung von Mindestlöhnen in Deutschland verstehe, gibt mir die Diskussion über Hilfsprogramme für die Wirtschaft Rätsel auf“, sagte Solow weiter. „Für Europa wäre eine Konjunkturspritze genauso sinnvoll wie in den USA.“ In die gleiche Richtung äußerte sich bereits Joseph Stiglitz.

Oft bekomme er in Deutschland zu hören, dass einer Stimulierung der Binnennachfrage etwas Künstliches anhafte, sagte Solow. Jede Maßnahme, die aber die Exportwirtschaft stärke, wie etwa Lohnzurückhaltung, wäre dagegen richtig. „Das scheint mir nicht richtig zu sein.“ Deutschlands einseitiger Fokus auf die Exporte verhindere zudem, dass andere Länder stärker wachsen.

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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Mehr Regulierung des Finanzsystems

22. August 2008 Kommentare aus

Die Regulierung des Finanzsektors sollte nicht den Finanzmärkten überlassen werden. Dies war die zentrale Aussage von Joseph Stiglitz, Professor an der Columbia University, bei seinem Vortrag. Das Verhalten der Investoren und die Anreize müssten sich ändern, sagte er. Dazu seien zwei neue Kommissionen notwendig.

Die bisherige Regulierung der Finanzinstitutionen habe entschieden zum Ausbruch der Finanzkrise beigetragen, darin waren sich auch die meisten Experten einig, die sich auf dem Treffen der 15 Laureaten zu den Themen äußerten. 

Das bisherige System habe zu einer falschen Verteilung von Kapital und Risiken geführt, so Stiglitz. Die Exzesse auf dem Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren hätten eher an betrügerische Pyramidensysteme erinnert. Die Kosten müssten nun die Steuerzahler tragen, viele Amerikaner verlören bereits ihre Jobs und ihre Häuser. Wenn Bankrotte von Finanzhäusern wiederum andere Institute gefährdeten, stehe zudem die ökonomische Stabilität in Frage, was selbst zu einem Kollaps der Volkswirtschaft führen könne.

Stiglitz sieht viele Fehler der Vergangenheit bei den Finanzinstituten selber: Oft hätten die Banken ihre eigenen Innovationen bei den Finanzmarktprodukten kaum verstanden. Das wurde dadurch verstärkt, dass sie falsche Risiko-Modelle benutzten oder etwa diese mit alten Daten gefüttert hätten. „Hier hat die Regulierung klar versagt“, sagte Stiglitz. Dabei war in den vergangenen Jahren eine stärkere Regulierung politisch auch gar nicht gewollt.
 
Aber auch die Standardmodelle der Zentralbanken hätten völlig versagt, denn sie ignorierten überhaupt die Existenz von Blasen. So habe etwa der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, die Bürger zum Hauskauf mit variablen Hypothekenkrediten ermutigt, als die Zinsen so niedrig waren – ohne jedoch auf die Risiken bei steigenden Zinsen hinzuweisen. Zudem ignorierten die Modelle vieler Notenbanken die Stabilität des Finanzsystems als Ziel.

Dem Nobelpreisträger schweben für die USA zwei neue Institutionen vor. Eine Kommission zur Sicherheit von Finanzprodukten, in der auch Kunden und andere potentielle Leidtragendende vertreten sein sollen, also die, die am Ende die Kosten einer Krise zu tragen hätten. Ähnliche Gedanken äußerte Daniel McFadden von Universität Berkeley auf der Tagung. So wie die Food and Drug Administration (FDA) in den USA über die Zulassung von Medikamenten entscheide, sollten Behörden neue Finanzprodukte zulassen.

Eine weitere Kommission sollte sich laut Stiglitz um die Stabilität des Finanzsystems kümmern. Jedes Marktsegment brauche eine eigene Regulierung, es brauche zudem eine Aufsicht, die die Interaktion der verschiedenen Finanzinstrumente verstehe und die systemischen Risken überwache. „Ziel muss es sein, dass die Finanzinstitute gute Innovationen hervorbringen, die nicht zu ökonomischen Problemen führen“, sagte Stiglitz.

Das Verhalten der Investoren und die Anreize müssten sich ändern. Stiglitz forderte, dass die Banken ihre Risiken nicht mehr außerhalb der Bilanzen verstecken dürfen. Schwere Krisen könnten auch dadurch verhindert werden, dass den Instituten neue Obergrenzen bei der Kreditvergaben auferlegt werden. So könne mehr Einfluss auf das Verhalten der Finanzinstitute ausgeübt werden, wenn sie ihre ausgegebenen Hypothekenkredite nicht um mehr als 15 bis 20 Prozent im Jahr erhöhen dürfen.

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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Ideale führen zum Glück

22. August 2008 Kommentare aus

Die Menschen sind glücklich, wenn sie fühlen, dass sie ihrer Wunschvorstellung von sich entsprechen. Und sie sind unglücklich, wenn sie diese Wunschvorstellung ihrer selbst nicht erreichen. Diese Worte kommen nicht aus dem Mund eines Philosophen, sondern von George Akerlof, Nobelpreisträger der Volkswirtschaft im Jahr 2001.

Den Nobelpreis hatte der Professor der University of California allerdings mit Joseph Stiglitz und Michael Spence zu der Analyse von Märkten mit asymmetrischer Information gewonnen. 

Auf dem Nobelpreisträgertreffen in Lindau hielt er nun einen Vortrag über „Identität und Wirtschaft“. Darin kritisierte er die klassische Wirtschaftstheorie nach der die Menschen glücklicher sind, je mehr Einkommen sie haben, das ihnen wiederum einen höheren Konsum ermöglicht. Aber diese Theorien blendeten die menschlichen Ideale aus, kritisierte Akerlof. Denn erst die Ideale verhelfen den Menschen zu ihrer Identität. Wer seine eigenen Ideale erreiche, sei ein glücklicher Mensch. 

Für diese Ideale gebe es Millionen Beispiele. Akerlof nannte folgende: Religion, Würde am Arbeitsplatz oder die Vorstellung eines Lehrers vom perfekten Lehrer. Doch gerade den Lehrern werde es schwer gemacht, ihre Wunschvorstellung eines idealen Lehrers zu erreichen. Denn die Schüler eiferten viel mehr den Idealen der „Coolen“ – also der leading group – nach als den Idealen des Lehrers. 

In Zukunft sollten die Wirtschaftswissenschaftler die Ideale in ihre Nutzenfunktionen einbauen, forderte Akerlof. Je näher der Mensch im Zustand e seinem idealen Zustand e* sei, desto glücklicher sollte er nach dem Modell sein.

Von Charlotte Bartels

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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Von Stars und Fans

22. August 2008 Kommentare aus

Prof. Dr. Sir Clive W. J. Granger steht etwas verloren auf der großen Bühne, allein im Scheinwerferlicht. Der 74-jährige Nobelspreisträger ist wohl jedem VWL-Studenten aus dem Fach Ökonometrie bekannt: Er hat die nach ihm benannte Granger-Kausalität gefunden. Und doch steht er nun etwas gebückt da oben und die Studenten im Publikum schenken ihm keine Beachtung. Vielleicht fehlt die Vorband, die auf Konzerten die Spannung auf den eigentlich Star steigert. Doch nach dem Vortrag sieht alles ganz anders aus.

10.40 Uhr ist schon durch, da kommen immer noch Besucher hinein, redend und lachend und bemerken gar nicht, dass der große Sir Granger schon seinen Vortrag begonnen hat. Denn seine Stimme ist leise und ziemlich hoch. Keine Powerpointpräsentation leuchtet im Hintergrund. Nachdem er schon ungefähr eine Minute von globalen Modellen und den Effekten des Welthandels gesprochen hat, wird es dann langsam ruhig.

Nach der Vorlesung sieht es für Sir Granger anders aus. Kaum steigt er vom Podium herunter, umringen ihn rund zwanzig Studenten und junge Wissenschaftler. Sie haben viele Fragen auf der Zunge, aber vor allem Konferenzbücher und Fotokameras in den Händen. Jetzt ist Sir Granger ihr Star. Auf die Seite im Konferenzbuch, wo sein wissenschaftliches Schaffen beschrieben ist, muss er sein Autogramm schreiben. Mehrere Studenten lassen sich mit ihm fotografieren. Fast alle sehen asiatisch aus.

Als ich eine junge, attraktive Chinesin anspreche, die gerade zwischen Nobelpreisträger Phelps und seiner Frau posiert hat und nun weiter zu Sir Granger geht, verteidigt sie sich so fort. Ja, die deutschen Studenten hätten gesagt, dass die Teilnahme an der Lindauer Konferenz doch schon genug Ehre sei. Sie würde sowieso nur Fotos mit den Laureaten machen, mit denen sie wissenschaftlich zu tun habe. Das sind immerhin Stiglitz, Mundell, Phelps und Granger. Da ist ihr aber ein Highlight entgangen: die Nachwuchswissenschaftler, die sich mit Nobelpreisträger Kydland ablichten ließen, können zu hause von ihrem neuen Kumpel Kydland erzählen. Arm in Arm posiert er nach seinem Vortrag mit sämtlichen jungen Fans.

Von Charlotte Bartels

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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Europa hat es schwerer mit dem Abschwung

21. August 2008 Kommentare aus

Natürlich ist auch die Finanzkrise das allbeherrschende Thema auf der Konferenz. Erstaunlich nur, wer alles meint, sich damit auszukennen. Doch so richtig fanden auch die fünf Nobelpreisträger beim Pressegespräch keine richtige Antwort, wie lange die Finanzkrise noch anhalten oder wie tief sie ausfallen wird. Erst als noch ein Nachzügler in den Raum kam, wurde es noch mal spannend.

Kein Wunder, saßen doch anfangs vorne Professoren, die sich zum Großteil wenig mit Auswirkungen von Finanzkrisen beschäftigt haben. Allein Robert Solow äußerte noch die besten Gedanken. So kritisierte er an der Morgenveranstaltung, dass auch dort keine Antworten gegeben wurden. Dann wurde es spannend, als Joe Stiglitz verspätet erschien.     

Robert Solow und Joseph Stiglitz machten die Europäische Zentralbank (EZB) mit für den Abschwung in Europa verantwortlich. Beide schätzten, dass es die Volkswirtschaften der Euro-Zone schwerer haben werden, die Krise zu überwinden. „Es ist ein Problem, dass die EZB sich nur auf die Inflation konzentriert“, sagte Stiglitz. „Es gibt keine theoretische Begründung, weshalb sich eine Institution nur um ein Ziel kümmern sollte“, sagte der Ökonom.

Er widersprach damit einer in Deutschland weitverbreiteten ordnungspolitischen Auffassung, die auch als Grundlage der Ausrichtung der EZB gilt, und die ein Journalistenkollege den Herren auf dem Podium vorhielt. „Die EZB muss ein Kompromiss finden zwischen Finanzmarktstabilität, Wachstum und Inflation“, konterte Solow. Denn ihr einziges Instrument, der Zinssatz, beeinflusse schließlich all diese Größen. Solow kritisierte, dass in Europa die Idee vorherrsche, dass eine geringere Inflation nicht nur notwendig für Wachstum sei, sondern alleine schon ausreiche.  

Im Vergleich zu den USA sei die Politik der Notenbank im Euro-Raum zu passiv gewesen, so Solow. „Die Reaktion der US-Notenbank hat dazu geführt, dass es seit Ausbruch der Finanzkrise erst ein Quartal im Minus gegeben hat.“ Zudem habe die US-Regierung die Wirtschaft stimuliert, sagte Stiglitz. Und die drastischen Zinssenkungen der Fed hätten die Abwertung des Dollars verstärkt, da die EZB ihren Zins lange Zeit konstant ließ und im Juli sogar erhöhte. „Die US-Wirtschaft hat im vergangenen Halbjahr wegen des schwachen Dollars einen enormen Wachstumsschub vom Außenhandel bekommen“, so Stiglitz.

Bisher habe die Finanzkrise noch keine tiefen Spuren in der Wirtschaft außerhalb des Finanzsektors hinterlassen, sagte Stiglitz. Doch sieht er eine tiefe Krise in den USA gerade erst beginnen. Schon seit November bauten die Firmen keine Jobs mehr auf und die Umsätze fingen an, einzubrechen. Zudem wirkten die schärferen Kreditbedingungen sich jetzt erst aus. Das setze die Abwärtsdynamik jetzt erst richtig in Gang. „Eine Erholung wird wohl erst 2010 einsetzen und deswegen bin ich auch pessimistisch für Europa, da die großen Volkswirtschaften miteinander verbunden sind“, so Stiglitz.

Die Vorträge lassen sich live im Internet verfolgen.

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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Kaufen sie Regenschirme!

21. August 2008 Kommentare aus

Spare in den guten Zeiten, dann hast du in den schlechten. Das riet Stanfordprofessor Myron Scholes den Finanzinstitutionen, um sich vor zukünftigen Krisen zu schützen. Denn wer in sonnigen Zeiten am Regenschirm sparen würde, hätte eben in der Regenzeit den Schaden. Seine Regenschirmempfehlung für Finanzinstitutionen: Reserven bilden, das Risiko diversifizieren, Versicherungen kaufen.

Die Unternehmen hätten dann zwar in guten Zeiten weniger Geld zur Verfügung für andere Investitionen. Aber in Krisenzeiten sei es umso schwieriger an neues Geld zu kommen. Die Spekulanten, die sonst für Liquidität sorgten, seien nach einem Schock erstmal mit Rechnen beschäftigt.

Die ökonomischen Modelle gingen noch immer von konstanten Preisen aus und so müssten die Spekulanten erstmal die Modelle an die neuen Preise anpassen. Deshalb gebe es plötzlich kein neues Kapital von den Spekulanten mehr, während die kriselnden Finanzinstitutionen immer mehr neues Kapital nachfragen würden. „Finanzinstitutionen müssen Schocks einplanen“, forderte Myron Scholes.

Der Staat solle seine Hände lieber raus halten. Eine finanzielle Rettungsaktion würde nämlich einer der beiden Kapitalgebergruppen  schaden: den Aktionären. Die Kreditgeber, die andere Kapitalgebergruppe, würde sein Geld nun ganz sicher zurückbekommen, da das Unternehmen nicht pleite gehe.

Aber der Aktionär müsste mit ansehen, wie seine Aktie an der Börse rapide an Wert verliert. Der Staat würde also das Vermögen der Aktionäre zerstören. So habe die Aktie von JP Morgan Chase in den vergangenen zwölf Monaten 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Also, unbedingt Regenschirm kaufen. Dann steht das Unternehmen nicht im Regen und die zwei Kapitalgebergruppen bleiben friedlich. 

Die Vorträge lassen sich live im Internet verfolgen.

Von Charlotte Bartels

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[Nobelpreisträgertreffen Lindau] Von der Subprimekrise zu den Subsubsubprimekrediten

21. August 2008 Kommentare aus

Die Konferenz der Nobelpreisträger hat heute Morgen mit einer unterhaltsamen Podiumsdiskussion über die systemischen Risiken auf den Finanzmärkten begonnen. Besonders die Beiträge von Joseph Siglitz und Myron Scholes stachen dabei heraus. Muhammad Yunus erntete langen Beifall für seinen Eröffnungsvortrag.

Schlechte Anreize, schlechtes Management, schlechte Modelle haben zur Finanzkrise geführt – darin waren sich die beiden Wirtschaftswissenschaftler einig. Aber in der Lösung gingen ihre Meinungen auseinander.

Mehr Regulierung, sagte Stiglitz. Mehr Markt, sagte Scholes. Ein Regulierungsschub könne am Ende die Kosten der Finanzkrise noch erhöhen, denn niemand könne die Konsequenzen dieser Eingriffe überblicken und einschätzen. Als Beispiel führt er etwa die Bilanzskandale um den Enronkonzern an.

“Wir dürfen die Hedgefonds nicht auf Kosten der Steuerzahler spielen lassen“, hielt Stiglitz dagegen, „sie sollten unter sich spielen.“ Die Finanzkrise würde das Wirtschaftswachstum der USA noch drei Jahre lang reduzieren. „Die Hedgefonds spielen doch nicht miteinander“, entgegnete Scholes, „sondern ermöglichen, dass die Märkte effizienter funktionieren.“

Dann fragte eine junge Wissenschaftlerin aus Australien: „Gehen zu viele Talente in den Finanzsektor statt die Industrie durch Forschung und Entwicklung voranzubringen?“ „Ich halte mich für einen der intelligentesten Menschen und beschäftige mich mit Finanzen, antwortete Scholes grinsend. Darauf Stiglitz: „Ja, wir haben eine Misallokation der Talente. Die Regierung muss Grundlagenforschung stärker unterstützen.“

Von den Millionen und Milliarden Dollar der Finanzkrise kam Muhammad Yunus dann zu den Pennies. In einem beeindruckenden Vortrag legte er seine Idee der Mikrokredite da. Die von ihm in Bangladesh gegründete Grameen Bank würde Subsubsubsubprime-Kredite vergeben. An arme Frauen aus dem Dorf, statt an reiche Männer aus der Stadt.

„Denn alle Menschen sind Unternehmer, nur einige haben nicht die Chance, das zu entdecken“, sagte Friedensnobelpreisträger Yunus. Armut entstehe, weil den Menschen keine Möglichkeiten zu ihrer Entfaltung geboten würden. Er machte nicht in Bangladesh Halt, denn auch in den USA lebten Millionen Menschen, die kein eigenes Bankkonto eröffnen dürften.

Die Vorträge lassen sich live im Internet verfolgen.

Charlotte Bartels und André Kühnlenz

Von Charlotte Bartels

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